Meinung

Iran: Wenn Bedrohung konkret wird

Sicherheitsexperten wissen nicht erst seit heute, wie aktiv die iranischen Geheimdienste in Mitteleuropa sind. Ob es um militärische oder zivile Objekte geht: Der Iran steht neben China, der Türkei und Russland an der Spitze der Spitzelstaaten, die sich in Deutschland tummeln.

Auch ich stand im Fokus der Al-Quds-Brigaden – mit dem Ziel, einen Anschlag oder meine Entführung vorzubereiten. Im Frühjahr wurde der Agent zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Nachdem die Revision zurückgewiesen wurde, bestellte die Bundesregierung den iranischen Botschafter ein und erklärte unmissverständlich, dass diese Aktivitäten »vollkommen inakzeptabel« sind und »negative Auswirkungen auf die deutsch-iranischen Beziehungen« haben.

razzia Offensichtlich scheint das Mullah-Regime jedoch nicht besonders beeindruckt gewesen zu sein, denn in der vergangenen Woche wurden die Wohnungen zehn weiterer mutmaßlicher Agenten durchsucht.

Als Spitze der Unverfrorenheit muss der Krankenhausaufenthalt des »Kinderhenkers« Ayatollah Mahmud Haschemi Schahrudi in Hannover gewertet werden, der für die Hinrichtung Hunderter Oppositioneller im Iran verantwortlich gemacht wird. Hier ist der Hinweis deutscher Diplomaten auf fehlende Zeit für eine »sorgfältige juristische Prüfung« der Vorwürfe nicht überzeugend.

druck Der Iran gehört zu den schlimmsten Diktaturen. Nicht ohne Grund ist er für Israel die größte Bedrohung. Das Regime hat die Vernichtung Israels zur Staatsdoktrin erklärt. Daran ändern weder Appeasementpolitik noch falsche Rücksichtnahme irgendetwas.

Der Iran reagiert leider nur auf wirtschaftlichen Druck. Und wenn Sanktionen von China und Russland unterlaufen werden, dann sollte zumindest die EU bei diesem Thema mit den USA an einem Strang ziehen. Die neue Bundesregierung muss hier Position beziehen.

Der Autor war Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und wurde 2015/2016 Opfer einer Ausspähattacke des iranischen Geheimdienstes.

Europäisches Parlament

»Auschwitz ist eine Fälschung«: Immunität aufgehoben

Der rechtsextreme Politiker Grzegorz Braun muss sich in gleich mehreren Strafverfahren vor Gericht verantworten, unter anderem wegen Holocaustleugnung

 27.03.2026

Drohung

Katz: Israel verstärkt Angriffe im Iran

Das Vorgehen des Militärs gegen das Mullah-Regime werde nun stärker ausfallen und auf zusätzliche Ziele und Bereiche ausgeweitet, sagt der israelische Verteidigungsminister

 27.03.2026

Berlin

Tausende Straftaten bei israelfeindlichen Demonstrationen

Gewalt- und Propaganda-Delikte sowie Volksverhetzung in Hunderten Fällen wurden registriert

 27.03.2026

Berlin

Demonstration gegen Auftritt von Francesca Albanese

»Wer das Existenzrecht Israels delegitimiert und Gräueltaten rechtfertigt, darf in Berlin keine unwidersprochene Bühne erhalten«, sagen die Organisatoren der Kundgebung

von Imanuel Marcus  27.03.2026

Essay

Keine Empathie für Israel, nirgends

Was mich an der deutschen Reaktion auf den Iran-Krieg irritiert

von Ralf Fücks  27.03.2026

Kommentar

Wie mit dem Völkerrecht Israel delegitimiert wird

Der Angriff auf den Iran sei eindeutig völkerrechtswidrig, sagen zahlreiche Experten. Sie machen es sich zu einfach. Denn es spricht viel dafür, dass Israel ein Recht auf präventive Selbstverteidigung hat

von Monika Polzin  27.03.2026

Berlin

Antisemitischer Angriff in Prenzlauer Berg

Das Opfer schrieb hebräische Texte in ein Buch. Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts ermittelt

 27.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  27.03.2026

Jüdischer Wahlkämpfer

»Wer nicht kämpft, hat schon verloren«

David Rosenberg über den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz, die Niederlage seiner Partei und warum er sich gerade als junger Jude weiter politisch engagieren will

von Mascha Malburg  27.03.2026