Bundestag

Haushaltsausschuss gibt 51 Millionen Euro zur Förderung jüdischen Lebens frei

Der Bundestag in Berlin (Bild vom 17. Mai 2019) Foto: imago

Im Bundeshaushalt für das kommende Jahr steht mehr Geld für Kultur und die Förderung jüdischen Lebens in Deutschland bereit. Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag nach der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses mitteilte, wächst ihr Etat auf 2,14 Milliarden Euro - ein Plus von 155 Millionen Euro.

»Dieses starke Bekenntnis des Parlaments zur lebensnotwendigen Bedeutung der Kultur und der Medien ist in diesen schwierigen Zeiten ein großes Ausrufezeichen«, sagte sie. Mit einem Teil davon soll Besuchern freier Eintritt in große und wichtiger Berliner Museen ermöglicht werden.

Die Förderung jüdischen Leben war ein Schwerpunkt bei den Beratungen des Haushalts des Bundesinnenministeriums.

So soll das Jüdische Museum in der Hauptstadt den Angaben zufolge 3,2 Millionen Euro zusätzlich erhalten, um kostenfreien Zugang zu ermöglichen, der bislang für Erwachsene acht, ermäßigt drei Euro kostet. Mittel für entsprechende Modelle für freien Eintritt waren nach Grütters Angaben bereits zuvor für das Humboldt Forum, die Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Deutsche Historische Museum beschlossen worden.

STÄRKUNG Freien Eintritt gäbe es dann künftig in einen Großteil der wichtigen Museen der Hauptstadt, auch auf der Museumsinsel mit dem Pergamon- und Bodemuseum. »Damit sollen das Demokratieverständnis und das historische Urteilsvermögen gerade jüngerer Menschen in Deutschland gestärkt werden«, hieß es.

Die Förderung jüdischen Leben war nach Darstellung des CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus-Dieter Gröhler ein Schwerpunkt bei den Beratungen des Haushalts des Bundesinnenministeriums. Der Ausschuss beschloss unter anderem 51 Millionen Euro für Bauprojekte.

Der Haushalt muss noch abschließend vom Bundestag beraten werden. Dies ist für die nächste Sitzungswoche vom 8. bis 11. Dezember geplant.

Unterstützt werden damit Baumaßnahmen an der Synagoge in der Roonstraße in Köln, für den Else Ury-Campus in Berlin, die Bibliothek und das Archiv der Stiftung Moses Mendelssohn Akademie in Halberstadt sowie das Kultus- und Gemeindezentrum mit Synagogenraum »Weiße Gasse« in Koblenz. Das im nächsten Jahr geplante Festjahr »1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« wird nach Angaben von Gröhlers Büro mit 5,7 Millionen Euro gefördert. Mit zehn Millionen Euro will der Bund zudem das »House of one« - ein Haus für Juden, Christen und Muslime in Berlin - unterstützen.

BAUTEN Grütters Haushalt sieht neben Ausgaben für den Erhalt von Denkmälern, historischen Bauten und anderen Kulturstätten auch Geld für Aufarbeitungs-, Geschichts- und Erinnerungsprojekte vor. So sollen 1,75 Millionen Euro für die Aufarbeitung des Kolonialismus bereitgestellt werden. 6,2 Millionen Euro für eine vollständige Überarbeitung und Modernisierung der Dauerausstellungen im Deutschen Historischen Museum in Berlin und im Hauses der Geschichte in Bonn waren schon vor den Ausschussberatungen im Etat vorgesehen.

Größere Summen sind in Grütters Haushalt den Angaben zufolge für wichtige »Leuchtturminvestitionen« eingestellt. Über mehrere Jahre sollen fast 85 Millionen Euro für die Sanierung des Festspielhauses Bayreuth und 73 Millionen Euro für den Um- und Ausbau des Deutschen Literaturarchivs in Marbach bereitgestellt werden. Chemnitz erhalte 25 Millionen Euro an Bundesmitteln für sein Programm als Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2025.

Der Haushaltsausschuss zurrt in seiner Bereinigungssitzung traditionell letzte Details für den Etat des kommenden Jahres fest. Der Haushalt muss aber noch abschließend vom Bundestag beraten werden. Dies ist für die nächste Sitzungswoche vom 8. bis 11. Dezember geplant. epd

Israel

Warnung vor Hamas-Überfall ignoriert? Netanjahu dementiert

Emiratischer Präsident soll Netanjahu angerufen haben. Netanjahu reagierte angeblich gelassen. Emirate wollen sich nicht zu Berichten äußern

 08.09.2026

Deutschland

»Anklage wegen Volksverhetzung«: Landgericht Mannheim eröffnet Strafverfahren gegen Xavier Naidoo

Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhob zweimal Anklage gegen den Sänger wegen Volksverhetzung. Eine davon lässt das Landgericht Mannheim nun zu

 08.09.2026

Kommentar

Ein Weckruf

Der AfD-Erfolg liegt vor allem im Scheitern jener Parteien, die die Bundesrepublik seit Jahrzehnten prägen. Verloren gegangenes Vertrauen muss nun schnellst möglich wieder zurückgewonnen werden

von Josef Schuster  08.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  08.09.2026

Meinung

Ein Sonntag genügt!

Was gehen uns in der Schweiz die Wahlen in Sachsen-Anhalt an? Auf den ersten Blick nicht viel. Auf den zweiten wird klar: Das Problem ist nicht nur die Partei selbst

von Zsolt Balkanyi-Guery  08.09.2026

Magdeburg

BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen

Bundesweit ist es der AfD noch nie gelungen, das Amt eines Parlamentspräsidenten zu übernehmen – auch wenn sie die stärkste Partei war. Das könnte sich in Sachsen-Anhalt jetzt ändern

 08.09.2026

Meinung

London belohnt die Verweigerungshaltung der Palästinenser

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  08.09.2026

Nahost

Großbritannien wirft Israel »ethnische Säuberungen« im Westjordanland vor

Aus Israel und den USA kommt scharfe Kritik. Deutschland schließt sich der Initiative Großbritanniens nicht an

 08.09.2026

Den Haag

Deutschland verteidigt Waffenexporte nach Israel

Deutschland betont vor dem Internationalen Gerichtshof, dass seine Rüstungsexporte nach Israel internationalen Vorgaben entsprechen. Die Richter müssen entscheiden, ob es zum Hauptverfahren kommt

 08.09.2026