Politik

»Iran lernt von dem Verhalten Nordkoreas«

Foto: dpa

Herr Ofek, wie ernst müssen wir die Drohungen Nordkoreas nehmen, die USA mit Atomwaffen anzugreifen?
Die akute Bedrohung würde ich als nicht sehr hoch einschätzen, aber sie birgt natürlich das Potenzial, dies in der nahen Zukunft werden zu können. Wir müssen festhalten: Viele Experten sind davon ausgegangen, dass Pjöngjangs Atomwaffen noch nicht so weit ausgereift seien und dass dies wohl eher eine zukünftige Bedrohung sein werde. Außerdem hat diese Drohung zwei Aspekte: die Atomwaffe und die Rakete.

Wie sieht der technische Fortschritt in Nordkorea aus?
Es gibt viele Fragen rund um die Rakete, die das Land noch nicht beantwortet kann. Die Frage, wie man den atomaren Sprengkopf an der Rakete anbringt, ist eine, und sie ist kompliziert. Hinzu kommt noch die Frage, was passiert, wenn eine Rakete in die Atmosphäre geschossen wird. Bei diesem Prozess werden sehr hohe Temperaturen und sehr hoher Druck erreicht. Dies sind unter anderem die Probleme.

War der Westen zu nachlässig gegenüber Nordkorea?

Ich denke, dass Obamas Außenpolitik generell eher versucht hat, die Situation einzudämmen. Nicht nur die im Nahen Osten, sondern auch die in Nordkorea. Und seine Politik hat dieses Thema bis zu einem bestimmten Punkt gewissermaßen ignoriert.

Nutzt Kim Jong-un die unterschiedlichen politischen Charaktere Barak Obamas und Donald Trumps für seine Zwecke?
Die Situation ist zumindest jetzt viel schlimmer und präsenter.

Wie wirken sich die nordkoreanischen Drohungen auf Israel aus?
Die Drohungen für Israel kommen eher aus dem Iran, der wiederum gute Beziehungen zum Regime in Nordkorea pflegt. Und auf diesem Gebiet sind sie Verbündete.

Ist die gegenwärtige Situation eine Art Lernprozess, wie man mit dem Iran umgehen sollte?
Ja. Der Iran lernt vom Verhalten Nordkoreas, wie es sich gegen die USA und gegen Israel positionieren soll.

Wie sollte sich Israel jetzt verhalten?
Ich denke, dass es im Moment nichts tun sollte. Nordkorea ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht unser wirkliches Problem.

Mit dem Wissenschaftler sprach Katrin Richter.

Lt. Col. (a.D.) Dr. Raphael Ofek ist Experte für nukleare Physik und war Senior-Analyst bei der Israel Defense Forces

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin und wird Nachfolgerin von Felix Klein. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Berlin

Merz fordert SPD und Grüne auf, nicht mit Linken zu koalieren

Gibt es in Berlin eine rot-rot-grüne Koalition? Der Kanzler appelliert an SPD und Grüne

 12.10.2026

Kommentar

Vereint unter dem Dach eines Rechtsextremen

Der Verleger Jürgen Elsässer hat die Fraktionen von AfD und BSW für ein Kennenlernen in sein Magdeburger TV-Studio eingeladen. Dabei soll es auch um eine strategische Zusammenarbeit gegangen sein

von Ralf Fischer  12.10.2026

Berlin

120 Linke kritisieren Antisemitismus-Papier

Linke, Grüne und SPD haben sich vor dem Beginn von Sondierungsgesprächen zum Vorgehen gegen Antisemitismus verständigt. Daran gibt es aus der Linke nun deutliche Kritik

 12.10.2026

Kommentar

Die Linke hat ihren eigenen Antisemitismus nicht verstanden

Nein, wir sind natürlich keine Antisemiten, schallt es aus der Linken, wir kritisieren nur die israelische Regierung! Diese Formel wird immer wieder als Rechtfertigung herausgeholt

von Frank Schmiechen  12.10.2026

Washington D.C.

21 US-Soldaten im Iran-Krieg gestorben

Die meisten US-Amerikaner sind nicht vom Krieg im Iran überzeugt. Eine Anpassung der Todeszahlen könnte den Unmut noch vergrößern

 12.10.2026

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026

Schwerin/Rostock

Kurs Rot-Rot-Grün: Verhandlungen starten am Montag

SPD, Linke und Grüne wollen in Mecklenburg-Vorpommern über eine Koalition verhandeln. Dafür stimmten alle drei Parteien. Für die Grünen wäre eine Regierungsbeteiligung dort eine Premiere

 11.10.2026

Franziska Giffey

Nach der Wahl in Berlin

Franziska Giffey spricht sich gegen Koalition mit Linkspartei aus

Die noch amtierende Wirtschaftssenatorin sieht keine Basis für eine Koalition mit der Linken in Berlin. Die SPD-Politikerin fordert klare Positionen im Kampf gegen Antisemitismus. Unterdessen verteidigt Thüringens Ex-Ministerpräsident Ramelow die Sondierer gegen Kritik aus den eigenen Reihen

 11.10.2026