Nahost

Größtes Kriegsschiff des Irans sinkt nach Brand

Am Mittwochfrüh war auf dem iranischen Hilfsschiff »Charg« ein Feuer ausgebrochen. Feuerwehrleute versuchten noch, es zu löschen - vergeblich. Foto: picture alliance / AA

Das größte Kriegsschiff des Irans ist im Golf von Oman nach einem Brand gesunken. Das berichteten die halbstaatlichen Agenturen Fars und Tasnim. Am Mittwochfrüh sei gegen 2.25 Uhr (Ortszeit) auf dem Hilfsschiff »Charg« ein Feuer ausgebrochen und Feuerwehrleute hätten versucht, den Brand unter Kontrolle zu bringen, berichtete das Staatsfernsehen.

Das Schiff sank in der Nähe des iranischen Hafens Dschask, der sich etwa 1270 Kilometer südöstlich von Teheran in der Nähe der Straße von Hormus befindet.

Die genauen Umstände des Vorfalls waren zunächst unklar. Offizielle Stellen im Iran nannten keine Ursache des Brands. Die Marine hat in den vergangenen Monaten einen kommerziellen Tanker namens »Makran« in Dienst genommen, der etwas größer ist als die »Charg« und den sie umgewandelt hat, damit er ähnliche Funktionen erfüllen kann.

In sozialen Netzwerken kursierten Fotos von Matrosen in Sicherheitswesten, die das Schiff verließen, während hinter ihnen die Flammen loderten. Das Staatsfernsehen und die beiden Agenturen beschrieben die »Charg« als Ausbildungsschiff. Fars veröffentlichte am frühen Morgen Videoaufnahmen mit dickem, schwarzem Rauch, der von dem Schiff aufstieg.

Die »Charg« war eines von mehreren Schiffen der iranischen Marine, die andere Schiffe auf See mit Nachschub versorgen können. Sie konnte auch schwere Ladung befördern und als Startplatz für Hubschrauber genutzt werden. Sie war in Großbritannien gebaut worden und hatte 1977 ihren Stapellauf. In den Dienst der Marine gelangte sie 1984, nachdem es nach der islamischen Revolution im Iran von 1979 zunächst lange Verhandlungen gegeben hatte.

Auf von der Nachrichtenagentur AP analysierten Satellitenaufnahmen von Planet Labs war zu sehen, dass die »Charg« sich am Dienstag westlich von Dschask befunden hatte. Satelliten der Ozean- und Atmosphärenbehörde der USA, die Brände aufspüren, verzeichneten ein Feuer an der Stelle, das kurz vor dem von Fars vermeldeten Brand begann.

Im Golf von Oman hat es in den vergangenen Jahren wiederholt seltsame Vorfälle gegeben. 2019 hatte eine Serie mysteriöser Explosionen begonnen, die auf dortige Schiffe abzielten. Die US-Marine beschuldigte den Iran später, die Schiffe mit Haftminen angegriffen zu haben. Dabei handelt es sich um Sprengsätze mit Zeitzündern, die gewöhnlich von Tauchern am Rumpf eines Schiffes befestigt werden.

Der Iran bestritt, die Schiffe angegriffen zu haben, doch auf Aufnahmen der US-Marine waren Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde zu sehen, die eine nicht explodierte Haftmine von einem Schiff entfernten.

Das Sinken der »Charg« ist der jüngste Rückschlag für die iranische Marine. Im vergangenen Jahr hatte während einer Übung des iranischen Militärs eine Rakete versehentlich ein Marineschiff in der Nähe des Hafens von Dschask getroffen. Dabei starben 19 Matrosen, 15 weitere wurden verletzt. 2018 sank ein Zerstörer der iranischen Marine im Kaspischen Meer. ap

Berlin

Streit um Antisemitismus: SPD und Grüne unterbrechen Sondierungsgespräche

Die Linke will eine rot-grün-rote Koalition in der Hauptstadt schmieden. Doch Grüne und SPD setzen erstmal ein Stoppschild. Auslöser ist der Umgang der Linken mit dem Thema Antisemitismus

 13.10.2026

Kontinuität

Bundesratsinitiative für EU-Forschungskooperation mit Israel

Drei Bundesländer wollen die weitere Beteiligung Israels am EU-Forschungsrahmenprogramm sicherstellen. Dazu wird jetzt eine Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht

 13.10.2026

Kommentar

Der geplatzte Testballon von Halle

Die AfD wird weiterhin versuchen, sich als ganz normale Partei zu inszenieren, wenn es um jüdisches Leben geht. Ein Angriffsziel bleibt es trotzdem. Deswegen müssen wir achtsamer werden, wenn die Angriffe subtiler werden

von Igor Matviyets  13.10.2026

Sachsen-Anhalt

CDU-Fraktion will bei Ministerpräsidenten-Wahl den Saal verlassen

Kamen Stimmen für die Wahl des AfD-Landtagspräsidenten aus den Reihen der CDU? Für die nächste wichtige Wahl im Dezember will die Fraktion vorbauen und nimmt einen ungewöhnlichen Weg

 13.10.2026

120. Geburtstag

Philosoph Bormuth: Die Gedanken von Hannah Arendt geben Orientierung

Das Werk der Philosophin Hannah Arendt bietet nach Ansicht des Oldenburger Wissenschaftlers Matthias Bormuth Orientierung in polarisierten Zeiten. Ihr Plädoyer für eigenes Denken und streitbaren Austausch sei heute hochaktuell

 13.10.2026

New York

Die US-Linke ist besessen von Palästina – nun frisst die Revolution ihre eigenen Kinder

Zohran Mamdanis Aufstieg hat in der Demokratischen Partei einen Linksruck ausgelöst. Längst ist der Bürgermeister der US-Metropole mit seiner zweifelhaften Anti-Israel-Rhetorik zur Ikone der Palästina-Bewegung in Amerika geworden. Nun wird er Teilen des eigenen Lagers zu weich

von Jan Klauth  13.10.2026

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

9. November

Bautzen erinnert an Novemberpogrome 1938

Der Bautzener Kornmarkt war Schauplatz der Novemberpogrome von 1938. Eine temporäre Installation soll am authentischen Ort an NS-Opfer erinnern

 13.10.2026