Studie

Mehr rechtsextreme Gewalttaten 2013

NPD-Demonstration in Berlin-Hellersdorf Foto: dpa

Die Zahl rechtsextrem motivierter Gewalttaten ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie aus dem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2013 hervorgeht, wurden rund 20 Prozent mehr fremdenfeindliche Gewalttaten als 2012 verübt. Insgesamt waren es 473 Taten.

Nach Einschätzung der Verfassungsschützer ist inzwischen jeder zweite Rechtsextremist gewaltbereit. Auch im Bereich Islamismus und Linksextremismus gibt der aktuelle Bericht keine Entwarnung. Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen bezeichnete den Islamismus sogar als momentan größte Bedrohung.

So verzeichnet der Bericht für das vergangene Jahr einen sprunghaften Anstieg der Anhängerzahl in der islamistischen Szene. Das Personenpotenzial wird auf rund 43.000 geschätzt. Der Anstieg um rund 600 Personen wird allein der salafistischen Szene zugeschrieben. Schwerpunkt der Aktivitäten ist Maaßen zufolge der Raum Köln/Bonn.

Radikalisierung Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) warnte erneut vor der Gefahr der sogenannten »Foreign Fighters«, die aus Europa nach Syrien reisen, um im Bürgerkrieg mitzukämpfen. Ihre Zahl geben die Behörden mit 2000 an, mehr als 300 davon reisten von Deutschland nach Syrien. De Maizière äußerte sich besorgt über die »rasche Radikalisierung«, die oftmals nur wenige Monate dauere. Er sprach sich für Vereinsverbote aus, um islamistischen Bestrebungen zu begegnen. Über Wiedereinreiseverbote äußerte er sich skeptisch, zumal nach seinen Worten unter den Kämpfern auch deutsche Staatsangehörige sind.

Maaßen warnte eindringlich vor einer Gefahr durch Rückkehrer solcher Kampfeinsätze. »Deutschland ist nicht weit entfernt vom Terrorismus« und sei weiter Ziel von Anschlägen, sagte er. Konkrete Anschlagsversuche solcher Syrien-Kämpfer belegten dies.

Im Bereich Rechtsextremismus gibt der Verfassungsschutzbericht erneut einen Rückgang der Anhänger an. 2013 sympathisierten danach rund 21.700 Menschen mit den verfassungsfeindlichen Positionen von Neonazis. Allerdings ist die Zahl der als gewaltbereit eingeschätzten Neonazis mit etwa 9600 Personen stabil geblieben.

Innenminister de Maizière verurteilte vor allem Aktionen von Rechtextremen vor vorhandenen oder geplanten Flüchtlingsunterkünften, bei denen die Szene versuche, Ängste zu schüren und zu radikalisieren. Solche Aktionen seien »Kristallisationspunkte für Rechtsextreme«, sagte de Maizière.

Übergriffe Von Rechtsradikalen organisierte Proteste gegen Flüchtlingsunterkünfte gab es im vergangenen Jahr unter anderem in Berlin-Hellersdorf und im sächsischen Schneeberg. Die Polizei registrierte an Asylbewerberheimen auch vereinzelt Anschläge oder Übergriffe auf Flüchtlinge. Diese Entwicklung setzt sich 2014 fort: Allein im ersten Quartal dieses Jahres hat die Bundesregierung Kenntnis von 34 Überfällen und Anschlägen auf Flüchtlingswohnheime. Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Fraktion der Linken hervor.

Im Bereich Linksextremismus macht dem Verfassungsschützern weiter die Gewalt gegen Polizisten besondere Sorge. Auch hier ist zwar das Personenpotenzial rückläufig. Die Gewalttaten sind allerdings um knapp 27 Prozent auf 1100 gestiegen.
Übergriffe auf Polizisten sind dabei um rund 34, auf Rechtsextreme um knapp 40 Prozent angestiegen.

De Maizière betonte, der Gesellschaft müsse klar sein, dass sie Gewalt gegen Polizisten, die ihren Kopf für die Sicherheit der Bürger hinhielten, nicht akzeptieren dürfe: »Wir sollten auf keinem Auge blind sein.« epd

Waffenruhe

Trump: Iran hat keine andere Wahl, als weiterzuverhandeln

Seit Tagen steht im Iran-Krieg eine Frage im Fokus: Kommt es zu neuen Verhandlungen in Pakistan? Trump gibt sich optimistisch – auch was eine mögliche Einigung angeht

 21.04.2026

Hessen

Bundesrats-Vorstoß: Leugnung des Existenzrechts Israels bestrafen

Hessen will das Leugnen des Existenzrechts Israels bundesweit unter Strafe stellen. Ein entsprechender Entwurf ist bereits vorbereitet. Er soll im Mai in der Länderkammer in Berlin eingebracht werden

von Christof Bock  21.04.2026

Luxemburg

Deutschland fordert Iran zu Verhandlungen mit USA auf

Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe ist unklar, ob es zu einer neuen Verhandlungsrunde kommt. Der deutsche Außenminister richtet nun einen Appell an Teheran

 21.04.2026

Rom

Entschädigungsstreit: Italien stärkt ausländische NS-Opfer

Es waren grausame Taten an jenem Juni-Tag 1944, als im griechischen Dorf Distomo SS-Einheiten Zivilisten töteten. Um Entschädigungen wird noch gestritten. Nun hat Italiens höchstes Gericht geurteilt

 21.04.2026

Berlin

Kulturstaatssekretär Friederici muss gehen

Die Vergabe von Fördergeld gegen Antisemitismus sorgt schon länger für Wirbel. Nun hat der Vorgang personelle Konsequenzen

 21.04.2026

München

CSU-Fraktion und jüdische Studenten fordern entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek sagt, Judenhass müsse unabhängig davon bekämpft werden, ob er von rechts, von links oder islamistisch motiviert sei: »Lippenbekenntnisse reichen nicht.«

 21.04.2026

Teheran

Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Protesten

Nach Spionagevorwürfen hatte die iranische Justiz am Montag zwei Männer exekutieren lassen. Nun wird ein weiteres Urteil vollstreckt

 21.04.2026

Berlin

Michael Roth von Podiumsdiskussion an Hertie School ausgeladen

Der SPD-Politiker und Autor sagt, Protest und Widerspruch seien legitim. Problematisch werde es, wenn bereits die Androhung von Störungen ausreiche, um Redner wieder auszuladen

 21.04.2026

Washington D.C.

Trump: Israel hat die USA nicht zum Iran-Krieg gedrängt

Seine Haltung, dass Teheran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe, habe zu seiner Entscheidung geführt, militärisch tätig zu werden, sagt der US-Präsident

 21.04.2026