Niederlande

Namen von 425.000 Kollaborateuren einsehbar

Die Wehrmacht in Amsterdam (Darstellung der Gedenkstätte Hollandse Schouwburg, Amsterdam) Foto: picture alliance / imageBROKER

Niederlande

Namen von 425.000 Kollaborateuren einsehbar

Das passt nicht allen Bürgern. Reißen nun alte Wunden wieder auf?

 03.01.2025 15:57 Uhr

In den Niederlanden sind ab sofort die Namen der rund 425.000 mutmaßlichen Kollaborateure mit den deutschen Nazi-Besatzern im Zweiten Weltkrieg online einsehbar - und damit ist nicht jeder glücklich.

Nach Bedenken von Nachfahren der mutmaßlichen Kollaborateure, aber auch von Opfer-Angehörigen, wurde zunächst darauf verzichtet, auch die kompletten Akten jener Menschen online zugänglich zu machen, die die Deutschen unterstützten und teils schwere Verbrechen begingen. Die Akten selbst können vorläufig nur im Nationalarchiv in Den Haag eingesehen werden.

Betroffene leiden

Lange Zeit ist in den Niederlanden mit dem Finger auf Menschen gezeigt worden, bei denen es das Vermuten gab, dass sie im Krieg auf der falschen Seite gestanden haben. Wie der öffentlich-rechtliche Sender NOS berichtete, ergab eine Umfrage kürzlich, dass ein Fünftel der Niederländer auch heute lieber nicht die Nachfahren eines Kollaborateurs in einem öffentlichen Amt etwa als Bürgermeister oder Abgeordneter haben möchte.

Lesen Sie auch

Und die Kinder und Enkelkinder von Kollaborateuren leiden nach der Umfrage oft noch unter der Familiengeschichte. Betroffene auf Täter- und Opferseite fürchten nun, dass mit dem Öffnen der Archive schlecht verheilte Wunden wieder aufreißen.

Das neue Namensregister liefert zu Betroffenen Personendaten und den Wohnort sowie die Angabe, welche Polizeistellen und Gerichte sich mit der Person befasst haben. Genannt werden auch die Nummern der Akten, aus denen hervorgeht, was den Betroffenen konkret vorgeworfen wird und die im Nationalarchiv einsehbar sind. dpa

Washington D.C.

Trump über Chamenei-Sohn: »Wird nicht in Frieden leben«

Im Iran hat ein neues Oberhaupt übernommen. US-Präsident Trump spricht nach der Ernennung von Modschtaba Chamenei von einem großen Fehler. Und macht düstere Andeutungen

 10.03.2026

Münster

Urteil: Keine Bundesmittel für AfD-nahe Stiftung für 2021

Die Desiderius-Erasmus-Stiftung erhält auch für 2021 keine Mittel vom Bund. Grund ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2023

 10.03.2026

Nahost

Raketenangriff auf Al-Asrak: Auch deutscher Teil getroffen

Eine neue Attacke in Jordanien traf auch den von deutschen Soldaten genutzten Bereich. Die Bundeswehr prüft noch, was genau einschlug. Die Soldaten sind in Sicherheit

 10.03.2026

Energie

Ölpreis gibt weiter nach - Trumps Äußerung zu Kriegsende wirkt

Eine Aussage des amerikanischen Präsidenten lässt die Notierung für Rohöl erheblich absacken

 10.03.2026

Brisbane

Iranische Fußballerinnen feiern ihr Asyl in Australien

Nach ihrem stillen Protest beim Asien Cup drohte ihnen im Iran Verfolgung. In Australien erleben fünf Fußballerinnen nun einen emotionalen Neuanfang. Aber die Sorge um den Rest des Teams bleibt

von Carola Frentzen, Jörg Soldwisch  10.03.2026

Mainz

Klein: Auf Umgang mit Antisemitismus vorbereiten

Die Bekämpfung von Antisemitismus ist eines der Hauptthemen bei der Frühjahrstagung der Bund-Länder-Kommission zum Schutz jüdischen Lebens in Mainz. Was der Antisemitismusbeauftragte Klein vorschlägt

 10.03.2026

Nikosia

Wadephul skeptisch zu raschem Ende des Iran-Kriegs

Wie lange dauert der Krieg? Trump schürt in der Frage Hoffnungen. Der deutsche Außenminister äußert sich bei einem Besuch auf der Mittelmeerinsel Zypern dazu zurückhaltend

 10.03.2026

Karlsruhe/Berlin

Waffenbeschaffung für Hamas: Weiterer Verdächtiger gefasst

Seit Monaten geht die Bundesanwaltschaft immer wieder mit Festnahmen und Durchsuchungen gegen ein mutmaßliches Netzwerk der Terrororganisation vor. Mit Erfolg

 10.03.2026

Washington D.C.

US-Demokraten drängen auf Anhörungen zum Iran-Krieg

»Es ist, als würde Amerika von Marie Antoinette in einen Krieg geführt«, sagt der demokratische Senator Chuck Schumer

 10.03.2026