Meinung

Friede sei mit ihm

Der Friede Gottes sei mit jenen, die die Wahrheit lieben.» Mit diesem Satz endet die Rücktrittserklärung von Imam Sabahattin Türkyilmaz. Am Sonntag hat der umstrittene muslimische Geistliche alle Ämter in der Hazrat Fatima-Zehra-Gemeinde niedergelegt. Er sei Opfer einer «hasserfüllten Schmutzkampagne» geworden, in eine «Falle der Zionisten» getappt. Offensichtlich ist es nicht weit her mit Türkyilmaz’ Wahrheitsliebe. Deshalb Fakten: Der Hessische Rundfunk hatte vor Kurzem über seine Teilnahme an israelfeindlichen Demonstrationen berichtet. Auch eine im Internet veröffentlichte Predigt des Imams war bekannt geworden, in der es heißt: «Wenn die Muslime der Einladung des verstorbenen Imams Khomeini gefolgt wären, würde Palästina heute nicht mehr unter Besatzung und Unterdrückung leiden.» Das ist eine Predigt im Sinne des iranischen Revolutionsführers, der die Zerstörung Israels und die islamische Weltherrschaft zur Ideologie machte – aber keine im Sinne des Dialogs, für den Türkyilmaz nach eigenen Worten steht. Gut, dass er gegangen ist. Friede sei mit ihm. Mit Hasspredigern kann es keinen Dialog geben.

Replik

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In der aktuellen Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen äußert sich die Expertin Ofra Bengio skeptisch zur Chance eines kurdisch-israelischen Bündnisses in Nahost. Eine Replik des Bundesvorsitzenden der Kurdischen Gemeinde Deutschland

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Libanon

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Nahost

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Protest

Tausende demonstrieren in Berlin für Freiheit im Iran

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Extremismus

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München

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Berlin/Gießen

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Berlin

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Kommentar

Strafanzeige als PR-Gag?

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