Berlin

Fruchtbare Zusammenarbeit

Schaufeln vor der Heinrich-Böll-Stiftung mit Omid Nouripour, Volker Beck und Ron Prosor (v.l.) Foto: Marco Limberg

Berlin

Fruchtbare Zusammenarbeit

Grünen-Vorsitzender Nouripour pflanzt mit Botschafter Prosor anlässlich des Jahrestags der israelischen Staatsgründung einen Baum

von Joshua Schultheis  22.06.2023 07:58 Uhr

Wenn die Repräsentanten zweier Staaten gemeinsam einen Baum setzen, dann drängen sich Pflanzen-Metaphern geradezu auf. Mit solchen wurde auch nicht gespart, als der Botschafter Israels in Deutschland, Ron Prosor, gemeinsam mit Omid Nouripour, dem Vorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, am Dienstag eine Kupfer-Felsenbirne auf dem Gelände der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin pflanzte.

»Die deutsch-israelische Freundschaft schlägt Wurzeln«, sagte der Botschafter und sprach die Hoffnung aus, »dass unsere Zusammenarbeit auch in Zukunft Früchte tragen wird«. Er erzählte eine kurze Geschichte aus dem Talmud, in der ein Mann gefragt wird, warum er einen Baum pflanze, wenn dieser erst in Jahrzehnten Früchte tragen würde. »Wie meine Vorfahren gepflanzt haben, so pflanze ich für meine Kinder«, gab Prosor dessen Antwort wieder. »So pflanzen auch wir für zukünftige Generationen«, so der Botschafter.

Klimawandel Nouripour bedankte sich bei der israelischen Botschaft, die den Grünen die 75 Bäume geschenkt hat. Seine Partei werde »alles daransetzen, dass die israelisch-deutsche Freundschaft weiterhin wächst und gedeiht«. Die Baumpflanzung stehe für ihn symbolisch für den »Schulterschluss im Kampf gegen den Klimawandel« zwischen Israel und Deutschland. Die Bundesrepublik könne vom jüdischen Staat in Sachen Wasser-Management und Klima-Technologie viel lernen. Nouripour verkündete, dass seine Partei im Gegenzug 75 Bäume beisteuere, die im Wald der deutschen Länder in der Nähe der israelischen Stadt Beer Sheva gepflanzt werden sollen.

Grüne Bundestagsabgeordnete werden 75 Bäume in ihren Wahlkreisen pflanzen.

Die Aktion auf dem Rasen der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung ist der Auftakt eines gemeinsamen Projekts von Botschaft und Grünen-Partei anlässlich des 75. Jahrestags der Staatsgründung Israels: Grüne Bundestagsabgeordnete werden 75 Bäume, die der Jüdische Nationalfonds KKL bereitstellt, in ihren Wahlkreisen pflanzen.

Gastgeber an dem Tag war Jan Philipp Albrecht, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. »Die deutsch-israelischen Beziehungen sind ganz besondere«, sagte er. Albrecht lobte die Stärke der israelischen Demokratie und Zivilgesellschaft, kritisierte aber zugleich die Politik der aktuellen israelischen Regierung.

Verhältnis Bei der Baumpflanzung war auch der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete und heutige Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Volker Beck, anwesend. Von dieser Zeitung auf das Verhältnis der Grünen zu Israel befragt, sagte er: »Da gibt es auch eine Menge nachzuarbeiten, wichtig ist aber erst einmal das Zeichen, das heute gesetzt wurde.«

Beck empfiehlt seiner Partei einen »rationalen und proportionalen Ansatz« im Umgang mit der neuen israelischen Regierung. Das beinhalte, Sorgen um die israelische Demokratie zum Ausdruck zu bringen, aber auch, sich für eine Beibehaltung von Formaten wie deutsch-israelische Regierungskonsultationen einzusetzen.

Die in Berlin gepflanzte Kupfer-Felsenbirne kann auch unter klimatisch schwierigeren Bedingungen überleben, ihre Früchte sind laut der Online-Enzyklopädie Wikipedia »ungiftig und wohlschmeckend«. Vielleicht hat ja auch das eine symbolische Bedeutung.

Extremismus

Die Linke und der Judenhass

Der »taz«-Journalist Nicholas Potter hat ein Buch über die Zusammenhänge zwischen Antisemitismus und Autoritarismus bei Teilen der Linken geschrieben. Ein Auszug

von Nicholas Potter  05.04.2026

Krieg

Trump gibt iranischer Führung Zeit bis Dienstagabend

Der US-Präsident hat der iranischen Führung mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie nicht einlenken

 05.04.2026

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Debatte

»Das wäre enorm wichtig, gerade für die vielen Kinder mit muslimischem Migrationshintergrund«

Israels Botschafter Ron Prosor spricht sich für Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten aus

 05.04.2026

Krieg

Israel meldet Tötung eines weiteren Öl-Kommandeurs im Iran

Nach einem Angriff in Teheran spricht Israels Militär von einem »schweren Schlag gegen die wirtschaftlichen Grundlagen des iranischen Sicherheitsapparats«. Das steckt hinter dem Angriff

 05.04.2026

Krieg

Trump: Wir haben unseren Soldaten gerettet und in Sicherheit gebracht

Rettung wie in einem Hollywood-Film: US-Spezialeinheiten konnten den vermissten Offizier des abgeschossenen Kampfjets geborgen. Der US-Präsident schildert die riskante Mission mit dramatischen Worten

von Lars Nicolaysen  05.04.2026

Krieg

Bericht: USA greifen Suchort von vermisstem US-Soldaten an

Die Suche nach dem vermissten Besatzungsmitglied eines US-Kampfjets läuft auf Hochtouren. Jetzt werden aus dem Iran Luftangriffe in einer Gegend gemeldet, in dem sich der US-Soldat befinden soll

 05.04.2026

München

Der Grüne, das Rathaus und die jüdische Gemeinschaft

Dominik Krause wird der nächste Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt. Der 35-Jährige ist Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und geht entschlossen gegen Antisemitismus vor. Ein Porträt

von Chris Schinke  04.04.2026

Krieg

»Kritische« Rettungsmission im Iran - Trump in Erklärungsnot

Die Suche nach dem vermissten Besatzungsmitglied eines Kampfjets wird für die USA zum Wettlauf gegen die Zeit - im Iran werden Kopfgelder ausgesetzt. Die Lage bringt die US-Regierung in Bedrängnis

von Cindy Riechau  04.04.2026

Großbritannien

Brandanschlag in London: Untersuchungshaft für Verdächtige

Mehrere Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes in Golders Green werden in Brand gesetzt. Vor Gericht erschienen nun drei Verdächtige

 04.04.2026