Leipzig

Nach Absage von Vortrag: Uni Leipzig betont Freiheit der Wissenschaft

Benny Morris bei der Eröffnung des Jüdischen Filmfestivals Wien 2018 Foto: picture alliance / Robert Newald / picturedesk.com

Die Absage einer geplanten Veranstaltung an der Universität Leipzig mit dem israelischen Historiker Benny Morris sorgt für Diskussionen. Das Rektorat der Hochschule betonte am Montagabend in Leipzig, dass die Wissenschaftsfreiheit weiterhin gelebt und verteidigt werden müsse. »Wir haben es aktuell mit einer aufgeheizten gesellschaftlichen Atmosphäre zu tun«, erklärte Rektorin Eva Ines Obergfell.

Veranstalterinnen und Veranstalter würden hart angegangen, ihnen werde zum Teil gedroht, hieß es. Dennoch wolle und werde die Universität Räume offen halten für akademische Diskurse. Die Universitätsleitung war laut Rektorin in die Entscheidung der theologischen Fakultät zur Absage der Veranstaltung nicht einbezogen.

Morris sollte am Donnerstag einen Vortrag zu Krieg und Dschihad mit Bezug zur Staatsgründung Israels 1948 im Rahmen einer Ringvorlesung der theologischen Fakultät halten. Die Fakultät sagte die Veranstaltung ab, nachdem zu Störaktionen mobilisiert wurde. Sie begründete dies mit der Sorge um die Sicherheit der Gäste.

Absage aus »Sorge um die Sicherheit der Gäste«

Der Religionssoziologe Gert Pickel erklärte als einer der Veranstalter: »Wir haben in der vergangenen Woche wirklich die Sorge gehabt, dass es zu traumatisierenden Erfahrungen für jüdische Angehörige unserer Universität kommen könnte.« Die Fakultät habe »keine andere Lösung gesehen«. Sie hätte aber Unterstützungsangebote stärker prüfen sollen, räumte er ein.

Auch Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) betonte die Notwendigkeit der kontroversen Debatte. Der Wesenskern einer Hochschule sei die freie wissenschaftliche Bildung, erklärte er.

Lesen Sie auch

Währenddessen bezeichnen zivilgesellschaftliche Organisationen wie TaMaR Germany e.V., die Jüdische Allianz Mitteldeutschland, der Hentrich & Hentrich Verlag und das Bündnis Israelsolidarischer Gruppen und Personen in Leipzig das Handeln der Universität Leipzig als »nicht hinnehmbar«. Statt Raum für wissenschaftlichen Austausch zu ermöglichen, werde der Widerspruch eingeebnet.

Gleichzeitig sei relativ klar, welche Gruppen hinter der Forderung nach einer Absage stehen. Seit dem 7. Oktober 2023 würden Gruppen wie »Students for Palestine« verstärkt mit judenfeindlichen Parolen auf dem Campus und rund um die Universität in Erscheinung treten, heißt es in dem auf der TaMaR-Webseite veröffentlichten Statement. Diese Gruppen hätten bereits am 15. November 2024 in einem Instagram-Post die Ausladung von Benny Morris gefordert. In letzter Zeit gelänge es diesen immer häufiger, den Meinungsaustausch an der Universität autoritär zu beeinflussen, so die Verfasser. epd/ja

Gefahr

Israel: Iran kann kein Uran mehr anreichern

Seit 20 Tagen attackieren Israel und die USA den Iran mit schweren Luftangriffen. Dem israelischen Ministerpräsidenten zufolge hat die gemeinsame militärische Operation bereits Ergebnisse gebracht

 19.03.2026

Suchmaschine

USA ermöglichen Recherche zu Nazis in der eigenen Familie

War der eigene Opa ein Nazi? Diese Frage kann nun über das US-Nationalarchiv beantwortet werden. Erstmals wurden die überlieferten Mitgliedskarteien der NSDAP vollständig ins Netz gestellt

von Sabina Crisan, Marc Fleischmann  19.03.2026

Krieg

Araghtschi droht mit Vergeltung für Angriffe auf Infrastruktur

Irans Außenminister droht mit massiver Vergeltung, sollte Israel erneut Öl- und Gasanlagen angreifen. Araghtschi stellt auch eine weitere Bedingung für ein Kriegsende

 19.03.2026

Krieg gegen Iran

Deutschland und Verbündete verurteilen Blockade am Golf

Die großen europäischen Staaten und Japan fordern ein sofortiges Ende der Angriffe auf Handelsschiffe und zivile Infrastruktur. Die USA und Israel werden nicht erwähnt

 19.03.2026

Fernsehen

Linken-Chefin Schwerdtner übt sich bei Markus Lanz in Antizionismus-Akrobatik

Die Linken-Chefin wurde in der Talkshow zum israelfeindlichen Beschluss ihrer niedersächsischen Genossen befragt, der den Zionismus ablehnt

von Chris Schinke  19.03.2026

Krieg gegen Iran

US-Finanzminister könnte Sanktionen gegen iranisches Öl lockern

Öl und Gas haben sich in den vergangenen Wochen dramatisch verteuert, nachdem die USA und Israel den Iran angegriffen haben. Nun will US-Finanzminister Bessent dagegen vorgehen

 19.03.2026

Washington D.C.

Berichte: Trump wusste vorab von Israels Angriff auf Gasfeld

Neue Berichte stellen Trumps Darstellung zum israelischen Angriff auf »South Pars« infrage. Hat der US-Präsident den Schlag gebilligt, um den Druck auf den Iran zu erhöhen?

 19.03.2026

Teheran

Expertin: Irans Führung kämpft im Krieg ums Überleben

Das Mullah-Regime betrachtet den Konflikt mit Israel und den USA als Überlebenskampf. Warum eine Expertin dennoch keinen Zusammenbruch des Systems erwartet

 19.03.2026

München

CSU: »Linke zeigt ihr antisemitisches Gesicht«

Niedersachsens Linke hat sich gegen den »real existierenden Zionismus« gewandt. Die CSU ist fassungslos und fordert nicht nur eine Reaktion der Parteispitze. Eine Person wird besonders attackiert

 19.03.2026