Sollte es nach den jüngsten Wahlen in Israel zu einem Regierungswechsel kommen, könnte das nach Einschätzung des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, förderlich für die deutsch-israelischen Beziehungen sein. »Es gibt Äußerungen, insbesondere der beiden rechtsradikalen Minister, die auch für mich in keiner Weise nachvollziehbar sind und auch in keiner Weise akzeptabel sind«, sagte Schuster im ARD-Interview der Woche.
»Störende Äußerungen«
Er bezog sich damit auf die Minister Itamar Ben Gvir und Bezalel Smotrich. »Ich glaube, wenn solche Töne aus Regierungskreisen wegfallen, kann das das gemeinsame Vorgehen, gemeinsame Pläne deutlich erleichtern.« Als Beispiel für gemeinsame Pläne nannte Schuster Friedensbemühungen. »Deutschland hat indirekt eine Vermittlerfunktion.« Diese könne leichter sein, wenn »störende Äußerungen rechtsradikaler Minister wegfallen«.
Eine Zwei-Staaten-Lösung hat aus Sicht Schusters aktuell und in naher Zukunft wohl keine Chance. Dafür seien die Wunden, die der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 geschlagen habe, zu tief. Auf lange Sicht gesehen, denke er aber, dass sich eine in »diese Richtung gehende Lösung« anbieten werde.