Meinung

Friede sei mit ihm

Der Friede Gottes sei mit jenen, die die Wahrheit lieben.» Mit diesem Satz endet die Rücktrittserklärung von Imam Sabahattin Türkyilmaz. Am Sonntag hat der umstrittene muslimische Geistliche alle Ämter in der Hazrat Fatima-Zehra-Gemeinde niedergelegt. Er sei Opfer einer «hasserfüllten Schmutzkampagne» geworden, in eine «Falle der Zionisten» getappt. Offensichtlich ist es nicht weit her mit Türkyilmaz’ Wahrheitsliebe. Deshalb Fakten: Der Hessische Rundfunk hatte vor Kurzem über seine Teilnahme an israelfeindlichen Demonstrationen berichtet. Auch eine im Internet veröffentlichte Predigt des Imams war bekannt geworden, in der es heißt: «Wenn die Muslime der Einladung des verstorbenen Imams Khomeini gefolgt wären, würde Palästina heute nicht mehr unter Besatzung und Unterdrückung leiden.» Das ist eine Predigt im Sinne des iranischen Revolutionsführers, der die Zerstörung Israels und die islamische Weltherrschaft zur Ideologie machte – aber keine im Sinne des Dialogs, für den Türkyilmaz nach eigenen Worten steht. Gut, dass er gegangen ist. Friede sei mit ihm. Mit Hasspredigern kann es keinen Dialog geben.

Extremismus

AfD: Björn Höcke zitiert abermals Nazi-Parole

Der AfD-Politiker Höcke ist wegen einer verbotenen Nazi-Parole bereits verurteilt worden. Jetzt prüft die Polizei einen neuen Vorfall. Doch Abgeordnete stehen unter besonderem Schutz

 06.02.2026

München

Jüdische Gemeinde erhält Drohbrief mit Patrone

Der Staatsschutz der bayerischen Polizei ermittelt

von Imanuel Marcus  06.02.2026

Berlin/Gießen

Nach Rede im Hitler-Stil: AfD will Mitglied rauswerfen

Mit seiner Rede, die an Adolf Hitler erinnerte, sorgte Alexander Eichwald beim AfD-Jugendkongress für Aufregung. Jetzt droht ihm der Parteiausschluss

 06.02.2026

Berlin

Julia Klöckner reist nach Israel

Die Bundestagspräsidentin will sich mit Regierungs- und Oppositionsvertretern austauschen, nach Yad Vashem und zum Nova-Festival-Memorial fahren

 06.02.2026

Kommentar

Strafanzeige als PR-Gag?

Laut und verwegen ist der Genozid-Vorwurf einer Schweizer Gruppierung gegen den Schweizer Bundesrat Ignazio Cassis. Mit einer Rechtsdebatte hat es aber nichts zu tun

von Nicole Dreyfus  06.02.2026

Bundesrat Ignazio Cassis muss sich in Den Haag verantworten.

Den Haag

Schweizer Bundesrat wegen Völkermord angezeigt

Eine Gruppe Schweizer Anwälte wirft Außenminister Ignazio Cassis Beihilfe zu Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord vor

von Nicole Dreyfus  06.02.2026

New York

Epstein-Dokumente befeuern antisemitische Verschwörungsmythen in sozialen Medien

Einer JTA-Recherche zufolge nutzen Rechtsextreme, aber auch Akteure aus anderen politischen Lagern, einzelne Passagen, um altbekannte Narrative über angebliche jüdische Machtstrukturen neu zu befeuern

 06.02.2026

Frankfurt am Main

Nach Antisemitismusvorwurf gegen RTL: Experte fordert Schulungen in Medien

Der Experte Samuel Stern fordert mehr Schulungen und Workshops gegen Antisemitismus in Medienhäusern und Fernsehsendern

 06.02.2026

London

Keir Starmer entschuldigt sich bei Epstein-Opfern

Der Premierminister: »Es tut mir leid, was Ihnen angetan wurde.«

 06.02.2026