ZWST-Statistik

Jüdische Gemeinden haben viele Ukrainer aufgenommen

Das Jüdische Gemeindehaus in Berlin-Charlottenburg Foto: picture alliance / Schoening

Die jüdischen Gemeinden in Deutschland verzeichnen deutliche Zuzüge von Jüdinnen und Juden, die nach dem russischen Angriff aus der Ukraine nach Deutschland geflohen sind.

Wie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland in Frankfurt mitteilte, sind seit Februar 2022 rund 1400 Jüdinnen und Juden aus der Ukraine in einer Gemeinde aufgenommen worden.

Der Präsident der Zentralstelle, Abraham Lehrer, sagte, viele jüdische Gemeinden seien für schutzsuchende Menschen zu einem sozialen Empfangsraum geworden. Dies sei dem außerordentlichen Engagement vieler Freiwilliger bei Versorgung und Betreuung der Geflüchteten zu verdanken.

Mitglieder Die Statistik gibt die Gesamtzahl der jüdischen Gemeindemitglieder mit 90.885 an. Dies umfasst allerdings nicht alle Juden in Deutschland, weil nicht alle Gemeinden der Zentralwohlfahrtsstelle angehören. 2022 schied etwa die jüdische Gemeinde Mainz mit rund 1000 Mitgliedern aus dem Dachverband aus.

Wegen dieses Austritts sank die Gesamtzahl der im Dachverband organisierten Gemeindemitglieder trotz der 1400 neu hinzugekommen Ukrainer sowie 200 weiterer Zuzüge aus dem Ausland im Vergleich zu 2021 um rund 950. Knapp 300 Jüdinnen und Juden erklärten ihren Gemeindeaustritt.

Gleichzeitig ging laut der Statistik auch die Zahl der Geburten in den jüdischen Gemeinden von 203 im Jahr 2021 auf 140 im Jahr 2022 zurück. 1752 Gemeindemitglieder starben, etwa genauso viele wie 2021.

ZWST-Präsident Lehrer sagte, die Gemeinden müssten sich wegen der demografischen Entwicklung auf weiter sinkende Mitgliederzahlen einstellen. kna

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Regierungsbildung

Berliner Linke berät erneut über Vanessa Emde

Kurz vor dem geplanten Beginn von Koalitionsgesprächen mit Grünen und SPD diskutiert die Berliner Linke über Antisemitismus - einmal mehr

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

»Return To Sender« und diverse weitere Lieder des King of Rock’n’ Roll sollen ohne Zustimmung ins KI-Training geflossen sein

 27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026