Einspruch

Muslimischer Judenhass muss endlich klar benannt werden

Anna Staroselski Foto: Gregor Zielke

Einspruch

Muslimischer Judenhass muss endlich klar benannt werden

Anna Staroselski will keine No-go-Areas für Juden – auch nicht in Neukölln

von Anna Staroselski  29.07.2021 08:19 Uhr

Neukölln – eine No-go-Area für Juden? Der Staat hat die Pflicht, seine Bürger zu schützen. Vorschläge der Sicherheitsbehörden, jüdische Identität zu verstecken oder No-go-Areas zu erklären, sind keine Sicherheitskonzepte, sondern eine Bankrotterklärung.

Wir wollen uns nicht verstecken, sondern selbstbewusst unsere jüdische Identität ausleben. In Neukölln, dem Zentrum der Multikulturalität, sind sämtliche Fahnen und Symbole willkommen, nur der Davidstern wird als Provokation gesehen. Während Antisemitismus von rechts immer deutlicher benannt wird, gestaltet sich das beim Judenhass von links oder aus Teilen der muslimischen Community schwieriger. Islamistischen Gruppen, die schamlos ihren Antisemitismus in die Öffentlichkeit tragen, muss ein Riegel vorgeschoben werden.

strafverfolgung Das Benennen ist ein erster Schritt, der konsequente Kampf gegen Antisemitismus muss folgen. Bei der Strafverfolgung muss klarer werden, wo Meinungsfreiheit endet und Strafrecht beginnt. Die Sorgen der Betroffenen müssen von den Sicherheitsbehörden ernst genommen werden. Die Polizei Berlin geht beispielhaft voran, sie hat einen Antisemitismusbeauftragten eingesetzt, die IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus angenommen und arbeitet eng mit RIAS zusammen.

Der Berliner Senat schaffte es bislang nicht, den jährlichen Al-Quds-Marsch, auf dem antisemitische Parolen skandiert werden und zu Gewalt gegen Israel und Juden aufgerufen wird, zu verbieten.

Und: Die Politik muss handeln. Der Vorstoß, Fahnen der Hamas und der PFLP zu verbieten, ist begrüßenswert. Noch wichtiger wäre es, deren Strukturen in den Blick zu nehmen. Die PFLP machte im Herbst 1977 mit der linksterroristischen RAF gemeinsame Sache und war für terroristische Attentate in Deutschland mitverantwortlich. Ein Betätigungsverbot auszusprechen, ist schon längst überfällig.

Der Berliner Senat schaffte es bislang nicht, den jährlichen Al-Quds-Marsch, auf dem antisemitische Parolen skandiert werden und zu Gewalt gegen Israel und Juden aufgerufen wird, zu verbieten. Mit großer Sicherheit werden vor den anstehenden Wahlen erneut Sonntagsreden zur Solidarität mit der jüdischen Community formuliert. Worte reichen nicht mehr, es wird Zeit, zu handeln!

Die Autorin ist Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD).

Internationaler Strafgerichtshof

Chefankläger abgesetzt: Khans Schiffbruch

Der Chef der Anklagebehörde am Internationalen Strafgerichtshof ist von den Vertragstaaten abgesetzt worden. Gegen ihn stehen schwere Vorwürfe im Raum. Der Rufschaden für das Haager Gericht ist groß

von Michael Thaidigsmann  26.07.2026

Berlin

Ein Toter und 14 Verletzte: Auto fährt auf CSD-Kundgebung in Menschenmenge

Hunderttausende feiern stundenlang friedlich beim CSD in Berlin. Am Abend ist es damit abrupt vorbei. Laut Polizei ist ein Auto in die Menge gefahren. Es gibt mindestens einen Toten.

 26.07.2026

Bayern

»Es ist Zeit, den Hass zu beenden«

Eine Mahnwache der Deutsch-Israelischen Gesellschaft zeigte Solidarität mit dem Opfer des israelfeindlichen Verbrechens in der Region Würzburg

von Stefan W. Römmelt  25.07.2026

Meinung

Wo ist der Geist von Sarajevo?

Auch in Deutschland rufen Vertreter der bosnischen Diaspora zunehmend nach harten Sanktionen gegen Israel und scheuen den Dialog mit den jüdischen Gemeinden hier. Das war schon einmal anders

von Marc Simon  24.07.2026

NRW

Davidstern von Pride Parade verbannt

Der 28-jährige Student Sören Habet sagt, weder die Polizei noch die Veranstalter hätten ihn mit einer Davidstern-Regenbogen-Fahne teilnehmen lassen

 24.07.2026

Umfrage

AfD liegt in Berlin erstmals vorn

Nur acht Wochen vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus wird erneut ein Stimmungswechsel registriert

von Imanuel Marcus  24.07.2026

Washington D.C.

USA knüpfen Atomabkommen mit Saudi-Arabien an Annäherung an Israel

So reagiert Präsident Donald Trump auf Kritik, Washington habe mit dem Vertrag Druckmittel gegenüber Riad aufgegeben

 24.07.2026

Neue Angriffe

Trump kündigt »militärische Bestrafung« Teherans an

Nach Medienberichten bereiten die USA zugleich eine Ausweitung ihrer Militärpräsenz in der Region vor

 24.07.2026

Diplomatie

Nauru eröffnet Botschaft in Jerusalem

Damit ist der Inselstaat das zehnte Land, das seine diplomatische Vertretung in Israels Hauptstadt ansiedelt. Auch Kolumbien will eine Botschaft in Jerusalem eröffnen

 24.07.2026