Militärtechnik

Nahost an der Nordsee

Exportschlager Heron-Drohne Foto: dpa

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat gegenüber der Tageszeitung Die Welt bestätigt, dass es einen Test mit unbemannten Flugkörpern, die in Israel produziert werden, erfolgreich abgeschlossen hat. Es handelt sich um sogenannte Heron-Drohnen, die zur Küstenüberwachung durch die Bundespolizei eingesetzt werden könnten.

Der Jüdischen Allgemeinen sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums (BMI) jedoch, dass es zwischen der theoretischen technischen Einsatzfähigkeit und dem Einsatz keinen Zusammenhang gebe: »Wir haben keine Pläne, die Heron-Drohnen beispielsweise zur Küstenüberwachung einzusetzen, und stehen auch nicht in Gesprächen mit dem Hersteller der Drohnen.« Nicht alles, was technisch möglich sei, würde auch getan, sagte der Ministeriumssprecher, und aktuell denke man nicht über einen Einsatz von Drohnen im Inneren nach.

afghanistan Dabei sind die Erfahrungen Deutschlands mit den Heron-Drohnen gut. Zwei Jahre lang wurden sie von der Bundeswehr in Afghanistan eingesetzt. Drei Heron-Drohnen mietete die Bundeswehr damals von einem Konsortium, das aus dem Hersteller der Drohnen, Israel Aerospace Industries (IAI), und dem deutschen Rüstungsunternehmen Rheinmetall besteht. Die Flugkörper wurden in Afghanistan zur Überwachung von Militäraktionen am Boden eingesetzt. Ihr größter Vorteil: Heron-Drohnen können fast zwei Tage in der Luft bleiben, und sie starten und landen vollautomatisch.

Anfangs gab es Probleme: Eine Drohne rammte auf dem Flughafen Masar-e Scharif ein Transall-Transportflugzeug. Kein guter Einstieg, doch letztlich war die Bundeswehr zufrieden. Die Heron-Drohnen sind ein großer militärischer Exporterfolg für die IAI. Mit einer Spannweite von 26 Metern können sie bis auf 12.000 Meter Höhe aufsteigen und sind mit Geschwindigkeiten zwischen 111 und 213 Stundenkilometern vergleichsweise langsam, wodurch sie ein Gebiet sehr genau überwachen können. Die Nutzlast der ersten Heron-Modelle lag bei 250 Kilogramm, eine neue Version, die Heron-TP, kann bereits bis zu einer Tonne Last transportieren.

Die Bundeswehr ist nicht die einzige Armee außerhalb Israels, die auf Heron-Drohnen setzt, die in Konkurrenz zur US-Drohne Predator stehen. Auch die Streitkräfte Indiens, der Türkei, Frankreichs und Kanadas haben Heron-Drohnen im Einsatz, die Schweiz prüft die Anschaffung des Systems.

Nahost

Vollendete Drohkulisse

US-Präsident Trumps »Armada« ist angekommen, die Optionen für Militärschläge liegen auf dem Tisch. Er stellt dem Mullah-Regime zwei Bedingungen. Wird Teheran einlenken?

von Imanuel Marcus  30.01.2026

EU-Sanktionen

Israel bietet Hilfe bei Verfolgung von Revolutionsgarden an

Die Europäische Union hat die Elite-Einheit des Mullah-Regimes auf die Terrorliste gesetzt. Nach Ansicht des israelischen Botschafters dient das auch der inneren Sicherheit in Deutschland

 30.01.2026

Meinung

Endlich!

Es war überfällig, dass die EU die Revolutionsgarde der Islamischen Republik auf der Terrorliste gesetzt hat. Doch die heutige Lage ist auch das Ergebnis jahrelanger Versäumnisse, falscher Hoffnungen und politischer Feigheit ebenjener EU

von Shahrzad Eden Osterer  30.01.2026

Rheinland-Pfalz

Landtag fordert Institut für Antisemitismusforschung auf Bundesebene

Wissenschaftsminister Clemens Hoch (SPD) dankt dem Landesparlament. »Antisemitismus ist in diesem Lande eine reale Erfahrung«, sagt er

 30.01.2026

München

Brandstifter von jüdischem Altenheim 1970 womöglich ermittelt  

56 Jahre nach einem Anschlag auf ein jüdisches Altenheim in München verdächtigen Ermittler nun einen schon verstorbenen Neonazi. Was sie auf dessen Spur führte

von Hannah Krewer  30.01.2026

Teheran

Iran bestellt deutschen Botschafter ins Außenministerium ein

Das Regime protestiert gegen Äußerungen von Bundeskanzler Merz. Das Außenministerium verurteilt außerdem die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation

 30.01.2026

Washington D.C.

»Sehr mächtige Schiffe auf dem Weg nach Iran«

Der US-Präsident stellt zugleich Gespräche in Aussicht und dem Teheraner Regime Bedingungen

 30.01.2026

Washington D.C.

US-Gesandter zu Waffenabgabe: Hamas hat keine Wahl

Die Terrororganisation will ihre Waffen behalten. Doch die amerikanische Regierung gibt sich zuversichtlich

 30.01.2026

Kairo/Berlin

Ägypten verbietet Buch zu Gaza-Krieg - Autoren: Das Interesse ist riesig

Ihr Streitgespräch über den Nahostkonflikt sorgte in Deutschland für viel Aufmerksamkeit - doch Ägyptens Zensur verbietet das Buch von Philipp Peyman Engel und Hamed Abdel-Samad. Die Autoren nehmen es eher gelassen

 29.01.2026 Aktualisiert