Faktencheck

Gefälschte Wegweiser entlarven angebliche Epstein-Aufnahme

Eine echte Aufnahme: Jeffrey Epstein und Donald Trump mit einer unbekannten Frau im Jahr 1997. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Nach der Veröffentlichung der Ermittlungsakten zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein breiten sich unzählige Gerüchte und Falschinformationen aus. Eine Abbildung soll zum Beispiel beweisen, dass Epstein noch am Leben ist und in Israel gesehen wurde. Das Bild zeigt einen Mann mit grauen Haaren und Vollbart auf einer Straße.

Auf dem Bild, auf das sich Social-Media-Posts mit der Behauptung beziehen, sind zwei Straßenschilder zu sehen. Der eine Wegweiser soll die Richtung zu einem Ort namens »Haangus Ev.« anzeigen - doch dieser Ort existiert nicht, wie der Blick in unterschiedliche Verzeichnisse, Quellen und Karten zeigt. Sollte es sich um einen Straßennamen handeln, gibt es dazu ebenso keine Ergebnisse.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Wie der Journalist Henk van Ess schreibt, ist das Wort auch nicht in einem hebräischen Wörterbuch zu finden. Außerdem ist die Ortsmarke »Tel Aviv« auf dem zweiten Schild im vermeintlich Hebräischen falsch geschrieben. Der hebräische Schriftzug sieht in der Realität anders aus. Auf einer anderen Version der Fälschung ist im Hintergrund der Eingang einer U-Bahn-Station zu sehen, die in Budapest zu finden ist.

Unten rechts im Bild ist das Wasserzeichen von Googles KI »Gemini« zu sehen. Analysen von Henk van Ess mit KI-Erkennungsdiensten zeigen, dass die Abbildung mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurde. Fehler, wie ausgedachte Straßennamen und falsche Schriftzüge, passieren generativen KIs öfter.

Lesen Sie auch

Auffällig sind zudem die beiden Personen, die im Bild vor der angeblich Epstein darstellenden Person stehen: Sie sehen wie eine Kopie voneinander aus, denn sie haben fast exakt die gleiche Anordnung von Beinen, Armen und Körper. Auch dieser Fehler ist bei KIs verbreitet.
Das Bild beweist also nicht, dass Jeffrey Epstein noch am Leben ist. Es ist kein echtes Foto.

Jeffrey Epstein pflegte enge Kontakte zu Reichen und Mächtigen und betrieb jahrelang einen Missbrauchsring, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 kam er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode. Das US-Justizministerium hat am 30. Januar 2026 weitere Unterlagen aus den Ermittlungsakten zum Fall des verurteilten Sexualstraftäters veröffentlicht. Es handelt sich um mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten, Tausende Videos und weit mehr als 100.000 Fotos. Weitere drei Millionen Seiten fehlen noch. dpa/ja

Europäisches Parlament

»Auschwitz ist eine Fälschung«: Immunität aufgehoben

Der rechtsextreme Politiker Grzegorz Braun muss sich in gleich mehreren Strafverfahren vor Gericht verantworten, unter anderem wegen Holocaustleugnung

 27.03.2026

Drohung

Katz: Israel verstärkt Angriffe im Iran

Das Vorgehen des Militärs gegen das Mullah-Regime werde nun stärker ausfallen und auf zusätzliche Ziele und Bereiche ausgeweitet, sagt der israelische Verteidigungsminister

 27.03.2026

Berlin

Tausende Straftaten bei israelfeindlichen Demonstrationen

Gewalt- und Propaganda-Delikte sowie Volksverhetzung in Hunderten Fällen wurden registriert

 27.03.2026

Berlin

Demonstration gegen Auftritt von Francesca Albanese

»Wer das Existenzrecht Israels delegitimiert und Gräueltaten rechtfertigt, darf in Berlin keine unwidersprochene Bühne erhalten«, sagen die Organisatoren der Kundgebung

von Imanuel Marcus  27.03.2026

Essay

Keine Empathie für Israel, nirgends

Was mich an der deutschen Reaktion auf den Iran-Krieg irritiert

von Ralf Fücks  27.03.2026

Kommentar

Wie mit dem Völkerrecht Israel delegitimiert wird

Der Angriff auf den Iran sei eindeutig völkerrechtswidrig, sagen zahlreiche Experten. Sie machen es sich zu einfach. Denn es spricht viel dafür, dass Israel ein Recht auf präventive Selbstverteidigung hat

von Monika Polzin  27.03.2026

Berlin

Antisemitischer Angriff in Prenzlauer Berg

Das Opfer schrieb hebräische Texte in ein Buch. Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts ermittelt

 27.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  27.03.2026

Jüdischer Wahlkämpfer

»Wer nicht kämpft, hat schon verloren«

David Rosenberg über den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz, die Niederlage seiner Partei und warum er sich gerade als junger Jude weiter politisch engagieren will

von Mascha Malburg  27.03.2026