Eurovision

Jeremy Corbyn wollte Israel vom ESC ausschließen

Eurovision Song Contest 1979 in Jerusalem: Israelische Techniker breiten das Score Board für die Entscheidung vor. Foto: dpa

Der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn hat 2010 als Abgeordneter seiner Partei vergeblich versucht, Israel vom Eurovision Song Contest (ESC) und anderen europäischen Kultur- und Sportveranstaltungen ausschließen zu lassen.

Wie die britische Zeitung »Sun« schrieb, hatte Corbyn damals eine entsprechende Initiative ins britische Parlament eingebracht. Der Text lautete demnach: »Das Haus hält es für unangemessen, dass Israel an europäischen Sport- und Kulturveranstaltungen teilnimmt, weil Israel nicht in Europa liegt. Daher wird die britische Regierung aufgefordert, die Organisatoren solcher Veranstaltungen für europäische Länder zu ermutigen, Israel auszuschließen.«

Vertagt Da kein anderer Abgeordneter den Vorstoß unterstützte, wurde Corbyns Initiative im Juni 2010 vertagt. Ein Sprecher Corbyns sagte der »Sun«, Sinn der Initiative sei gewesen, Israel beim Friedensschluss mit seinen arabischen Nachbarn zu unterstützen.

»Israel nimmt wegen des andauernden Konflikts an Wettbewerben außerhalb seiner Region teil. Frieden ist eine Vorbedingung für normale Beziehungen, die Israel ermöglichen würden, innerhalb der eigenen geografischen Region an Wettbewerben teilzunehmen«, sagte der Sprecher laut dem Bericht weiter. Labour-Chef Jeremy Corbyn ist ein hartnäckiger Kritiker Israels. Ihm wird vorgeworfen, Antisemitismus innerhalb der Labour-Partei zu tolerieren.

Island Unterdessen hat ein Offizieller des isländischen Rundfunksenders RUV mitgeteilt, Island werde einen Aufruf zum Boykott der Eurovision ignorieren, den 11.000 Isländer unterschrieben haben. In dem Aufruf heißt es in Bezug auf die gewalttätigen Demonstrationen an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel: »In den vergangenen Monaten hat Israel Dutzende von Menschen ermordet, nur weil sie gegen ihre Situation protestierten.«

Island werde sich definitiv wie jedes Jahr am ESC beteiligen, der 2019 in Israel ausgetragen wird, sagte Programmdirektor Skarphéðinn Guðmundsson der Nachrichtenseite MBL laut einem Bericht der Jewish Telegraphic Agency (JTA). Mit ihrem Lied »Toy« hatte die Israelin Netta Barzilai den Wettbewerb am Samstagabend in Portugal gewonnen. ag

Kultur

Klein wünscht sich mehr Wehrhaftigkeit gegen Antisemitismus im Kulturbetrieb

Der Antisemitismus-Beauftragte Klein kritisiert einen geplanten Auftritt der palästinenisch-stämmigen DJ Sama‘ Abdulhadi im Juli in Hamburg

 19.04.2026

Iran

Iran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig

Keine 24 Stunden nach der Zusage des Iran, die Straße von Hormus zu öffnen, wurde sie wieder zurückgenommen.

 19.04.2026

Internationaler Strafgerichtshof

»Begünstigung von Kriegsverbrechen«: Israelische NGO zeigt Spaniens Regierungschef Sánchez an

Die Hintergründe

 18.04.2026 Aktualisiert

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Wir Juden sollten uns nicht verstecken. Wir sollten offen, laut und stolz sein - auch und insbesondere auf den jüdischen Staat

von Daniel Neumann  17.04.2026

ZDF-Politbarometer

Auf Bundesebene: AfD erstmals stärkste Kraft

Die rechtsextreme Partei profitiert von der Unzufriedenheit der Bürger mit der Regierung

 17.04.2026

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der ab dem 1. Mai von Deutschland aus arbeitet

 17.04.2026

Berlin

Zentralrat der Juden gegen Widerspruchslösung

In seinem Tätigkeitsbericht für 2025 geht der Zentralrat auch ethische Fragen rund um das Thema Organspende ein

 17.04.2026

Genf

So reagiert die Weltbank auf antisemitische Posts von Francesca Albaneses Ehemann

Massimiliano Cali soll den palästinensischen Terrorismus relativiert und gegen Juden gehetzt haben

von Imanuel Marcus  17.04.2026

Paris

Bericht: Marine Le Pen trifft Israels Botschafter

Das Gespräch wirft diese Frage auf: Wie geht die Regierung Netanjahu mit rechtsextremistischen Parteien im Ausland um?

 17.04.2026