UNRWA-Schulen

Kommission soll Lehrinhalte prüfen

Schulklasse in Gaza (November 2020) Foto: imago images/ZUMA Wire

Eine Expertenkommission soll künftig »problematische« Lehrinhalte an Schulen für palästinensische Kinder verhindern. Das kündigte der Chef des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Philippe Lazzarini, gegenüber der Zeitung »Die Welt« (Online Freitag) an. »Wir müssen eine Grenze ziehen, und das ist die Glorifizierung von Terrorismus und Tolerierung von Rassismus«, erklärte er. Er wolle eine Expertengruppe einsetzen, die UNRWA in Fragen der Lehrpläne berate.

UNRWA betreibt Schulen für mehr als eine halbe Million palästinensischer Kinder und Jugendliche. In der Vergangenheit waren wiederholt Inhalte in Lehrmaterialien an UNRWA-Schulen entdeckt worden, die das Existenzrecht des Staates Israel infrage stellten oder anderweitig hetzerische oder antisemitische Haltungen transportierten. Lazzarini betonte, die Materialien würden nicht durch das UN-Hilfswerk erstellt, sondern von den palästinensischen Behörden oder jenen der Gastländer im Nahen Osten. Er betonte dennoch: »Die Sache mit den Schulbüchern ist ein großes Problem. Auch für uns als Organisation.«

Mitarbeiter Seine Mitarbeiter gingen regelmäßig alle Bücher durch, um sie auf ihre Vereinbarkeit mit den Standards der Vereinten Nationen zu überprüfen. Wo sich problematische Stellen finden, sei klare Anweisung erteilt worden, wie im Unterricht damit umzugehen sei. Einschränkend fügte Lazzarini jedoch hinzu: »Es gibt ein palästinensisches Narrativ, das den Palästinensern gehört. Und es gibt ein israelisches Narrativ. In einem lange ungelösten Konflikt können solche Narrative unmöglich immer in Einklang gebracht werden.«

Die Kontroverse um hetzerische und antisemitische Inhalte in palästinensischen Schulbüchern hatte zuletzt dazu geführt, dass einige EU-Länder die Zahlungen an die Palästinensische Autonomiebehörde teilweise stoppten oder einfroren. Die Europäische Kommission hat in diesem Jahr ihre Direkthilfe von rund 150 Millionen Euro noch nicht an die PA überwiesen. kna/ja

Berlin

Demonstranten entfernen Flagge der iranischen Botschaft

Seit Ende Dezember gibt es anhaltende Proteste im Iran. Menschenrechtsorganisationen berichten von Tausenden Toten. In Berlin drangen Personen auf das Gebiet der Botschaft ein

 14.01.2026

Berlin

Grüne Woche: Welche Rolle spielte die Messe im Nationalsozialismus?

Die Landwirtschaftsmesse hat sich in den 100 Jahren ihres Bestehens verändert. Wie sie zu ihrem Namen kam und welche Rolle sie in Nazi-Deutschland spielte

von Matthias Arnold  14.01.2026

USA

New York plant Protestverbote vor Synagogen

Gouverneurin Kathy Hochul will einen Schutzbereich von rund 7,5 Metern um religiöse Einrichtungen

 14.01.2026

Washington D.C.

USA setzen drei Ableger der Muslimbruderschaft auf Terrorliste

In einer Mitteilung des US-Finanzministeriums hieß es, die Gruppen würden sich als zivilgesellschaftliche Organisationen ausgeben, unterstützen aber hinter den Kulissen offen Terrorgruppen wie die Hamas

 14.01.2026

Teheran

Proteste im Iran: Ärzte berichten von gezielten Schüssen auf Augen

Derweil droht Donald Trump dem Teheraner Regime mit »sehr harten Maßnahmen«

 14.01.2026

Brand

Feuer vor Synagoge in Gießen - Verdächtiger festgenommen

Vor dem Gotteshaus brennen am Abend Mülltonnen. Streifenwagen fahren zum Brandort - und nehmen dort einen Tatverdächtigen fest

 14.01.2026

Meinung

Für die Freiheit

Seit Wochen protestieren Tausende Menschen in ganz Iran gegen das Regime. Deutschland und Europa müssen nun endlich reagieren: Und zwar mit maximaler Härte

von Shahrzad Eden Osterer  13.01.2026

Teheran

Bilder von Leichensäcken im Iran sorgen für Entsetzen

Vor dem Hintergrund der Proteste hat die Führung im Iran eine Internetsperre über das Land gelegt. Trotzdem dringen Videos, Bilder und Berichte nach außen, die Schlimmes vermuten lassen

 13.01.2026

Proteste

»Hilfe kommt«: Trump ruft Iraner zum Umsturz auf

Der US-Präsident ruft die Demonstranten dazu auf, das Mullah-Regime zu stürzen

 13.01.2026