Umfrage für Berlin

Nach jüngstem Judenhass-Skandal: CDU wieder stärkste Kraft, Linke verliert deutlich

Die Kandidaten Elif Eralp (Die Linke) und Stefan Evers (CDU) mit Steffen Krach (SPD) und Werner Graf (Die Grünen) Foto: picture alliance/dpa

Gut zweieinhalb Wochen vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl zeichnet sich ein engeres Rennen um die Spitzenposition ab. Die CDU kann im neuen BerlinTrend von infratest dimap zulegen und liegt nun wieder vor der Linken, die spürbar an Zustimmung verliert.

Die Christdemokraten kommen laut der vom RBB in Auftrag gegebenen Erhebung auf 21 Prozent und verbessern sich damit um einen Prozentpunkt. Die Linke büßt dagegen drei Punkte ein und erreicht 19 Prozent. Damit ist ihr Höhenflug aus den vergangenen Monaten vorerst gestoppt.

Die Befragung begann einen Tag vor dem jüngsten Antisemitismus-Skandal bei einer Feier der Linken in Berlin-Neukölln und endete drei Tage danach.

Kein klarer Favorit

Auf den Plätzen hinter der CDU und der Linken liegen Grüne und AfD mit jeweils 18 Prozent. Während die Grünen einen Prozentpunkt hinzugewinnen, verbessert sich die AfD um zwei Punkte. Für die SPD fällt das Ergebnis dagegen besonders schlecht aus: Sie verliert einen Prozentpunkt und kommt nur noch auf elf Prozent - so wenig wie noch nie in dieser Umfragereihe. Das BSW erreicht nach einem Plus von einem Punkt vier Prozent.

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Für die amtierende Koalition aus CDU und SPD bedeutet das Ergebnis weiterhin schlechte Nachrichten. Zusammen würden die beiden Parteien nach dieser Umfrage keine Mehrheit im Abgeordnetenhaus erreichen. Grüne und SPD könnten sich rechnerisch sowohl an einer von der CDU als auch an einer von der Linken geführten Dreierkoalition beteiligen.

Auch bei der Frage nach dem künftigen Regierenden Bürgermeister ist das Rennen offen. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers und die Linken-Kandidatin Elif Eralp kommen bei einer angenommenen Direktwahl jeweils auf 13 Prozent. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach folgt mit neun Prozent. AfD-Kandidatin Kristin Brinker erreicht sieben Prozent, Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf vier Prozent.

Bemerkenswert ist allerdings, wie viele Berliner sich bei dieser Frage nicht festlegen. 54 Prozent der Befragten wissen nicht, wen sie wählen würden, oder machten keine Angabe. Ein klarer Favorit für das Amt des Regierenden Bürgermeisters zeichnet sich damit derzeit nicht ab.

Wohnen und Mieten

Bei den politischen Themen bleibt die Wohnungsfrage mit großem Abstand an erster Stelle. 32 Prozent nennen »Wohnen/Mieten« als wichtigstes Problem der Stadt. Verkehr und Mobilität werden dagegen inzwischen seltener als vorrangiges Thema genannt.

An Bedeutung gewonnen haben hingegen Flüchtlinge und Einwanderung sowie innere Sicherheit und Kriminalität. Zehn Prozent der Befragten nennen mittlerweile Migration als wichtigstes Problem, neun Prozent führen Sicherheit und Kriminalität an.

Unverändert groß ist die Unzufriedenheit mit dem Berliner Senat. 77 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der schwarz-roten Landesregierung nicht zufrieden. Lediglich 19 Prozent äußern sich positiv über die Arbeit des Senats.

Für den BerlinTrend wurden zwischen Donnerstag und Montag insgesamt 1279 Berliner befragt. Die repräsentative Erhebung von infratest dimap erfolgte sowohl telefonisch als auch online. im

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