Pro-Palästina-Demo

Festnahmen und Verletzte

Proteste vor der israelischen Botschaft Foto: AJC

Die Auswirkungen des Konflikts zwischen Israel und der radikal-islamischen Terrororganisation Hamas sind auch weiterhin in Berlin spürbar. Nach Abschluss einer pro-palästinensischen Kundgebung am Montag vor der israelischen Botschaft eskalierte die Situation zwischen den Demonstranten und der Polizei. Die Beamten nahmen mehrere Menschen fest. Es gab Verletzte.

Knapp 200 Demonstranten hatten sich zunächst in Sichtweite der Botschaft in Schmargendorf versammelt, um gegen Israels Militäreinsatz im Gazastreifen zu protestieren. Dabei trugen sie palästinensische Fahnen und Transparente mit Aufschriften wie »Kindermörder Israel« und »Deutschland finanziert, Israel bombardiert«. Die Polizei sperrte das Gelände um die Auguste-Viktoria-Straße weiträumig ab.

Beleidigungen Wegen der antisemitischen Schmährufe auf pro-palästinensischen Veranstaltungen in den vergangenen Tagen erteilte die Polizei dem Veranstalter strenge Auflagen. Demnach seien Beleidigungen und Aufforderungen zu Gewalt gegenüber Juden oder dem jüdischen Staat zu unterlassen. Im Falle der Zuwiderhandlung drohe eine Veranstaltungsauflösung, sagte ein Sprecher der Polizei vorab.

Nachdem die Stimmung während der offiziellen Demonstration zwar aufgeheizt, bis auf zwei Rangeleien und Parolen wie »Israel ist ein übler Faschist« größtenteils friedlich geblieben war, eskalierte die Situation nach Beendigung durch den Veranstalter binnen weniger Minuten.

Gegen 17.30 Uhr gerieten ein Demonstrant und ein Passant aneinander. Als die Polizei eingreifen wollte, wurde sie sofort von wütenden jugendlichen Demonstranten umringt, die versuchten, die Festnahme zu verhindern. Wenig später wurde unter anderem auch die verbotene Parole »Tod, Tod Israel!« gerufen.

Auseinandersetzungen Spontan formierte sich ein unangemeldeter Demonstrationszug, der von der Polizei auf den Hohenzollerndamm in Richtung des S-Bahnhofs geleitet wurde. Am Rande kam es immer wieder zu kleinen Auseinandersetzungen, vereinzelt griffen Aktivisten nach Steinen.

Als die Polizei die Demonstranten am Bahnhof stoppte und begann, einzelne Personen festzunehmen, die vorher durch besonders aggressives Verhalten aufgefallen waren, entlud sich der Hass: Steine und Flaschen flogen in Richtung der Beamten, die Reizgas einsetzten und die Demonstranten in den Bahnhof drängten.

Mindestens fünf Teilnehmer wurden festgenommen, mehrere verletzt. Auch ein Polizist musste von einem Sanitäter behandelt werden. Gegen 18.30 Uhr hatte sich die Situation wieder beruhigt. Insgesamt waren 200 Polizeibeamte im Einsatz.

Wie erst am Dienstagmorgen bekannt wurde, hatte sich nach der Demonstration ein Mann versucht, vor der israelischen Botschaft selbst anzuzünden. Der Mann habe sich gegen Mitternacht mit einer Flüssigkeit übergossen und dann mit einem Feuerzeug in Brand gesetzt, berichteten Augenzeugen.

Das Sicherheitspersonal der Botschaft eilte dem brennenden Mann zur Hilfe und erstickte die Flammen mit einer Löschdecke. Mit leichten Verletzungen am Bein wurde der möglicherweise psychisch gestörte Mann zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Laut eines Sprechers der Berliner Polizei sei der Mann »staatenlos« gewesen.

Großbritannien

London scheitert erneut mit Anklage gegen Kneecap-Rapper

Weil er bei einem Konzert eine Flagge der Hisbollah geschwenkt haben soll, wurde Rapper Mo Chara wegen Terrorismusvorwürfen angeklagt. Doch ein Formfehler lässt den Prozess scheitern

 11.03.2026

Doha

Wadephul: Weitere 93 Millionen Euro für humanitäre Hilfe

Der deutsche Außenminister ist vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs auf Krisenreise in der Golfregion. Um das Leid der Menschen zu mildern, stockt die Bundesrepublik ihre Unterstützungsgelder auf

 11.03.2026

Krieg

USA: Am Dienstag fast stündlich Angriffswellen auf den Iran

Die USA greifen seit mehr als einer Woche Ziele im Iran an. Am Dienstag hatte der US-Verteidigungsminister besonders harte Angriffe angekündigt. Nun äußert sich das US-Militär in einem Update dazu

 11.03.2026

Burg

Lehrer berichten in Buch aus Schulalltag mit Nazi-Parolen

»Es interessiert kaum jemanden«: Zwei Lehrer schlagen Alarm wegen rechter Ideologien an einer Schule in Brandenburg. In ihrem Buch »Rechtsruck im Klassenzimmer« geht es um mehr als Kritik am Wegsehen

von Monika Wendel  11.03.2026

Brüssel

EU verhängt weitere Iran-Sanktionen

Dem aktuellen Iran-Krieg ging die brutale Niederschlagung von regierungskritischen Protesten voraus. Die EU verschärft jetzt die Sanktionen und nennt eine konkrete Opferzahl

 11.03.2026

Lanz und Precht

»Irgendwie so bombt man sich das Ganze am Ende zurecht«

In ihrem wöchentlichen Podcast versuchen sich Talkmaster Markus Lanz und Philosoph Richard David Precht an einer Analyse der Hintergründe des Irankriegs – und scheitern gewaltig

von Michael Thaidigsmann  11.03.2026

Madrid

Spanien beruft seine Botschafterin in Israel ab

Die Sánchez-Regierung zieht Konsequenzen im Streit mit Israel: Die Botschafterin wird abberufen. Wie es dazu kam und welche politischen Konflikte dahinterstehen

 11.03.2026

Meinung

Jüdisches Leben gehört zum Ländle

Nach der Wahl in Baden-Württemberg kann die jüdische Gemeinschaft darauf vertrauen, auch künftig einen zuverlässigen Partner in der Landesregierung zu haben. Einzig das gute Abschneiden der AfD bereitet Sorgen

von Barbara Traub  11.03.2026

Nahost

USA greifen iranische Minenleger im Persischen Golf an

Laut amerikanischen Geheimdiensten liegen bereits mehrere Dutzend Seeminen in der Straße von Hormus

 11.03.2026