Kassel

Findungskommission für nächste documenta berufen

Foto: picture alliance/dpa

Der Aufsichtsrat der wegen antisemitischer Darstellungen kritisierten Weltkunstausstellung documenta hat die Findungskommission für die nächste documenta im Jahr 2027 berufen.

Die aus sechs Personen bestehende Kommission habe nun »ausreichend Zeit, die besten und innovativsten Konzepte« für die documenta 16 zu gewinnen, erklärte der Aufsichtsrat am Donnerstag in Kassel und fügte hinzu: »Es ist unser Ziel, die Verfehlungen beim Thema Antisemitismus auf der documenta fifteen aufzuarbeiten.« Die 15. Ausgabe der alle fünf Jahre stattfindenden Weltkunstausstellung war im September zu Ende gegangen.

Kommissionsmitglieder sind die israelische Malerin, Philosophin und Psychoanalytikerin Bracha Lichtenberg Ettinger, die in Shanghai lehrende Kunstprofessorin Gong Yan, der in Mumbai lebende Schriftsteller, Kulturtheoretiker und Kunstkritiker Ranjit Hoskote, der in Paris ansässige Dozent, Kunstkritiker und Romanautor Simon Njami, die in Wien lehrende Kunstdozentin Kathrin Rhomberg sowie Maria Ines Rodriguez, die seit 2018 Kuratorin für moderne und zeitgenössische Kunst am Museu de Arte de Sao Paulo (MASP) ist.

Wegweisende Persönlichkeiten Die Findungskommission habe die Aufgabe, »wegweisende Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst einzuladen, sich für die Künstlerische Leitung der documenta 16 zu bewerben, und aus den präsentierten Konzepten das vielversprechendste Format auszuwählen«, hieß es. Die Berufung der Künstlerischen Leitung sei für Ende 2023/Anfang 2024 angestrebt.

Man habe sechs herausragende Experten aus aller Welt gewinnen können, die »gemeinsam für die Modernität, die Internationalität und die Vielfalt der documenta« stünden, betonte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (parteilos) als Aufsichtsratsvorsitzender und Hessens Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) als seine Stellvertreterin. Der Aufsichtsrat folge mit der Besetzung der Kommission dem Vorschlag ehemaliger Künstlerischer Leitungen der documenta, hieß es.

Kulturmanager Andreas Hoffmann, der am 1. Mai die documenta-Geschäftsführung übernimmt, zeigte sich erfreut: »Mit der Vorstellung der Findungskommission setzen wir heute sechs hochkarätige Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst auf die documenta 16 an.« kna

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  01.01.2026

Terror

Warum?

Die nichtjüdische Deutsche Carolin Bohl wurde am 7. Oktober 2023 von der Hamas brutal ermordet. Hier nimmt ihre Mutter Abschied von der geliebten Tochter

von Sonja Bohl-Dencker  31.12.2025

Deutschland

Bildungszentrum von Yad Vashem soll Leerstelle füllen

Das in Deutschland geplante Bildungszentrum der Gedenkstätte Yad Vashem soll ein größeres Bild in den Dialog der Erinnerungskultur bringen

 31.12.2025

Rohstoffe

Wandel durch Handel

Der Erdgasdeal zwischen Israel und Ägypten hat auch eine sicherheitspolitische Dimension

von Sabine Brandes  31.12.2025

Arlington (Virginia)

USA genehmigen Milliardenauftrag: Neue F-15-Kampfjets für Israel

Der Vertrag umfasst die Entwicklung, Integration, Erprobung, Produktion und Lieferung von zunächst 25 neuen Maschinen

 30.12.2025

Meinung

Solidarität mit Somaliland

Sabine Brandes findet Israels Anerkennung der Demokratie am Horn von Afrika nicht nur verblüffend, sondern erfrischend

von Sabine Brandes  30.12.2025

Meinung

Für mich heißt Neujahr Nowy God

Das Neujahrsfest hat mit dem Judentum eigentlich nichts zu tun. Trotzdem habe ich warme Erinnerungen an diesen Feiertag

von Jan Feldmann  30.12.2025

London

Vorwurf gegen Facebook: Beiträge feiern Mord an Juden und bleiben online

»Die Beiträge, die den Anschlag von Bondi feiern, sind schlicht widerwärtig«, sagt Dave Rich von der jüdischen Organisation CST in England

 30.12.2025

Berlin

Tagung »Digitale Horizonte«: Wie sich Erinnerungskultur im digitalen Zeitalter wandelt

Wie verändert die Digitalisierung das kollektive Erinnern? Welche Chancen eröffnen neue Technologien – und wo liegen ihre Grenzen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Konferenz

 30.12.2025