Rom/Vatikanstadt

Israel wehrt sich gegen Vorwürfe des Papstes

Papst Franziskus am Mittwoch auf einem Balkon des Gemelli-Krankenhauses in Rom Foto: picture alliance / Stefano Spaziani

Israel hat sich gegen kritische Worte des Papstes zu den jüngsten Luftangriffen im Gazastreifen verwahrt. In einer am Montag verbreiteten »Note« der israelischen Botschaft beim Heiligen Stuhl heißt es mit Bezug auf den Angelus-Text des Papstes vom Sonntag: »Die israelische Operation geschah in vollem Einklang mit dem Völkerrecht.«

Die Bombardierung sei 17 Tage nach dem Ende des Abkommens über die Geiselfreilassung erfolgt. Grund sei die Weigerung der Hamas gewesen, Verhandlungsvorschläge der USA anzunehmen.

Papst Franziskus hatte am Sonntag einen Text verbreiten lassen, in dem es hieß: »Ich bin bestürzt über die erneuten schweren israelischen Bombardierungen im Gazastreifen, die viele Tote und Verletzte gefordert haben. Ich fordere, dass die Waffen sofort schweigen und der Mut zum Dialog wiedergefunden wird, damit alle Geiseln freigelassen werden und ein endgültiger Waffenstillstand erreicht wird.«

Lesen Sie auch

Moralische Pflicht

In der Note der israelischen Vertretung heißt es dazu, Israel versuche bei Militäroperationen stets, den Schaden an Zivilisten auf ein Minimum zu beschränken, während die Hamas bewusst auch zivile Ziele angreife. Die Terrororganisation habe den Waffenstillstand genutzt, um sich neue Waffen zu besorgen und Israel erneut mit Raketen zu beschießen.

Derzeit befinden sich noch 59 Geiseln im Gazastreifen. 35 von ihnen sind offenbar tot. Die Verschleppten würden unter Verletzung des internationalen Rechts misshandelt, so die Note. Deshalb halte es der israelische Staat »für seine moralische und ethische Pflicht, sie nach Hause zu bringen.« Zur humanitären Notlage heißt es in dem Text: »Es gibt keinen Mangel an Hilfslieferungen.« Vielmehr stehle die Hamas die humanitäre Hilfe und ernähre damit ihre Kämpfer, während die Zivilisten hungerten.

Israel bleibe entschlossen, weiter alles zu tun, um die Freilassung der Geiseln und die Zerstörung der Machtstrukturen und der militärischen Kapazitäten der Hamas zu erreichen. Das Ziel sei es, die terroristische Bedrohung aus dem Gazastreifen zu beseitigen. kna

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026

Reaktionen

Ein Hausmeister für die Mullahs

Die Bundesregierung habe zu lasch auf die iranischen Mordkomplotte in Deutschland reagiert, finden jüdische und pro-israelische Organisationen. Sie fordern tiefgreifende Konsequenzen

von Stefan Laurin  20.10.2026

Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Der Würzburger Internist will auf der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden am 29. November für weitere vier Jahre antreten

 20.10.2026 Aktualisiert

Vereinte Nationen

Wer finanziert die Arbeit der UN-Berichterstatter?

Die Genfer NGO UN Watch hat einen Bericht vorgelegt, der die Zuwendungen an rund 140 unabhängige Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen unter die Lupe nimmt. Auf Platz 3 der Liste: Francesca Albanese

von Michael Thaidigsmann  20.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was genau sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Washington D.C.

Vance gibt keine Wahlempfehlung für Netanjahu ab

Im Gegensatz zu seinem Chef Donald Trump sieht der amerikanische Vizepräsident von einer Unterstützung des israelischen Ministerpräsidenten ab. Warum?

 20.10.2026

Nach Spionage-Urteil

Deutscher Botschafter im Iran einbestellt

Dem Diplomaten solle der starke Protest des Iran übermittelt werden, heißt es. Kurz zuvor hatte das Auswärtige Amt den iranischen Botschafter einbestellt

 20.10.2026

Gießen

Staatsanwaltschaft klagt AfD-Politiker wegen NS-Parole an

Bei seiner Bewerbungsrede für den Vorstand der AfD-Jugendorganisation soll Kevin Dorow eine Parole der Hitlerjugend verwendet haben. Nun muss ein Gericht über die Anklage entscheiden

 20.10.2026

Luftwaffenstützpunkt Ovda

Hegseth trifft Netanjahu bei unangekündigtem Israel-Besuch

Wenige Tage vor der israelischen Wahl ging es bei dem Geheimtreffen wohl um das weitere Vorgehen gegen das Mullah-Regime in Teheran

 20.10.2026