Diplomatie

EU verärgert über Irans Haltung bei Atomgesprächen

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission Foto: Michael Thaidigsmann

Europäische Diplomaten zeigen sich frustriert über die iranische Haltung bei den Gesprächen über das Atomprogramm des Landes. »Bis jetzt sind wir noch nicht in der Lage gewesen, echte Verhandlungen aufzunehmen«, sagten europäische Diplomaten am Montagabend. Alle Delegationen hätten den Iran gedrängt, sich vernünftig zu verhalten.

Im Atomabkommen JCPOA von 2015 hatten die fünf UN-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran vereinbart, dass dieser sein Atomprogramm so gestaltet, dass der Bau von Atombomben unmöglich ist. Im Gegenzug wurden Wirtschaftssanktionen aufgehoben.

Die USA zogen sich jedoch 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Abkommen zurück und verhängten neue Sanktionen, woraufhin Teheran mehr Uran anreicherte als der Vertrag erlaubt. Trumps Nachfolger Joe Biden hat signalisiert, sich dem Vertrag wieder anschließen zu wollen. An den laufenden Gesprächen sind die Vereinigten Staaten indirekt beteiligt.

Die iranische Delegation hat dabei zahlreiche Forderungen gestellt, die die anderen Parteien des Abkommens für inakzeptabel hielten. Diplomaten kritisierten: »Wir verlieren wertvolle Zeit mit neuen iranischen Positionen.« Diese seien nicht mit dem Abkommen von 2015 vereinbar oder gingen darüber hinaus.

»Ohne rasche Fortschritte wird das JCPOA angesichts der Beschleunigung des iranischen Atomprogramms sehr bald zu einer leeren Hülle«, warnten sie. Dabei seien im Sommer bereits die Umrisse eines umfassenden und fairen Abkommens sichtbar gewesen, das alle Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomabkommen aufhebe und gleichzeitig die Bedenken hinsichtlich der Nichtverbreitung von Kernwaffen berücksichtige.

US-Außenminister Antony Blinken sagte, Diplomatie sei die beste Lösung, die USA sprächen mit ihren Partnern aber auch über Alternativen. ap

Köln

Merkel ist schockiert über AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt

Die AfD greift in Sachsen-Anhalt nach einem deutlichen Wahlerfolg nach der Macht, die regierende CDU ist dort in der Wählergunst abgestürzt. Was die Altkanzlerin dazu sagt

 08.09.2026

Berlin

Staatsanwaltschaft ermittelt nach antisemitischem Linke-Konzert

Innensenator Iris Spranger (SPD) erklärt im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses, ein Verfahren sei eingeleitet worden

 08.09.2026

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Initiativen warnen vor rechter Gewalt nach AfD-Wahlsieg

Nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt mahnen Initiativen mehr Unterstützung gegen rechte Gewalt an. Was lokale Akteure und die Kirche jetzt fordern

 08.09.2026

Frankfurt am Main

Michel Friedman: Union hat seit Jahren völlig falsche AfD-Politik betrieben

»Die CDU hat gerade erlebt: Das Bodenlose ist möglich«, sagt der Publizist. Was hätte die Partei ihm zufolge tun sollen?

 08.09.2026

Ramallah/Washington D.C./New York

Palästinensische Autonomiebehörde beantragt Einreisevisa für Abbas und Delegation

Die Palästinenser testen offenbar das von der amerikanischen Regierung angekündigte Einreiseverbot für Präsident Mahmud Abbas vor der UNO-Generalversammlung

 08.09.2026

Berlin

Wüst bringt Prüfung eines AfD-Verbots ins Spiel

Wie will der nordrhein-westfälische Ministerpräsident vorgehen?

 08.09.2026

Reaktion

Europäische Rabbiner: Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist Weckruf

Das Abschneiden der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt mit über 40 Prozent sorgt auch im Ausland für Besorgnis. Was orthodoxe europäische Rabbiner dazu sagen

von Leticia Witte  08.09.2026

Meinung

Die Wähler sind selbst schuld

Die AfD macht die etablierten Parteien verächtlich und höhlt so die Demokratie aus. Doch die eigentliche Verantwortung für die Misere trägt der Souverän

von Michael Thaidigsmann  08.09.2026

Umfrage

Relative Mehrheit gegen AfD-Regierung mit anderen Parteien

Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich, kann aber nicht allein regieren. Viele Deutsche lehnen laut einer Umfrage eine Regierungsbildung mit Hilfe anderer Parteien ab

 08.09.2026