Linkspartei

Für Frieden und Assad

Die Initiative ist in der Linken umstritten. Foto: imago

Mahmud Ahmadinedschad baut an der Atombombe, bedroht den Westen und unterdrückt blutig die Protestbewegung im eigenen Land. Auch Baschar Hafiz al-Assad, der Diktator Syriens, machte in den vergangenen Monaten keine Schlagzeilen durch sein humanitäres Engagement: Seit einem Jahr führt er Krieg gegen das eigene Volk und lässt mit Panzern auf Demonstranten schießen.

Eine Beobachtungsmission der Arabischen Liga ist gescheitert, und der Emir von Katar denkt laut über einen Militäreinsatz gegen das Assad-Regime nach, das nach Angaben der UNO in dem Konflikt für 5.000 Tote verantwortlich ist.
Eigentlich ein guter Zeitpunkt für Menschen, die sich selbst als Linke bezeichnen, ja sogar in einer Partei sind, die diesen Namen trägt, zum Protest und zu Sanktionen gegen die beiden Regimes und ihre Machthaber aufzurufen.

Embargo Doch Sevim Dagdelen, Diether Dehm, Eva Bulling-Schröter, Annette Groth, Ulla Jelpke und Heike Hänsel aus der Bundestagsfraktion der Linkspartei sehen das anders. Zusammen mit dem Schweizer Nationalrat und Abgeordneten der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei, Dominique Baettig, dem Verschwörungsideologen Elias Davidsson und vielen anderen obskuren Gestalten haben die Linke-Abgeordneten einen Aufruf mit dem Titel »Kriegsvorbereitungen stoppen. Embargos beenden! Solidarität mit den Völkern Irans und Syriens!« unterzeichnet. Gesammelt werden die Unterschriften von einem Verein namens »Freundschaft mit Valjevo«.

Für die Unterzeichner sind nicht die Kriegsvorbereitungen des Irans oder Assads Massaker an oppositionellen Syrern das Problem, sondern angebliche Pläne des Westens, beide Länder in einen Krieg zu zwingen. Und immer, wenn dunkle Mächte Böses planen, darf natürlich Israel nicht fehlen: »Mit ständigen Kriegsdrohungen, dem Aufmarsch militärischer Kräfte an den Grenzen zu Iran und Syrien sowie mit Sabotage- und Terroraktionen von eingeschleusten ›Spezialeinheiten‹ halten die USA gemeinsam mit weiteren NATO-Staaten und Israel die beiden Länder in einem Ausnahmezustand, der sie zermürben soll.«

Die Unterschriften der Linke-Abgeordneten haben innerhalb der Partei für Proteste gesorgt: Der BAK Shalom, der zur Linke-Jugendorganisation Solid gehört, forderte alle Unterzeichner auf, ihre Unterschrift zurückzuziehen. »Beide Regimes gehen dabei mit unglaublicher Brutalität gegen die eigene Zivilbevölkerung vor«, heißt es beim BAK. »Es ist schlichtweg zynisch, sich über die erfolgreichen Regimewechsel in Tunesien und Ägypten zu freuen, diesen aber den Menschen in Syrien vorzuenthalten.«

Bewirkt hat der Aufruf des BAK Shalom bislang nichts. Die Zahl der Unterschriften wächst – auch die von Mitgliedern der Linkspartei. Und Diether Dehm erklärt in der taz: »BAK Shalom geht mir sonst wo hinten vorbei!«

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 10.09.2026

Sachsen-Anhalt-Wahl

Nach AfD-Sieg: Cem Özdemir rief jüdische Gemeinden an

Der Ministerpräsident versicherte, dass sie in Baden-Württemberg nicht auf gepackten Koffern sitzen müssten

 10.09.2026

Bayern

Jugendlicher bestreitet Anschlagspläne auf Synagoge

Ein 16-Jähriger steht in Augsburg wegen Planung eines Anschlags vor Gericht. Ihm werden schwere Straftaten vorgeworfen. Das Verfahren läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit

 10.09.2026

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Krieg

Iran bereit für »Blitzoffensive«

Die iranische Militärführung betont ihre Bereitschaft zu schnellen Einsätzen im ganzen Land. Was Kommandeur Hassansadeh über Motivation und Strategie sagt

 10.09.2026

Erinnerung

Gedenkstätten-Leiterin wünscht sich stärkere Wirkung in Gesellschaft

Die Angebote von Gedenkstätten müssen nach Ansicht der niedersächsischen Stiftungsgeschäftsführerin Elke Gryglewski verständlicher werden. Sie fordert neue Zugänge zum Blick auf die NS-Zeit für breite Bevölkerungsschichten

von Charlotte Morgenthal  10.09.2026

Mecklenburg-Vorpommern

SPD nähert sich in Umfragen der AfD

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig präsentiert sich im Landtagswahlkampf als »die Frau gegen Blau«. In den Umfragen legt sie zu

 10.09.2026

Aufruf

Jüdische und christliche Jugendorganisationen warnen vor der AfD

Nach den Wahlen ist vor den Wahlen: Auf den AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt könnte bald ein zweiter in Mecklenburg-Vorpommern folgen. Die Sorge darüber vereint junge Menschen christlicher und jüdischer Herkunft

 10.09.2026

Sachsen-Anhalt

Charlotte Knobloch: »Die AfD ist rechtsextrem«

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern äußert sich »bis ins Tiefste entsetzt« über den AfD-Wahlerfolg und plädiert erneut für ein Verbotsverfahren gegen die Partei

 10.09.2026