Europäische Union

»Europa muss sein eigenes Judentum wieder wertschätzen«

Will jüdisches Leben in Europa stärken: Ursula von der Leyen Foto: Michael Thaidigsmann

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Freitag eine substanzielle finanzielle Unterstützung der Europäischen Union für die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem angekündigt. In einer auf Englisch vorgetragenen Videobotschaft würdigte sie ausdrücklich den Beitrag des jüdischen Lebens zur europäischen Kultur: »Die Geschichte des jüdischen Volkes ist die Geschichte Europas. Vor einem Jahrhundert waren fast zehn Millionen Europäer Juden. Es gab mehr jüdische Menschen in Europa als im Rest der Welt zusammen. Und das war ein Segen für Europa.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die »europäische Lebensweise« wäre ohne die jüdische Kultur und Wissenschaft nicht dieselbe, so die Kommissionspräsidentin weiter. »Europa wäre nicht dasselbe ohne Gustav Mahler und Marc Chagall, ohne Rahel Hirsch und Albert Einstein, ohne Italo Svevo und Hannah Arendt, und es wäre nicht dasselbe ohne die jüdischen Werte von persönlicher Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit.«

FINANZIERUNG Die Nazis hätten versucht, dies auszulöschen. »Sie töteten sechs Millionen europäische Juden - die größte Tragödie der Menschheitsgeschichte, die größte Schande für Deutschland und Europa. Heute müssen wir die Geschichte des Holocausts weiter erzählen. Wir müssen uns auch an die Geschichte des jüdischen Lebens in Europa erinnern.«

Daher habe die Kommission beschlossen, so von der Leyen weiter, eine neue Abteilung in der Gedenkstätte Yad Vashem über jüdisches Leben in Europa vor der Schoa »mitzufinanzieren«. Den genauen Betrag nannte sie aber nicht. Aus Kommissionskreisen war aber zu erfahren, dass der EU-Zuschuss momentan noch verhandelt werde und im achtstelligen Bereich liegen soll.

Von der Leyen endete ihre Videobotschaft mit den Worten: »Die Bedeutung unserer jüdischen Wurzeln ist zu oft vergessen, heruntergespielt oder sogar absichtlich ausgelöscht worden. Es ist an der Zeit zu zeigen, dass jüdische Kultur europäische Kultur ist. Das war schon vor 100 Jahren so und ist auch heute noch so. Europa muss sein eigenes Judentum wertschätzen, damit das jüdische Leben in Europa wieder aufblühen kann.« mth

Debatte um Erklärung

Hickhack bei Rot-Grün-Rot: Das steht in den Antisemitismus-Papieren

Die Berliner Regierungsbildung stockt, nachdem die Linke im Abgeordnetenhaus ein eigenes Papier zum Kampf gegen Antisemitismus gebilligt hat. Wo sich die zwei Erklärungen unterscheiden

 14.10.2026

Umfrage

66 Prozent der Unionswähler für Prüfung von AfD-Verbot

Eine Campact-Umfrage zeigt, dass die Wähler der Unionsparteien mehrheitlich für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens sind. Auch eine Koalition mit der AfD wird von Anhängern der Mitte-Parteien deutlich abgelehnt

 14.10.2026

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

von André Anchuelo  14.10.2026

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)

Landtag von Sachsen-Anhalt

Ministerpräsidenten-Wahl: CDU will im dritten Wahlgang im Plenarsaal sein

Bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt will die CDU den Plenarsaal zunächst verlassen. Für einen möglichen dritten Wahlgang kündigt Fraktionschef Sven Schulze ein anderes Vorgehen an. AfD und BSW beschließen derweil einen Antrag zur Ukraine

 14.10.2026

Berlin

»Eine gute Wahl«: Bundesregierung ernennt von Schnurbein zur Beauftragten für jüdisches Leben

Die 52-jährige EU-Beamtin ist am Mittwoch offiziell zur Nachfolgerin von Felix Klein bestellt worden. Aus den jüdischen Verbänden und Gemeinden kamen unisono positive Reaktionen

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Banaszak: Emdes Fraktions-Aus war Grundlage für Sondierungen

Die Grünen-Landesvorsitzende Stahr betont hingegen, dass ihre Partei weiter »am Tisch sitzt« und auf eine Erklärung der Linken wartet

 14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Bundeschefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer Fraktion zu Antisemitismus dennoch für ausreichend

 14.10.2026

Berlin

Julia Klöckner: AfD-Verbotsverfahren nicht »aus dem Bauch heraus starten«

Die CDU-Bundestagspräsidentin warnt davor, die Rechtsaußen-Partei zum »Märtyrer« zu machen

 14.10.2026

Unterbrochene Sondierungen

Berliner CDU an Grüne und SPD: »Hand ist ausgestreckt«

Die Regierungsbildung zwischen Linken, Grünen und SPD in Berlin stockt. Nach der überraschenden Unterbrechung der Sondierungen meldet sich ein Wahlverlierer zu Wort

 14.10.2026