Meinung

Etwas zu forsche Forscher

Jüngst wurde eine Studie zum wachsenden Antisemitismus in Europa vorgelegt. Das ist verdienstvoll, doch die Studie, um die es hier geht, ignoriert die Rolle muslimischer Immigranten. Sie stammt vom Pears Institute der Universität London und der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«. Ausgehend von Berichten über antisemitische Gewalttaten wollten David Feldman und sein Team herausfinden, ob es Zusammenhänge mit den jüngsten Migrationswellen gibt. In vielen Fällen scheinen die Täter muslimisch zu sein. Aber wissen wir das sicher? Und falls ja, was sollte dagegen unternommen werden?

Wichtige Fragen, in der Tat. Anstatt jedoch vorliegende Daten zu analysieren, das Ausmaß des Problems zu definieren und Empfehlungen zum Umgang mit diesen anzubieten, ignorieren die Forscher die Daten, blenden das Problem aus und beschuldigen die Betroffenen. Es gibt substanzielle Belege, dass viele antisemitische Vorfälle der letzten Jahre, darunter körperliche Gewalt, in bestimmte Teile der muslimischen Gemeinschaft zurückverfolgt werden können.

fakten In einer bahnbrechenden Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte von 2013 wurden Juden aus acht EU-Staaten befragt, die angaben, dass 40 Prozent der schwerwiegendsten von ihnen beobachteten Vorfälle körperlicher Gewalt von jemandem »mit extremistisch muslimischer Orientierung« ausgingen.

Doch die Pears-Studie tut diese direkten Erfahrungen europäischer Juden als bloße Empfindungen ab. Sicherheitshalber erinnern uns die Forscher an die antimuslimische Rhetorik von extremistischen politischen Parteien, um dann zu dem Schluss zu kommen, dass die jüdische Wahrnehmung nicht objektiv sei. Der Pears-Logik folgend, sind Muslime die Opfer einer »vereitelten Integration«, die zur »Triebkraft für Antisemitismus unter einigen Muslimen« wurde. Mit anderen Worten: Weil europäische Gesellschaften Muslime nicht willkommen heißen, hassen Muslime jetzt Juden.

Wie sollte mit dem Antisemitismus in der muslimischen Gemeinschaft umgegangen werden? Die Regierungen in Europa wären gut beraten, diese Studie zu ignorieren.

Der Autor ist Direktor für internationale jüdische Angelegenheiten beim American Jewish Committee.

Washington D.C.

US-Demokraten drängen auf Anhörungen zum Iran-Krieg

»Es ist, als würde Amerika von Marie Antoinette in einen Krieg geführt«, sagt der demokratische Senator Chuck Schumer

 10.03.2026

Sicherheit

USA warnen vor iranischen Schläferzellen im Ausland

Verschlüsselte Funksignale, die abgefangen wurden, könnten zur Aktivierung sogenannter Schläferzellen außerhalb des Landes dienen

 10.03.2026

Krieg

1900 getötete Soldaten und Kommandeure im Iran: Israel setzt Angriffe gegen das Mullah-Regime fort

Die Lage im Überblick

 10.03.2026

Diplomatie

Iran und Ukraine: So verlief das Gespräch zwischen Trump und Putin

Die Hintergründe

 09.03.2026

Nahost

Trump: Iran-Krieg »so gut wie beendet«

Seit gut einer Woche dauert der Iran-Krieg nun an. US-Präsident Trump hatte zuletzt eine Dauer von vier bis fünf Wochen Dauer in Aussicht gestellt. Die Offensive könnte wohl auch deutlich kürzer ausfallen

 09.03.2026

Women’s Asian Cup

Trump fordert von Australien Asyl für iranische Fußballerinnen

Die Spielerinnen hatten sich vor dem Anstoß im Robina Stadium geweigert, die iranische Nationalhymne zu singen

 09.03.2026

Hildburghausen

Zahlreiche Rechtsrock-Konzerte im thüringischen Brattendorf

Ein Gasthaus im südthüringischen Brattendorf ist zu einem Treffpunkt der Neonazi-Szene geworden

 09.03.2026

Moskau

Putin sichert Mojtaba Chamenei Russlands Unterstützung zu

Russland sieht sich traditionell als enger Partner des Iran. Der Kremlchef wünscht dem neuen Obersten Führer Mut, Gesundheit und Kraft

 09.03.2026

Beirut

Israel setzt Angriffe im Libanon fort

Immer wieder erschüttern Explosionen die Vororte der libanesischen Hauptstadt. Ein Ende der durch neue Angriffe der Hisbollah verursachten Eskalation ist nicht in Sicht

 09.03.2026