EU

Jüdische Verbände trauern um Präsidenten des Europaparlaments

David Sassoli im Januar 2020 mit der Holocaustüberlebenden Anita Lasker-Wallfisch Foto: Michael Thaidigsmann

Der Tod des Präsidenten des Europaparlaments, David Sassoli, im Alter von nur 65 Jahren hat auch bei jüdischen Verbänden große Bestürzung ausgelöst. »Europa trauert heute um einen wahren Demokraten, einen Gentleman und einen leidenschaftlichen Verfechter von Frieden und Integration«, erklärte der Präsident der Konferenz der europäischen Rabbiner (CER), Moskaus Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt.

LEUCHTFEUER Sassoli, der am Dienstagmorgen in einem Krankenhaus in seiner Heimat Italien verstorben war, habe während seiner Präsidentschaft »seine unerschütterliche Unterstützung für das jüdische Leben« zum Ausdruck gebracht, so Goldschmidt. Er sei »ein Leuchtfeuer in sehr schwierigen Zeiten« gewesen. »Unsere Gedanken und Gebete sind bei der Familie und den Kollegen unseres lieben Freundes. Möge sein Andenken zum Segen werden.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Europäische Union jüdischer Studierender (EUJS) nannte Sassoli in einem Tweet »einen großen Europäer und stolzen Antifaschisten«. Ebenfalls auf Twitter sprach das Transatlantic Institute des American Jewish Committee von Sassoli als einer »Säule der europäischen Demokratie« und einem »treuen Verbündeten im Kampf gegen Antisemitismus.«

Ein Sprecher des Parlamentspräsidenten, dessen Amtszeit im Januar ausgelaufen wäre, gab am frühen Morgen den plötzlichen Tod des Sozialdemokraten und früheren Journalisten bekannt. Sassoli war im Juli 2019 zum neuen Vorsteher des direkt gewählten EU-Parlaments gewählt worden. Immer widmete er sich in seinen Reden auch dem Kampf gegen den Judenhass.

SCHOA-GEDENKEN Sassoli machte sich zudem für die Aufwertung des jährlichen Gedenkens an die Schoa stark. 2020 gab es neben dem Gedenkakt im Plenum, bei dem die italienische Senatorin und Überlebende Liliana Segre sprach, eine weitere Veranstaltung, zu der Sassoli die Schoa-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch sowie Johnny Weiss einlud.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

In seiner am 23. Dezember veröffentlichten Videobotschaft zu Weihnachten und dem neuen weltlichen Jahr hatte Sassoli gesagt: »Wir können die Hoffnung sein, wenn wir die Bedürftigen nicht ignorieren. Wenn wir keine Mauern an unseren Grenzen errichten. Wenn wir alle Formen von Ungerechtigkeit bekämpfen.« Drei Tage später war er wegen einer akuten Immunschwächeerkrankung in eine Klinik eingeliefert worden, an der er nun verstarb. mth

Berlin

Bundesrat will Hakenkreuz-Schmierereien an Schulen bestrafen

Die Nutzung von verfassungsfeindlichen Kennzeichen durch Schüler soll strafbar werden. Der israelische Botschafter begrüßt den Schritt

 06.03.2026

Washington D.C.

Bodentruppen im Iran? Trump spricht von »Zeitverschwendung«

Grundsätzlich ausschließen wollte die US-Regierung den Einsatz von Bodentruppen im Iran bislang nicht. Jetzt reagiert Präsident Trump auf Äußerungen des iranischen Außenministers zu dem Thema

 06.03.2026

Gedenkstätte

Buchenwald-Verbände lehnen »Kufiyas«-Kampagne ab

Die Initiatoren der Kampagne würden zudem die historische Dimension der NS-Verbrechen verkennen

 06.03.2026

Washington D.C.

Schätzung: US-Angriff auf Iran kostet jetzt schon Milliarden

Seit Samstag greifen die USA - zusammen mit Israel - den Iran aus der Luft an. Neben vielen anderen Fragezeichen hinter der Militäraktion ist auch unklar, wie viel das eigentlich kostet

 06.03.2026

Forschungsprojekt

Hochschule für Jüdische Studien will Schüler handlungsfähig machen

Antisemitischer Hass ist im Netz allgegenwärtig. Ein neues Projekt erforscht jetzt linken Judenhass - und befähigt Schüler, der Hetze entgegenzutreten. Entscheidend dabei: Medienkompetenz und historisches Wissen

von Volker Hasenauer  06.03.2026

Düsseldorf

AfD-Jugend NRW ist rechtsextremistischer Verdachtsfall

Neuer Name, aber nach Einschätzung der Behörden alte Strukturen: Der NRW-Verfassungsschutz hat die AfD-Jugend erneut im Visier

 06.03.2026

Teheran

Internet im Iran weiterhin gesperrt

Irans Sicherheitsapparat hat die Bevölkerung wegen des Kriegs vom Internet abgeschnitten. Nur wenige ausgewählte Menschen haben Netz

 06.03.2026

Bremen

Politikerin tritt nach Foto aus Holocaust-Ausstellung zurück

Ein Post mit Koffern aus einer Holocaust-Ausstellung brachte die Vizepräsidentin der Bremischen Bürgerschaft in Bedrängnis

 06.03.2026 Aktualisiert

Berlin

Trauer um Chamenei in Berliner Moschee

Auf dem Gelände der Moschee hingen mehrere Traueranzeigen, in denen der getötete Geistliche als Märtyrer bezeichnet wurde

 06.03.2026