Hamburg

Mehr als 350 Intellektuelle unterzeichnen Biermann-Appell zur Ukraine

Der Liedermacher und Dichter Wolf Biermann Foto: imago images/snapshot

Hamburg

Mehr als 350 Intellektuelle unterzeichnen Biermann-Appell zur Ukraine

»Wir fordern den sofortigen Abzug der russischen Truppen«, heißt es darin

 06.02.2022 21:38 Uhr

Mehr als 350 teils namhafte Autoren und Künstler haben einen Appell unterzeichnet gegen die militärische Bedrohung der Ukraine durch Russland. »Wir appellieren an die politischen Verantwortlichen, Putins Aggression entschieden entgegenzutreten«, heißt es in dem Aufruf, den das Künstler-Ehepaar Wolf und Pamela Biermann mit dem Schauspieler Burgardt Klaußner und dem Kulturmanager und Literatur-Festival-Initiator Ulrich Schreiber initiierte und nun
veröffentlichte.

Die Unterzeichnenden unterstützen den Dialog mit Russland. »Wir fordern aber den sofortigen und bedingungslosen Abzug der russischen Truppen von den Grenzen der Ukraine«, heißt es in dem Text.

Es könne nicht schweigend hingenommen werden, dass über 80 Jahre nach dem Münchner Abkommen in Europa wieder mit einem Einmarsch in fremdes, souveränes Territorium gedroht werde. Russlands Präsident Wladimir Putin greife die nach 1989 in Osteuropa in vielen Staaten gewonnene demokratische Freiheit zentral an. Er konstruiere eine angebliche Bedrohung durch die Nato, aber das Gegenteil sei der Fall: »Die Umzingelung der Ukraine mit russischen Truppen ist ein Angriff auf den Frieden in ganz Europa.«

Zu den Unterzeichnenden gehören die Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, der Schriftsteller Ian McEwan, der chinesische Künstler Ai Weiwei, Regisseur Oskar Roehler, der in der Schweiz lebende russische Schriftsteller Mikhail Shishkin, der niederländische Journalist Geert Mak, der Regisseur und Filmproduzent Nico Hoffmann, der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), der polnische Essayist und Journalist Adam Michnik, die Schauspielerin Caroline Peters und die Autorin Antje Rávik Strubel. epd

Extremismus

AfD: Björn Höcke zitiert Nazi-Parole

Der AfD-Politiker Höcke ist wegen einer verbotenen Nazi-Parole bereits verurteilt worden. Jetzt prüft die Polizei einen neuen Vorfall. Doch Abgeordnete stehen unter besonderem Schutz

 06.02.2026

München

Jüdische Gemeinde erhält Drohbrief mit Patrone

Der Staatsschutz der bayerischen Polizei ermittelt

von Imanuel Marcus  06.02.2026

Berlin/Gießen

Nach Rede im Hitler-Stil: AfD will Mitglied rauswerfen

Mit seiner Rede, die an Adolf Hitler erinnerte, sorgte Alexander Eichwald beim AfD-Jugendkongress für Aufregung. Jetzt droht ihm der Parteiausschluss

 06.02.2026

Berlin

Julia Klöckner reist nach Israel

Die Bundestagspräsidentin will sich mit Regierungs- und Oppositionsvertretern austauschen, nach Yad Vashem und zum Nova-Festival-Memorial fahren

 06.02.2026

Kommentar

Strafanzeige als PR-Gag?

Laut und verwegen ist der Genozid-Vorwurf einer Schweizer Gruppierung gegen den Schweizer Bundesrat Ignazio Cassis. Mit einer Rechtsdebatte hat es aber nichts zu tun

von Nicole Dreyfus  06.02.2026

Bundesrat Ignazio Cassis muss sich in Den Haag verantworten.

Den Haag

Schweizer Bundesrat wegen Völkermord angezeigt

Eine Gruppe Schweizer Anwälte wirft Außenminister Ignazio Cassis Beihilfe zu Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord vor

von Nicole Dreyfus  06.02.2026

New York

Epstein-Dokumente befeuern antisemitische Verschwörungsmythen in sozialen Medien

Einer JTA-Recherche zufolge nutzen Rechtsextreme, aber auch Akteure aus anderen politischen Lagern, einzelne Passagen, um altbekannte Narrative über angebliche jüdische Machtstrukturen neu zu befeuern

 06.02.2026

Frankfurt am Main

Nach Antisemitismusvorwurf gegen RTL: Experte fordert Schulungen in Medien

Der Experte Samuel Stern fordert mehr Schulungen und Workshops gegen Antisemitismus in Medienhäusern und Fernsehsendern

 06.02.2026

London

Keir Starmer entschuldigt sich bei Epstein-Opfern

Der Premierminister: »Es tut mir leid, was Ihnen angetan wurde.«

 06.02.2026