Wiesbaden

Hessischer Minister schließt AfD-Politiker von Reisen aus

Hessens Europaminister Manfred Pentz Foto: picture alliance / Anadolu

Nach der Einstufung der AfD als gesichert rechtsextremistisch hat Hessens Europaminister Manfred Pentz zwei Landtagsabgeordnete der Partei von einer Auslandsreise ausgeladen. Er werde zunächst keine AfD-Politiker mehr zu seinen Dienstreisen in andere Staaten einladen, erklärte der Christdemokrat weiter. 

Er könne es internationalen Gesprächspartnern »nicht zumuten, sich mit Vertreterinnen und Vertretern einer gesichert rechtsextremen Partei an den Tisch zu setzen«, teilte Pentz der Deutschen Presse-Agentur mit. Zuvor hatte die »Bild«-Zeitung darüber berichtet.

Ausladung am Vortag vor dem Start

Bereits an diesem Montagabend will der Europaminister fünf Tage nach Belgrad und Zagreb reisen. Alle fünf hessischen Landtagsfraktionen wurden nach Angaben seines Ministeriums vor Wochen dazu eingeladen. Die größte Oppositionsfraktion, die AfD, benannte dafür Anna Nguyen und Christian Rohde. Von deren Ausladung wurde die AfD am Sonntag informiert. 

Pentz erklärte, die Einstufung der Gesamtpartei als rechtsextremistisch habe »internationale Reaktionen auf höchster Ebene« ausgelöst. Gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte könne er etwa Gesprächspartnern in Polen, Frankreich, Italien oder Israel nicht zumuten, mit Vertreterinnen und Vertretern einer gesicherten rechtsextremistischen Partei beispielsweise »Fotos mit dem üblichen Händeschütteln zu machen«. 

AfD wehrt sich

Der AfD-Landtagsabgeordnete Rohde urteilte: »Die Einstufung des Verfassungsschutzes ist aus unserer Sicht rechtswidrig und es ist eine Farce, dass die vermeintlichen Belege auch noch geheim gehalten werden.«

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die AfD einer Mitteilung vom Freitag zufolge »aufgrund der die Menschenwürde missachtenden, extremistischen Prägung der Gesamtpartei als gesichert rechtsextremistische Bestrebung« eingestuft. Die AfD reichte nach eigenen Angaben inzwischen Klage dagegen beim zuständigen Verwaltungsgericht Köln ein. dpa

Anschlagsvorbereitungen in Deutschland

Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und israelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Nach ihrer Verurteilung in Hamburg vor wenigen Tagen reagiert das Außenministerium in Berlin

 19.10.2026

Nachruf

Hermann »Mano« Höllenreiner ist tot

Mit neun Jahren wird er nach Auschwitz deportiert. Später wird er unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen

 19.10.2026

London

Israel-Unterstützerin gerät wegen ihres Engagements ins Visier der Polizei

Holly Passmore wurde nach einem Aufenthalt in Israel von zwei Polizisten befragt

 19.10.2026

Berlin

Zwei Parteien in Berlin entscheiden über Koalitionsgespräche

Nach teils zähen Sondierungen entscheiden Grüne und SPD in Berlin über Koalitionsgespräche mit der Linken. Aber aus den Reihen der Sozialdemokraten gibt es Zweifel und Kritik, auch aufgrund der Antisemitismus-Skandale bei der Linkspartei

 19.10.2026

Berlin

Weimer: Linkspartei öffnet Antisemitismus »Tür und Tor«

Der Kulturstaatsminister fördert die Aufarbeitung des NS-Terrors und des Unrechts in der DDR. Mit einem möglichen rot-grün-roten Senat sieht er die Erinnerungspolitik in Gefahr

 19.10.2026

Sofia

Bombendrohung: Austrian-Airlines-Flugzeug muss auf dem Weg von Tel Aviv nach Wien notlanden

Auf dem Flug von Tel Aviv nach Wien ändert eine Maschine der Austrian Airlines plötzlich ihre Route. Der Grund ist schwerwiegend

 19.10.2026

Kommentar

»Wir sind keine Juden«: Die hässliche Fratze der französischen Krawalle

Es zeigt sich eine Querfront der Aggression, bei der sozialer Frust, postkolonialer Opfermythos und tiefsitzender Judenhass verschmelzen

von Ute Cohen  19.10.2026

Analyse

Hält Israels Brandmauer zur AfD?

Die deutsche Rechtsaußen-Partei wird von der israelischen Regierung boykottiert. Ein prominenter AfD-Politiker versucht nun, das zu ändern

von Joshua Schultheis  18.10.2026

JU-Deutschlandtag

Brandmauer nach links: Union attackiert Rot-Grün-Rot

Die Vorbereitung eines Linksbündnisses in Berlin wird von CDU und CSU scharf kritisiert. Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union werden konkrete Konsequenzen gefordert - auch die nach einer neuen Brandmauer

 18.10.2026