Washington D.C.

Indischer Wissenschaftler wegen Hamas-Nähe festgenommen

Im April 2024 demonstrieren Studenten vor dem Hauptgebäude der Georgetown-Universität für den palästinensischen Terror. Foto: picture alliance / Anadolu

US-Behörden haben einen Inder, der an der Georgetown Universität in der Hauptstadt Washington studiert und gelehrt hat, festgenommen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge geschah dies Montagnacht (Ortszeit) am Wohnort des Wissenschaftlers in Arlington im Bundesstaat Virginia.

Eine Sprecherin des Ministeriums für Heimatschutz, Tricia McLaughlin, warf Badar Khan Suri auf der Plattform X vor, in sozialen Medien Propaganda der islamistischen Hamas und Antisemitismus verbreitet zu haben.

Suri habe enge Verbindungen zu einem bekannten oder mutmaßlichen Terroristen, der ein hochrangiger Hamas-Berater sei. Außenminister Marco Rubio habe den Inder für »abschiebbar« erklärt. Dies habe er auf Basis einer Regelung getan, die sich gegen Ausländer richtet, deren Anwesenheit oder Aktivitäten als Bedrohung für die außenpolitischen Interessen der USA gewertet werden.

Visum für Austauschbesucher

Die »Washington Post« zitiert einen Anwalt Suris, der den Inder als unschuldig bezeichnet. Wenn die Regierung einen Wissenschaftler als schlecht für die Außenpolitik werte, der sich auf Konfliktlösung fokussiere, »dann liegt das Problem vielleicht bei der Regierung, nicht dem Wissenschaftler«.

Lesen Sie auch

Dem Bericht zufolge befindet sich der Mann nun in Alexandria im Bundesstaat Louisiana, wo er auf einen Gerichtstermin wartet. Den Medienberichten zufolge hält er sich mit einem Visum für Austauschbesucher in den Vereinigten Staaten auf.

Zuletzt hatte bereits die Festnahme des palästinensischen Studenten Machmud Chalil durch US-Behörden für Aufmerksamkeit gesorgt. Der Absolvent der New Yorker Columbia-Universität besitzt seiner Anwältin zufolge eine Greencard und damit eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung in den USA.

Die US-Regierung will ihn abschieben und wirft ihm unter anderem vor, auf dem Campus Flugblätter mit Hamas-Logo ausgegeben zu haben. Auch soll er Pro-Terror-Demonstrationen organisiert und für eine feindselige Atmosphäre gegenüber jüdischen Studenten gesorgt haben. Chalils Anwälte bestreiten dies. dpa/ja

Offener Brief

Lieber Heinz Rudolf Kunze, ...

Malca Goldstein-Wolf schreibt dem Sänger Heinz Rudolf Kunze einen Offenen Brief, denn was sie von ihm im Fernsehen hörte, machte sie fassungslos

von Malca Goldstein-Wolf  12.08.2026

Die iranische Atomanlage Fordo vor den amerikanischen Angriffen

Iranisches Atomprogramm

Fordo: Der Mossad war da

Yossi Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst von 2015 bis 2021. Unter seiner Ära hätten israelische Spione die iranische Atomanlage Fordo mehrmals in Augenschein genommen

 12.08.2026

Meinung

Warum die Begründung des OLG Zweibrücken nicht überzeugt

Der Beschluss des Pfälzischen Oberlandesgerichts zur Gleichsetzung von Davidstern und Hakenkreuz zeigt, wie die bestehende Dogmatik angesichts des Anstiegs des Antisemitismus in der Gesellschaft an Grenzen stößt

 12.08.2026

Kommentar

UNRWA: Fakten statt Tabus

Warum Kritik am Palästinenserhilfswerk auf Schweigen und Ablehnung stößt

von Duki Dror  12.08.2026

Nordhessen

Vier Meter großes Hakenkreuz in Asphalt gebrannt

Die Polizei sucht nun nach den Täter, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

 12.08.2026

Judenhass

Tourist mit Kippa in Rom zweimal attackiert

Antisemitische Vorfälle in Italien nehmen seit Jahren zu. Nun wurde ein junger Tourist in der Hauptstadt gleich zweimal angegriffen. Er trug eine Kippa

von Severina Bartonitschek  12.08.2026

Vorfall

»Hitler« und »Freies Palästina«: Jüdisches Gebetbuch antisemitisch beschmiert

Ein Mitarbeiter des deutsch-jüdischen Vereins »WerteInitiative« bestellte einen Machsor für die anstehenden Feiertage – doch als er ihn zu Hause öffnete, fand er darin eindeutige Schmierereien

von Mascha Malburg  12.08.2026

Tel Aviv/Gaza/Brüssel

Israel verlängert zwei EU-Missionen in Palästinensergebieten

Die EU hilft bei der Ausbildung palästinensischer Polizisten und der Überwachung des Rafah-Grenzübergangs. Beide EU-Missionen können nun aus Sicht Israels bis 2027 weitergehen

von Cindy Riechau  12.08.2026

Nahost

Abbas zu Gesprächen mit Erdoğan in Ankara

Der Palästinenserpräsident will sich zwei Tage in der Türkei aufhalten. Israels Finanzminister Smotrich fordert Netanjahu auf, Abbas die Rückkehr zu verweigern

 12.08.2026