London

Großbritannien stoppt Lizenzen für Waffenverkäufe an Israel

Großbritanniens Außenminister David Lammy Foto: picture alliance / Photoshot

Großbritannien schränkt wegen des Krieges gegen den Terror in Gaza den Verkauf von Waffen an Israel ein. Die Regierung in London setzte 30 der aktuell rund 350 Lizenzen für den Rüstungsexport aus, wie Außenminister David Lammy im Parlament in London sagte.

Es gebe ein großes Risiko, dass die Waffen dazu genutzt werden könnten, »einen schweren Verstoß internationalen Menschenrechts zu erleichtern«. Medienberichten zufolge sind auch Kampfjet- und Drohnenteile betroffen.

Die israelischen Streitkräfte (IDF) gehen in Gaza allerdings gegen den palästinensischen Terror vor, um weitere Massaker im Stil des 7. Oktobers zu verhindern. Diese wurden bereits von der Hamas angekündigt. Zugleich schützen die IDF Zivilisten in Gaza, indem sie sie vor Angriffen gegen Terroristen warnen, Fluchtrouten und humanitäre Zonen einrichten. Auch sorgt Israel dafür, dass Hilfsgüter nach Gaza eingeführt werden können.

»Kein pauschales Verbot«

Dennoch erklärte Minister Lammy in London, angesichts des Ausmaßes des Konflikts sei es die Pflicht der Regierung, Großbritanniens Exportlizenzen zu überprüfen. »Dies ist kein pauschales Verbot. Dies ist kein Waffenembargo.«

Großbritannien verkauft nicht direkt Waffen an Israel, sondern gewährt Exportlizenzen für Rüstungsunternehmen. Die sozialdemokratische Regierung des neuen Premierministers Keir Starmer steht schon seit Längerem parteiintern unter Druck, die Lizenzen aufzukündigen. In Starmers Labour-Partei gibt es antiisraelische Stimmen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die jüdische Organisation Jewish Leadership Council (JLC) erklärte, die Entscheidung der Regierung, den Export von Waffen nach Israel einzuschränken, sei enttäuschend. »Heute, da die Leichen der sechs ermordeten Geiseln begraben werden, ist es für das Vereinigte Königreich wichtiger denn je, seinem Verbündeten Israel zur Seite zu stehen«, so der JLC.

Auch das Bord of Deputies of British Jews kritisierte den Schritt scharf. Diese Politik zeige der Hamas, dass sie entsetzliche Grausamkeiten verüben könne, die zwar von Großbritannien verurteilt würden. Dennoch werde jedoch Israel dafür gegeißelt. dpa/ja

Teheran

Iran: Antwort auf US-Vorschlag an Pakistan übermittelt

Zurzeit gilt eine fragile Waffenruhe im Iran-Krieg. Die USA haben einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts gemacht. Die Antwort soll nun vorliegen

 10.05.2026

Naher Osten

Erneut iranische Angriffe auf Golfstaaten

Aus Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar werden Attacken des iranischen Regimes gemeldet. Offiziell gilt eine Waffenruhe in dem Konflikt

 10.05.2026

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

Kommentar

Wenn »schwarz auf weiß« nicht mehr genügt

Eine funktionierende Demokratie braucht freie Medien – aber vor allem glaubwürdige

von Roman Haller  10.05.2026

Teheran

Iran droht USA im Falle von weiteren Angriffen mit Vergeltung

Das Mullah-Regime warnt die USA vor weiteren Attacken auf Handelsschiffe. Ob mittlerweile die von US-Präsident Trump erwartete Antwort aus Teheran auf den Friedensvorschlag eingegangen ist, ist nicht bekannt

 10.05.2026

Moskau

Russland will Uran aus dem Iran einlagern

Kremlchef Putin erklärt, dass Russland bereit sei, angereichertes Uran aus dem Iran einzulagern. Ob die USA dem Vorschlag zustimmen werden, ist offen

 10.05.2026

Washington

Rubio: Erwarten heute eine Antwort aus dem Iran

Während sich die Spannungen zwischen dem Iran und den USA zuletzt zugespitzt haben, setzen die USA weiter auf eine Verhandlungslösung mit Teheran. Nun äußert sich der US-Außenminister dazu

 08.05.2026

Meinung

»Boykottlisten« gegen »Zionisten«? Die 30er-Jahre lassen grüßen

Streit um eine Palästina-Halskette: Was wirklich im Berliner Café »The Barn« passierte, was das Café »Acid« damit zu tun hat und welche Rolle die Lokalpresse spielt

von Ayala Goldmann  08.05.2026

Andenken

Vier Schulen und mehrere Plätze nach Margot Friedländer benannt

Vor einem Jahr - am 9. Mai - starb die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit 103 Jahren. Für viele war sie ein Vorbild. Inzwischen tragen immer mehr Schulen, Straßen und Plätze ihren Namen. Eine Übersicht

von Karin Wollschläger  08.05.2026