Berlin

Mitarbeiter und Gäste des Kulturschiffs MS Goldberg antisemitisch beschimpft

Das Kulturschiff MS Goldberg Foto: picture alliance/dpa

Ein Antisemit hat in Berlin Mitarbeiter und Gäste der MS Goldberg beschimpft. Im Juli lag das jüdische Kulturschiff am Wannsee. Drei Wochen lang war es am Schiffanleger am Bahnhof Wannsee festgezurrt. An Bord wurden Filme und Konzerte geboten. Andrej Hermlin und The Swingin’ Hermlins spielten dort, das Shiny Stocking Trio und andere Formationen. Am 23. Juli stand der Film A Serious Man der Coen-Brüder auf dem Programm.

Noch bevor der Projektor eingeschaltet wurde, fuhr ein Mann nach Angaben der Besatzung mehrfach mit seinem Motorboot an dem Schiff vorbei und ließ Schimpftiraden los: »Ich hoffe, ihr seid dieses Jahr zum letzten Mal hier«, soll er gerufen haben. »Fahrt zum Gazastreifen und guckt Euch Eure Morderei dort an. Ihr seid hier unbeliebt, alle.« Dem Kapitän gelang es, einen Teil der antisemitischen Beschimpfungen aufzunehmen und das Nummernschild des Bootes zu notieren.

Lesen Sie auch

Wie eine Mitarbeiterin erklärte, ging am selben Abend eine E-Mail beim Theaterschiff ein. Darin hieß es: »Fahrt mal zum Strand am Gaza-Streifen… da könnt ihr Theater für die verhungerten Kinder machen…. schlage als Schauspieler Netanjahu vor, er spielt den Adolf.«

Am Dienstag verließ die MS Goldberg den Wannsee in Richtung Spandau. Die selbe Person schickte dem Team des Kulturschiffs daraufhin eine Nachricht über Facebook. Der Inhalt: »Gut das der Wannsee wieder sauber ist«. Die Crew meldete die Vorfälle an Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS).

Zunächst war unklar, ob es ein juristisches Nachspiel gibt. Fotos, ein Facebook-Konto und eine E-Mail-Adresse des Täters lagen vor. Am Dienstag wurde bekannt, dass die Polizei wegen Volksverhetzung ermittelt. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz habe den Fall überkommen, wie ein Polizeisprecher mitteilte. im

Berlin

Remmo: Koçak hat bei mir im Büro gesessen

Wie eng war der Kontakt des Linken-Bundestagsabgeordneten Koçak zur Großfamilie Remmo? Nach der Berliner Wahl kamen Chatnachrichten ans Licht, die er als Fehler bezeichnete. Gab es auch ein Treffen?

 16.10.2026

Berliner Sondierungen

Özdemir: Berliner Linke hat sich »radikalisiert«

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir schaut mit Sorge auf die politischen Geschehnisse in der Bundeshauptstadt. Seiner Ansicht nach hat sich die Berliner Linke radikalisiert

 16.10.2026

Kommentar

Deutsche Iran-Politik: Urkomische Dinge und pure Realitätsverweigerung

Der neue Botschafter der Bundesrepublik in Teheran, Axel Dittmann, produziert mit seinen Instagram-Videos unfreiwillig Realsatire

von Saba Farzan  16.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

Rede des Bundesratspräsidenten

Bovenschulte zu AfD-Verbot: »Prüfen heißt nicht verbieten«

Seine letzte Rede als Bundesratspräsident nutzt Andreas Bovenschulte für einen Appell. Es geht darum, wie weit die Demokratie im Umgang mit der AfD gehen sollte – und warum kein Fehler passieren darf

 16.10.2026

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026

Steffen Alisch

Meinung

Die Berliner Linke und ihr DDR-Vorleben

Linker Antisemitismus, Israelfeindschaft und Genozid-Vorwurf – all das gab es bereits in der DDR unter dem Regime der Linkspartei-Vorläuferin SED

von Steffen Alisch  16.10.2026

Staatsanwaltschaft

Der Bundestag hebt die Immunität von SPD-Abgeordnetem Adis Ahmetovic auf

Ermittler durchsuchen sein Büro und Wohnungen wegen des Verdachts verbotener Absprachen

von Leonard Fischer  16.10.2026

Annäherung

Warum die FPÖ auf ein Gütesiegel aus Israel hofft - Österreichs Rechte knüpfen Verbindungen zum Likud

Noch stehen in Österreich keine Wahlen an. Dennoch will die rechte FPÖ ihr aktuelles Umfrage-Hoch mit einer Strategie untermauern, die verwundert: Die einstige Altnazi-Partei sucht Unterstützung aus Israel

von Markus Schönherr  16.10.2026