Justizreform in Israel

Ein Gebet für Jerusalem

Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt Foto: picture alliance/dpa

Im innerisraelischen Streit um die Justizreform des Landes haben der Europäische Jüdische Kongress (EJC) und die Konferenz Europäischer Rabbiner (CER) zur Verständigung aufgerufen. Alle Parteien sollten den Dialog und einen Kompromiss suchen, um einen Konsens zu erreichen, erklärten die Vorsitzenden der beiden Organisationen, Ariel Muzicant und Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, am Dienstag in Brüssel.

Vor diesem Hintergrund rufen EJC und CER für Mittwoch zu einem »Tag des Gebets und der Besinnung« auf, um für den Frieden in Jerusalem zu beten.

SPALTUNGEN Die derzeitigen scharfen Spaltungen bedrohten die Einheit des jüdischen Volkes und die Sicherheit des jüdischen Staates, heißt es in einer Erklärung der beiden Organisationen.

»Als Vertreter der führenden Diaspora-Organisationen in Europa bekräftigen wir unsere uneingeschränkte Loyalität und unser anhaltendes Engagement für die Sicherheit und das Wohlergehen Israels, das als jüdischer und demokratischer Staat auf der Grundlage der Prinzipien seiner Unabhängigkeitserklärung gegründet wurde. Wir sind zutiefst besorgt und traurig über die derzeitigen scharfen Spaltungen in Israel und die daraus resultierende Bedrohung der Einheit des jüdischen Volkes und der Sicherheit unseres einen jüdischen Staates.«

Der Dachverband europäischer jüdischer Gemeinschaften und die Rabbinerkonferenz warnten, der Iran und die islamistische Terrormiliz Hisbollah könnten die Feindseligkeit innerhalb Israels ausnutzen. Politische Führer auf allen Seiten des politischen Spektrums müssten ihre Rhetorik mäßigen und nach dem suchen, was sie verbinde.

AUSWIRKUNGEN »Das jüdische Leben in der Diaspora ist in hohem Maße mit den Geschehnissen in Israel verbunden, und die internen Spaltungen, die die israelische Gesellschaft betreffen, haben direkte Auswirkungen auf die jüdischen Gemeinden in der Diaspora«, erklärten Goldschmidt und Muzicant.

»In unserer Geschichte waren interne Spaltung und Feindseligkeit oft die größte Bedrohung für unser Überleben als Nation. Nur durch die Spaltung der Gesellschaft können jene, die die Vernichtung Israels anstreben, Unterstützung finden. Wir können und dürfen nicht zulassen, dass der 2000 Jahre alte Traum des jüdischen Volkes, für dessen Verwirklichung so viele ihr Leben geopfert haben, in Gefahr gerät. Wir rufen daher (...) alle Seiten auf, einen Schritt zurückzutreten und nach Lösungen zu suchen, die auf Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit und kollektiver Verantwortung gegenüber allen Bürgern Israels beruhen.«

»Im Namen von 42 Gemeinden, die zwei Millionen Juden in Europa vertreten«, könnten sie nicht schweigen, schrieben Muzicant und Goldschmidt, »wenn unsere gemeinsame Zukunft auf dem Spiel steht.« ja/kna

Washington D.C.

Trump attackiert Merz: »Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!«

Der US-Präsident ist verärgert über die Kritik des Bundeskanzlers am Iran-Krieg

 28.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  28.04.2026 Aktualisiert

Offener Brief

Schramm warnt vor Rechtsruck in Sachsen-Anhalt

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen warnt vor wachsendem Nationalismus und einem möglichen Rechtsruck in Sachsen-Anhalt. Die AfD lehnt er klar ab und bezeichnet sie als »nicht wählbar«

 28.04.2026

Kommentar

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Die Sozialdemokraten sollten sich nicht an Zohran Mamdani oder Pedro Sánchez orientieren, sondern an einer alten Wahrheit von Bill Clinton

von Stefan Laurin  28.04.2026

New York

Wadephul auf Werbetour bei den Vereinten Nationen

Der deutsche Außenminister führt angesichts der Kriege im Iran und der Ukraine Gespräche bei der UNO. Es geht aber auch um eine für Deutschland wichtige Wahl Anfang Juni

von Jörg Blank, Anne Pollmann  28.04.2026

Toronto

Angriff vor Synagoge, Judaica-Geschäft beschädigt

Ein Gemeindemitglied wird geschlagen, ein Judaica-Geschäft beschädigt

 28.04.2026

Hamburg

Ausstellung zeigt Arbeiten an Ruine des Israelitischen Tempels

Die Finanzbehörde der Hansestadt will das bedeutende Kulturdenkmal dauerhaft erhalten und öffentlich zugänglich machen

 28.04.2026

Berlin

Festakt zur Umbenennung in Margot-Friedländer-Platz

Der Vorplatz des Berliner Abgeordnetenhauses wird zum 7. Mai umbenannt

 28.04.2026

Terror

Verfassungsschutz warnt vor Gefahr durch proiranische Extremisten in Europa

Politiker schlagen Alarm. Konstantin von Notz von den Grünen spricht von einer »neuen Dimension der Bedrohung«

 28.04.2026