NPD

»Meinungen indizieren wir nicht«

Frau Monssen-Engberding, Ihre Bundesprüfstelle hat entschieden, dass die sogenannte Schulhof-CD der NPD nicht jugendgefährdend ist. Warum?
Für uns gilt eine Tendenzschutzklausel im Jugendschutzgesetz, wonach wir nicht allein politischer Inhalte wegen indizieren dürfen. Wir müssen abwägen zwischen Meinungsfreiheit und Jugendschutz. Das Bundesverfassungsgericht hat die NPD nicht verboten. Inhalte im Rahmen der parteipolitischen Ziele werden von uns also nicht indiziert, das fällt unter freie Meinungsäußerung.

Um welche Meinungen geht es?
Ein Beispiel, es heißt dort: »Über Heimat, Kultur, Volk oder Abstammung zu reden, ist heute mit Tabus, Verboten und Vorurteilen belegt. Doch haben wir Deutsche nicht das gleiche Recht auf unsere eigene Lebensart und unseren eigenen Lebensraum?« Solche Sätze sind von der Meinungsfreiheit gedeckt. Das Äußern von Meinungen indizieren wir nicht.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen wollte ein Verbot, weil auf der CD Fremdenfeindlichkeit verbreitet wird. Reicht das nicht?
Die Bundesprüfstelle hat nicht darüber zu befinden, ob ein Indizierungsantrag oder, wie in diesem Fall, eine Indizierungsanregung überzeugend formuliert ist, sondern ob der Inhalt eines Mediums indiziert werden kann.

Vergangenen November wurde eine CD der Rockgruppe Rammstein indiziert. Ist das kein Widerspruch?
Nein, das kann man nicht miteinander vergleichen. Rammstein wirkt auf Jugendliche verrohend, ein klarer Fall für den Jugendschutz.

Ist es aber nicht auch Kunst?
Das berücksichtigen wir ja. Unsere Entscheidungen sind immer ein Abwägen zwischen Jugendschutz auf der einen Seite und Kunst- oder Meinungsfreiheit auf der anderen Seite.

Könnte man Ihre Entscheidungen auch als Zensur bezeichnen?
Nein, wir schützen Jugendliche und Heranwachsende. Zensur ist, wenn der Staat vorab gezielt und planmäßig eine Veröffentlichung verhindert.

Mit der Leiterin der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien sprach Martin Krauß.

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Endlich nimmt ein Verwaltungsgericht die Einschüchterung jüdischer Studierender ernst

Ein Kommentar

von Annabelle Ganapol  02.11.2026

Baustelle der Jüdischen Akademie an einer Straße in Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet

 02.11.2026

Robert F. Kennedy Jr. spricht an einem Rednerpult vor einer Wand mit dem Schriftzug MAHA

USA

Kennedy verteidigt Rede über Araber und lobt Juden

Der US-Gesundheitsminister weist Rassismusvorwürfe zurück und fragt, warum die Welt Juden hasse und Islamisten umarme

 01.11.2026

Mehrere Männer bei einer Pressekonferenz der Polizei in Frankfurt, einer spricht in ein Mikrofon

Nach Eskalation

Einsatzleiter: Neue Gewalt-Dimension nach Demo in Frankfurt

Der Einsatzleiter der Polizei berichtet von einer »neuen Dimension der Gewalt«: Aus dem Pro-Palästina-Spektrum heraus sei es zu »immer massiveren Störungen und Angriffen auf Polizeikräfte« gekommen

 01.11.2026

Berlin

SPD-Prominente warnen vor Koalition mit der Berliner Linken

In einem offenen Brief sprechen sich Karl Lauterbach, Sigmar Gabriel, Franziska Giffey und Hunderte weitere Sozialdemokraten gegen Rot-Grün-Rot aus – vor allem wegen des Umgangs der Linken mit Antisemitismus

 01.11.2026

Mohsen Rezaei wirft bei einer Wahl im Iran seinen Stimmzettel in eine Urne

Iran-Krieg

Iran knüpft Gespräche mit den USA an sieben Bedingungen

Teheran stellt weiter Maximalforderungen für eine diplomatische Lösung des Konflikts mit den USA. Im erneuten Kriegsfall droht Teheran mit dem Einsatz neuartiger Waffen

 01.11.2026

Annegret Kramp-Karrenbauer spricht bei der Kiel Security Conference

Antisemitismus in Deutschland

Kramp-Karrenbauer warnt vor Bündnissen mit Linken oder AfD

In Berlin hat die Linke die Wahl gewonnen, in Sachsen-Anhalt die AfD. Die frühere CDU-Chefin meint, das Leben vieler Menschen würde sich massiv verändern, wenn diese die Regierung übernähmen

 01.11.2026

Elif Eralp reißt beim Landesparteitag der Linken in Berlin einen Blumenstrauß in die Höhe

Regierungsbildung in Berlin

Koalitionsgespräche von Rot-Grün-Rot in Berlin vor dem Start

Trotz bundesweiter Kontroversen hat die Berliner Linke Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen zugestimmt. Nach dem Wochenende geht es los

 01.11.2026