Meinung

Keine Arbeit – Gott sei dank

Freier Tag! Feiertag! Foto: L. Lemon

Es sei »schwer zu sein a Jid«, hat der bekannte osteuropäische Dichter Schalom Alejchem einmal festgestellt. Da hat er wirklich recht. Meistens zumindest, aber zum Glück nicht immer. Denn während sich die nichtjüdischen Bundesbürger über den ein oder anderen Brückentag freuen, den sie meist auch einem Juden zu verdanken haben (siehe Himmelfahrt), so nehmen die jüdischen Landsleute nicht nur diese mit, sondern sie können sich in dieser Woche gleich über zwei weitere dienstfreie Tage freuen – dank Schawuot. Chag sameach!

Urlaub Klar: Stundenlang in der Synagoge, dann auch noch eine ganze Nacht durch lernen – das ist auch nicht gerade einfach. Dennoch: Mit dem gesetzlichen Feiertag am Montag – wir verdanken der nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft das Pfingstfest – reicht es völlig, zweieinhalb Urlaubstage zu nehmen, um fast zwei Wochen Urlaub genießen zu können! Ganze Gemeindeverwaltungen machen das vor, unsere Redaktion übrigens nicht.

Aber was soll’s. Schon der April war für jüdische Arbeitnehmer nicht schlecht: erster und zweiter Tag Pessach, Karfreitag, Ostermontag, siebter und achter Tag Pessach – alles frei. Und im Herbst werden Rosch Haschana und der Tag der deutschen Wiedervereinigung eine, nun ja: Einheit eingehen. Und dann kommt noch Sukkot – wieder Feiertage, mitten in der Woche. Manchmal ist es eben gar nicht so übel »zu sein a Jid«. Arbeitgeber sehen das vielleicht nicht so. Allen anderen: Gute Erholung!

Kommentar

Der alte Hass trägt heute Palästinaflaggen

Wie der kulturelle Boykott Israels die Ausgrenzung von Juden normalisiert

von Sarah Maria Sander  07.06.2026

Meinung

Libanon: Zwischen Anschein und Wirklichkeit

Wer den aktuellen Konflikt verstehen will, darf den Zedernstaat nicht als tragisches Opfer Israels lesen

von Jacques Abramowicz  07.06.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor islamistischer Einflussnahme auf deutsche Institutionen

Laut BfV-Chef Sinan Selen geht es nicht um kurzfristige Aktionen, sondern langfristig angelegte Strategien, die auf eine Veränderung politischer Entscheidungsprozesse abzielen

 07.06.2026

Justiz

Richterbund warnt vor Einfluss der AfD auf Justiz

Das Risiko gezielter politischer Eingriffe in die Richterauswahl und in die Strafverfolgung müsse minimiert werden

von Lukas Philippi  07.06.2026

»documenta«

Kulturrat: Antisemitismus letztlich nicht zu verhindern

Olaf Zimmermann will mit einem »Code of Conduct« Antisemitismus, Rassismus »und jedweder anderen Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktiventgegentreten«

von Susanne Rochholz  07.06.2026 Aktualisiert

NSDAP-Mitgliederkartei

Ein Land durchsucht den Datenschatz

Die Recherche nach der Nazivergangenheit der eigenen Vorfahren scheint neuerdings so einfach wie eine Google-Suche. Auch in manch jüdischer Familie wächst das Interesse. Doch tragen die Erkenntnisse wirklich zur Aufklärung bei?

von Mascha Malburg, Michael Thaidigsmann  07.06.2026

Teheran

Irans neuer Oberster Führer erklärt USA zum Verlierer des Krieges

Der Oberste Führer wirft den Gegnern seines Landes vor, nach dem militärischen Konflikt nun auf psychologische Mittel zu setzen

 05.06.2026

Hamburg

Ex-Antisemitismusbeauftragter berät CDU

Stefan Hensel hatte sein Amt aus Protest gegen die Arbeit des rot-grünen Senats niedergelegt. Jetzt berät er die Opposition bei der Ausarbeitung eines Aktionsplans gegen Antisemitismus

 05.06.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter legt Bericht vor

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner hat eine erste offizielle Bilanz seiner Arbeit angekündigt

 05.06.2026