Meinung

Ernstes zu Arndt

Die Greifswalder Universität wird auch weiterhin nach Ernst Moritz Arndt benannt sein. Zumindest, wenn es nach dem Willen der Studenten geht. Die haben sich jetzt in einer Urabstimmung mit knapper Mehrheit für die Beibehaltung des Namens Ernst-Moritz-Arndt-Universität ausgesprochen. Der studentischen Initiative »Uni ohne Arndt« ist der Namenspatron ein Dorn im Auge: Der Dichter der Romantik (»Lieder für Teutsche«) sei ein Nationalchauvinist, Franzosenhasser und Antisemit gewesen. Befürworter weisen hingegen auf Arndts literarische Bedeutung und sein demokratisches Engagement in der Frankfurter Nationalversammlung hin. Und man ist geneigt, ihnen recht zu geben. Es wird schwer sein, in der deutschen Geistesgeschichte jemanden zu finden, der von antijüdischen Ressentiments völlig frei war. Man kann ja nicht jede Uni nach Lessing benennen. Dennoch ist im Greifswalder Fall ein Namenswechsel angebracht. Die Universität heißt erst seit 1933 Ernst-Moritz-Arndt-Universität – auf Initiative Hermann Görings. Arndt beklagte sich über die jüdische »Flut von Osten« und über »eingesalbte Judengenossen«, also getaufte Juden, die die Reinheit des deutschen Volkskörpers beschmutzen würden. Das war der Arndt, der die Nazis inspiriert hat, Nicht der Demokrat und Lyriker.

Beirut

Israel: Haben hochrangigen Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gutachten missverstanden: Bundestagsdienst bewertet Iran-Angriffe nicht abschließend

Laut Medienberichten hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages den Iran-Krieg als völkerrechtswidrig eingeordnet. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« widerspricht in einer Analyse dieser Darstellung nun

 01.04.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Filmtage: Kino kündigt Kooperation, Organisatoren üben scharfe Kritik

Die Jüdische Gemeinde sieht »faktisch eine Kapitulation vor antisemitischem Druck«, während die Astor Film Lounge ihre Entscheidung verteidigt

von Imanuel Marcus  01.04.2026

Dresden/Leipzig

Hitlergruß: Urteil gegen Melanie Müller ist rechtskräftig

Das Urteil gegen die Schlagersängerin wegen des Zeigens des Nazigrußes ist rechtskräftig. Warum sie die Revision zurückzieht und was das für sie bedeutet

 01.04.2026

Pessach

Preis der Freiheit

Unabhängigkeit und Selbstbestimmung entstehen nicht von allein. Sie müssen erstritten, manchmal sogar erkämpft werden

von Josef Schuster  01.04.2026

Berlin

»Arrogante Belehrungen«: Israelische Botschaft kritisiert Castellucci scharf

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung übt Kritik an der Jerusalemer Regierung für die Ausweitung der Todesstrafe. Die israelische Botschaft spricht von Doppelmoral

 01.04.2026 Aktualisiert

Buenos Aires

Argentinien stuft Irans Revolutionsgarden als Terrororganisation ein

Präsident Javier Milei begründete den Schritt unter anderem mit dem Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA im Jahr 1994, bei dem 85 Menschen ermordet wurden

 01.04.2026

Ottawa

PFLP-Ableger: Kanada löst Samidoun auf

Der Schritt erfolgt wegen »Nichteinhaltung« gesetzlicher Vorgaben. In Kanada war die Gruppe zuvor als Terrororganisation eingestuft worden

 01.04.2026

Washington D.C.

Trump stellt baldiges Kriegsende in Aussicht

»Ob wir ein Abkommen haben oder nicht, ist jetzt irrelevant«, sagt der amerikanische Präsident

 01.04.2026