Nordhausen

Gedenken an Befreiung von KZ Mittelbau-Dora

Bodo Ramelow (Linke), Ministerpräsident von Thüringen, und Birgit Pommer (Linke), Landtagspräsidetin in Thüringen, verneigen sich auf dem Jüdischen Friedhof bei einer Gedenkveranstaltung des Jahrestages der Pogromnacht von 1938. Foto: picture alliance/dpa

Im Beisein von drei überlebenden Opfern haben Vertreter aus Politik und Gesellschaft am Montag an die Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora bei Nordhausen erinnert.

Das Geschehene müsse auch in Zukunft immer wieder erzählt werden, forderte Thüringens Landtagspräsidentin Birgit Pommer (Linke) in ihrer Gedenkrede. Dadurch würden Opfer und Überlebende gewürdigt und der Terror des Nationalsozialismus dem Vergessen entrissen.

Die Ereignisse zu erzählen und weiterzutragen sei der beste Schutz vor menschenfeindlichem Denken, Intoleranz und Rassenwahn, sagte Pommer. Sie erinnerte überdies an das Schicksal der Sinti und Roma als lange Zeit vergessene Opfergruppe des Holocausts.

Anerkennung Deren Stigmatisierung und rassistische Kriminalisierung habe sich nach 1945 in der DDR und in der Bundesrepublik fortgesetzt. Die offizielle Anerkennung der Sinti und Roma als Opfer des Nationalsozialismus habe in der Bundesrepublik bis 1982 auf sich warten lassen. Ostdeutsche Polizeibehörden hätten die in der NS-Zeit geführten sogenannten »Zigeunerpersonalakten« weitergenutzt.

Das Außenlager des KZ Buchenwald wurde im Sommer 1943 mit der Verlagerung der Raketenproduktion in vor Luftangriffen geschützte Stollenanlagen bei Nordhausen gegründet. Die Häftlinge mussten vor allem beim Ausbau der unterirdischen Produktionsstätten Zwangsarbeit leisten.

Mehr als 60.000 Häftlinge waren im Konzentrationslager Mittelbau-Dora inhaftiert. Davon hatten mindestens 20.000 die unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen nicht überlebt. epd

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