Deutschland

Klein: Antisemitismus-Resolution ein »sehr wichtiges Signal«

Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus Foto: picture alliance/dpa

Deutschland

Klein: Antisemitismus-Resolution ein »sehr wichtiges Signal«

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung ruft zum gemeinsamen Kampf gegen Judenhass auf

 05.11.2024 17:46 Uhr

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die geplante Bundestags-Resolution gegen Antisemitismus begrüßt. Klein erklärte am Dienstag in Berlin, angesichts des horrenden Anstiegs antisemitischer Straftaten in Deutschland sei der von einem breiten politischen Spektrum getragene Entwurf »ein sehr wichtiges Signal«. Das Papier sei eine deutliche Botschaft an Jüdinnen und Juden, die durch den Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 auch in Deutschland aus ihrem gewohnten Leben gerissen worden seien, dass sie nicht allein gelassen würden.

SPD, Grüne und FDP sowie die Union als größte Oppositionsfraktion stellen an diesem Donnerstag im Bundestag einen gemeinsamen Antrag zur Abstimmung. In der Erklärung mit dem Titel »Nie wieder ist jetzt:

Jüdisches Leben in Deutschland schützen, bewahren und stärken« fordern sie unter anderem, Antisemitismus an Schulen und Universitäten sowie im Kulturbetrieb entschieden entgegenzutreten.

Klein wandte sich auch an Kritikerinnen und Kritiker, die in der Resolution unter anderem eine zu weitgehende Unterstützung der derzeitigen israelischen Regierung sehen. Auch mögliche Kritiker des Entschließungsantrags »werden mit mir darin übereinstimmen, dass wir diesen Hass und diese Hetze gegen Jüdinnen und Juden in unserem Land bekämpfen müssen«, erklärte Klein. Dies schließe selbstverständlich ein, dass politisch begründete Kritik am Handeln der israelischen Regierung möglich sei und bleibe. Klein rief dazu auf, sich gemeinsam auf das Anliegen zu konzentrieren, der jüdischen Gemeinschaft ein Leben in Würde und Sicherheit zu ermöglichen.

Die Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens begrüßte die geplante Resolution ebenfalls und erklärte, sie schaffe Klarheit über die unterschiedlichen Formen der Judenfeindlichkeit und die verschiedenen Tätermilieus. Dies sei die Grundlage, um Antisemitismus in allen Bereichen zu bekämpfen. epd

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt heute über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  27.10.2026 Aktualisiert