Einspruch

Nach Peres geht es weiter

Bekanntlich hat sich der neu gewählte Präsident Israels, Reuven Rivlin, gegen die Schaffung eines palästinensischen Staates ausgesprochen. Damit steht er nicht nur im Widerspruch zum scheidenden Präsidenten Schimon Peres, sondern in gewisser Weise auch zu Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der zumindest öffentlich die Idee zweier Staaten für zwei Völker unterstützt.

Indem Schimon Peres ständig den israelischen Willen zum Frieden und zur Zweistaatenlösung betonte, konnte er international die Angst, die vor Netanjahu und den Falken rechts von ihm existiert, abmildern. Was bedeutet also die Wahl Rivlins? Wird künftig Jerusalem international noch stärker angeprangert als ohnehin ständig?

zweistaatenlösung Vielleicht. Aber Rivlin auf seine Opposition zur Zweistaatenlösung zu reduzieren, wäre zu oberflächlich. Er ist kein stumpfer Über-Nationalist und sicherlich kein Rassist. Während seiner zwei Amtszeiten als Knessetsprecher hatte er nie Angst, sich gegen die Rechte zu stellen, wenn undemokratische Gesetze drohten. Nicht zuletzt deshalb stimmten sowohl Ilan Gilon von Meretz und Schelly Jachimowitsch von der Arbeitspartei als auch mehrere Abgeordnete aus den arabischen Fraktionen für Rivlin.

Man muss auch an die eingeschränkten Befugnisse erinnern, die der Staatspräsident besitzt. Peres war trotz seiner eher linken Position stets so klug, nie die Konfrontation mit der rechten Regierung zu suchen. So klug, das kann man getrost prognostizieren, wird Rivlin wohl auch sein. Vermutlich wird der neue Präsident all seine Energie darauf verwenden wollen, die Demokratie in Israel zu stärken, sich gegen die Gefahr einer Zersplitterung der Gesellschaft zu stemmen und für die Einheit der Nation zu kämpfen.

Er hat selbst schon darauf hingewiesen, dass der Staatspräsident eine Identifikationsfigur für alle Israelis sein müsse, und dass das Amt nicht politisiert werden dürfe. Vieles spricht also dafür, dass sich die Warnungen vor Staatspräsident Reuven Rivlin als haltlos erweisen werden.

Der Autor ist diplomatischer Korrespondent der Onlinezeitung »The Times of Israel«.

Washington

USA intervenieren gegen mögliche Russland-Hilfe für den Iran

Sondergesandter Steve Witkoff kritisiert Moskau dafür, dass es Teheran im Krieg zu unterstützen scheint

 08.03.2026

Washington

US-Streitkräfte weisen iranische Darstellung zu angeblich gefangenen US-Soldaten zurück

Die Behauptung des iranischen Regimes sei ein weiteres Beispiel für seine Lügen und Täuschungen», sagt ein Sprecher des United States Central Command (CENTCOM)

 08.03.2026

Nahost

Neue Welle von Luftschlägen gegen den Iran. Dritter US-Flugzeugträger erreicht die Region

Nach Angaben der israelischen Armee wurden seit Mitternacht vier Raketenangriffe aus dem Iran registriert. Derweil erhöht sich der Druck auf das Teheraner Regime weiter

 08.03.2026

Weltfrauentag

Karin Prien sieht »Luft nach oben« bei Frauenrechten

Frauen in Deutschland haben nach Einschätzung der Frauenministerin viel erreicht in den vergangenen Jahrzehnten. Es gebe aber noch Defizite auf manchen Ebenen

 08.03.2026

Libanon

Suche nach sterblichen Überresten von Ron Arad gescheitert

Nach Angaben des israelischen Militärs landeten Kommandos in der Ortschaft Nabi Chit. Dort durchsuchten sie unter anderem einen Friedhof nach möglichen Hinweisen auf den Verbleib des Vermissten

 07.03.2026

USA

New York: Frau des Bürgermeisters gefallen Social-Media-Beiträge, die den 7. Oktober feierten

Einige der Posts stammten von israelfeindlichen Organisationen und stellten die Massaker in Israel als angeblichen Widerstand dar

 07.03.2026

Sicherheit

Israel verschärft Schutz für Botschaften im Ausland

Ein vereitelter Anschlag auf die israelische Botschaft in Aserbaidschan und eine Synagoge in Baku zeigen, warum die Maßnahmen als notwendig angesehen werden

 07.03.2026

Teheran

Iran bittet arabische Nachbarn um Entschuldigung – und setzt Angriffe fort

Die widersprüchlichen Signale werden als Anzeichen dafür angesehen, dass die politische Führung derzeit nur begrenzten Einfluss auf Teile des Militärs hat

 07.03.2026

Berlin

»Freiheit für den Iran«: Kundgebung am Brandenburger Tor

Demonstranten fordern Demokratie und erinnern an Tote und Gefangene

 07.03.2026