Einspruch

Falsches Signal

Dieter Graumann Foto: Das Porträt

Der bestialische Anschlag in einer Synagoge in Jerusalem hat uns alle tief schockiert. Wir fühlen mit den Familien der Opfer und wünschen allen Verletzten von Herzen, dass sie bald ganz gesund werden mögen!

Zugleich können wir es aber kaum fassen: Wie moralisch verroht, wie verkommen kann man nur sein, um friedliche Menschen beim Beten mit Äxten und Messern anzugreifen?

Die Mörder richteten dabei offenbar ein richtiges Blutbad an. Geradezu erschütternd und fast unfassbar für uns ist, wenn wir erfahren, welches Bild sich den Sicherheitskräften und Sanitätern bot, als sie die Synagoge stürmten: Die Opfer lagen blutüberströmt am Boden, eingewickelt in ihre Gebetsschals, sie trugen noch ihre Gebetsriemen. Diese Menschen, die sich zum Morgengebet versammelt hatten, mussten nur aus einem einzigen Grund sterben: weil sie jüdisch waren.

hass Was ist das nur für ein abgrundtiefer Hass auf palästinensischer Seite, der sich da auf brutalste Weise Bahn bricht? Ins Bild passt auch, dass die Hamas sofort dieses widerliche Verbrechen lauthals als »heroische Tat« gelobt und gefeiert hat. Und auch die Fatah trägt mit ihren aufwieglerischen Tönen aus der jüngsten Zeit hier ohne Zweifel ihren Teil der Schuld.

Offenbar wird auf palästinensischer Seite nun der pure Hass intensiv und barbarisch ausgelebt. Nach dem Gaza-Konflikt im Sommer wünschen sich die Menschen in Israel nichts sehnlicher als Frieden. Doch ihre Hoffnungen werden schon seit Wochen von palästinensischen Attentätern immer wieder zunichte gemacht.

Es ist geradezu grotesk: Während in Jerusalem jüdische Menschen an Bushaltestellen und nun sogar in einer Synagoge angegriffen und ermordet werden, denkt man bei der EU in Brüssel über neue Sanktionen nach. Nicht etwa gegen die Hamas oder die Fatah. Nein, gegen Israel! Wer soll das verstehen? Mehr Einsicht und mehr Empathie für Israel in Brüssel und weltweit, ja mehr Blick auf die Realität – das wäre nun das einzig richtige Signal.

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Warschau

Absage an Antisemitismus: Polnische Bischöfe besuchen Synagogen

Vor 40 Jahren umarmte Papst Johannes Paul II. in Roms Hauptsynagoge den dortigen Oberrabbiner. In Polen erinnern nun Bischöfe an diesen Meilenstein in den katholisch-jüdischen Beziehungen. Es gibt aber auch Misstöne

von Oliver Hinz  14.04.2026

Jom Haschoa

»Die Bedrohung ist nicht mehr abstrakt«

Israelischer Botschafter Ron Prosor fordert bei einer Gedenkveranstaltung im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen entschlossenes Handeln und den Schutz jüdischen Lebens

 14.04.2026

Düsseldorf

Studentenparlament fordert Boykott israelischer Hochschulen

Der Antrag stammt aus dem Umfeld der antisemitischen BDS-Kampagne. Jüdische Studenten und andere Demokraten üben heftige Kritik an dem Entschluss

 14.04.2026

Rom

Italien setzt Verteidigungsvereinbarung mit Israel aus

Italien unter Ministerpräsidentin Meloni gilt als enger Verbündeter Israels. Nun setzt ihre Regierung eine Vereinbarung mit dem jüdischen Staat aus. Konkrete Auswirkungen hat dies aber wohl nicht

 14.04.2026

Rechtsextremismus und Antisemitismus

Hetze und KI-Fakes belasten Arbeit in Gedenkstätten

Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, beklagt eine besorgniserregende Entwicklung

 14.04.2026

Gedenkstätte KZ Ravensbrück

Hitlergruß im Krematorium: Schülerinnen sorgen für Entsetzen

Nach Angaben der Leitung ließen sich drei Mädchen dabei fotografieren

 14.04.2026

Washington D.C.

Trump löscht umstrittenes KI-Bild, das ihn als Jesus Christus zeigt

Die Abbildung rief scharfe Kritik hervor – auch aus dem konservativen Lager

 14.04.2026

Meinung

Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

von Jacques Abramowicz  14.04.2026