Berlin

Israelhass und antisemitische Parolen

Immer wieder finden auf dem Hermannplatz israelfeindliche Proteste statt: Kundgebung im Mai 2021 Foto: imago images/Achille Abboud

Am Samstag sind erneut mehrere hundert Teilnehmer einer propalästinensischen Demonstration durch Berlin gezogen. Nach Angaben des Vereins »Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus« kam es dabei zu Angriffen auf Journalisten. Israel sei als »Apartheidsstaat« bezeichnet und in Sprechchören »From the River to the Sea« gerufen worden. Medien seien als »Zionistenpresse« bezeichnet und Reporter als »Drecksjuden« beschimpft worden.

Neukölln Bereits am Freitag fand eine Kundgebung statt, die Polizeiangaben zufolge als Protest »gegen die israelische Aggression in Jerusalem” angemeldet worden war. Dazu hätten sich mehrere hundert »äußerst emotionale Teilnehmende« am Rathaus Neukölln eingefunden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Im Verlauf der Kundgebung hätten sich mehrfach Teilnehmer mit Palästinensertüchern vermummt, es sei zu Stein- und Pyrotechnikwürfen gekommen. Zwei Polizisten seien verletzt, Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung, Körperverletzungen sowie tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte gestellt worden.

Terror Berlins Antisemitismusbeauftragter Samuel Salzborn twitterte, der antisemitische Terror gegen Israel werde mit antisemitischen Parolen sekundiert, zugleich richte sich der Hass direkt gegen alle Jüdinnen und Juden. »Der Kern dieser Versammlung ist Antisemitismus, sonst nichts.«

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Müller-Rosentritt forderte auf Twitter: »Die Polizei muss eindeutig gegen diesen Israelhass und Antisemitismus bei propalästinensischen Demos vorgehen!«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat unterdessen ein konsequentes Handeln des Rechtsstaates angekündigt. »Für Judenfeindlichkeit gibt es in unserer Gesellschaft keinen Platz«, schrieb die SPD-Politikerin am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter. Sie fügte hinzu: »An antisemitische Beschimpfungen dürfen wir uns niemals gewöhnen – egal von wo und von wem sie kommen.«

Entrüstet reagierte der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Uwe Becker: »Es reicht!« Es brauche endlich die politische Einsicht, dass diese Demonstrationen »blanke Vernichtungsmärsche gegen Israel sind«. Deshalb müsse »ein Verbot anti-israelischer Demonstrationen in Deutschland her«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der CDU-Abgeordnete Paul Ziemiak sprach von einem Skandal und kritisierte: »Das was wir hier an islamischen Antisemitismus erleben, ist eine Schande für unsere Hauptstadt.« Wer die Augen davor verschließe, mache sich schuldig.

Der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Konstantin Kuhle, sagte der »Bild«-Zeitung: »Die Ereignisse des Wochenendes müssen einen unverstellten Blick auf den spezifischen Antisemitismus auslösen, den es unter Muslimen gibt.« Dafür dürfe es keine Toleranz geben. Angesichts der »widerlichen Straftaten und antisemitischen Äußerungen« bei den Berliner Demonstrationen dränge sich die Frage auf, »ob der vermeintliche politische und gesellschaftliche Einsatz gegen Antisemitismus in Deutschland überhaupt ernst gemeint ist«. ja/epd/dpa/kna

USA

Barack Obama verliert Vertrauen in Joe Biden

 18.07.2024

Buenos Aires

Jüdische Gemeinde erinnert an Amia-Anschlag vor 30 Jahren

Die Schiiten-Miliz Hisbollah soll das Attentat vor 30 Jahren auf das Gemeindehaus Amia verübt haben

 18.07.2024 Aktualisiert

Berlin

Auf eigene Faust

Sie ziehen in der Dunkelheit los, mit Stickern und Spraydosen, überkleben und übersprühen Parolen. Unterwegs mit Menschen, die die Straßen der Hauptstadt nicht der Hamas-Propaganda überlassen wollen

von Marco Limberg, Mascha Malburg  18.07.2024

Europäische Union

Appeasement nach innen, Abgrenzung nach außen

Ursula von der Leyen wurde erneut zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt. Eine Analyse

von Michael Thadigsmann  18.07.2024

US-Wahlkampf

Biden mit dem Rücken zur Wand

Zu den Demokraten, die Biden den Rückzug nahelegen, gehört auch der jüdische Abgeordnete Adam Schiff

 18.07.2024

Burg Giebichenstein

Antisemitismusvorwürfe gegen Kunsthochschule Halle

Israelfeindliche Plakate und Gewalt gegen eine Person mit einem Davidstern-Tattoo auf der Jahresausstellung

von Ralf Balke  18.07.2024 Aktualisiert

Antisemitismus-Vorwurf

Adidas reagiert auf Kritik an Kooperation mit Bella Hadid

Das Model mit palästinensischen Wurzeln bewirbt den Olympia-Sneaker von 1972

 18.07.2024 Aktualisiert

Zentralrat

Gefahr durch den Iran hat noch zugenommen

Vor 30 Jahren kommen bei einem Anschlag auf ein jüdisches Gemeindehaus in Buenos Aires Dutzende Menschen ums Leben. Verantwortlich soll die Hisbollah gewesen sein - der Befehl kam wohl aus Teheran.

 18.07.2024

USA

Was würde Golda sagen?

In Milwaukee kreuzen sich die Schicksale von Donald Trump und Israels früherer Ministerpräsidentin Golda Meir. Unser Autor war vor Ort – eine Spurensuche

von Hannes Stein  18.07.2024