Meinung

Ernstes zu Arndt

Die Greifswalder Universität wird auch weiterhin nach Ernst Moritz Arndt benannt sein. Zumindest, wenn es nach dem Willen der Studenten geht. Die haben sich jetzt in einer Urabstimmung mit knapper Mehrheit für die Beibehaltung des Namens Ernst-Moritz-Arndt-Universität ausgesprochen. Der studentischen Initiative »Uni ohne Arndt« ist der Namenspatron ein Dorn im Auge: Der Dichter der Romantik (»Lieder für Teutsche«) sei ein Nationalchauvinist, Franzosenhasser und Antisemit gewesen. Befürworter weisen hingegen auf Arndts literarische Bedeutung und sein demokratisches Engagement in der Frankfurter Nationalversammlung hin. Und man ist geneigt, ihnen recht zu geben. Es wird schwer sein, in der deutschen Geistesgeschichte jemanden zu finden, der von antijüdischen Ressentiments völlig frei war. Man kann ja nicht jede Uni nach Lessing benennen. Dennoch ist im Greifswalder Fall ein Namenswechsel angebracht. Die Universität heißt erst seit 1933 Ernst-Moritz-Arndt-Universität – auf Initiative Hermann Görings. Arndt beklagte sich über die jüdische »Flut von Osten« und über »eingesalbte Judengenossen«, also getaufte Juden, die die Reinheit des deutschen Volkskörpers beschmutzen würden. Das war der Arndt, der die Nazis inspiriert hat, Nicht der Demokrat und Lyriker.

Waffenruhe

Trump: Iran hat keine andere Wahl, als weiterzuverhandeln

Seit Tagen steht im Iran-Krieg eine Frage im Fokus: Kommt es zu neuen Verhandlungen in Pakistan? Trump gibt sich optimistisch – auch was eine mögliche Einigung angeht

 21.04.2026

Hessen

Bundesrats-Vorstoß: Leugnung des Existenzrechts Israels bestrafen

Hessen will das Leugnen des Existenzrechts Israels bundesweit unter Strafe stellen. Ein entsprechender Entwurf ist bereits vorbereitet. Er soll im Mai in der Länderkammer in Berlin eingebracht werden

von Christof Bock  21.04.2026

Luxemburg

Deutschland fordert Iran zu Verhandlungen mit USA auf

Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe ist unklar, ob es zu einer neuen Verhandlungsrunde kommt. Der deutsche Außenminister richtet nun einen Appell an Teheran

 21.04.2026

Rom

Entschädigungsstreit: Italien stärkt ausländische NS-Opfer

Es waren grausame Taten an jenem Juni-Tag 1944, als im griechischen Dorf Distomo SS-Einheiten Zivilisten töteten. Um Entschädigungen wird noch gestritten. Nun hat Italiens höchstes Gericht geurteilt

 21.04.2026

Berlin

Kulturstaatssekretär Friederici muss gehen

Die Vergabe von Fördergeld gegen Antisemitismus sorgt schon länger für Wirbel. Nun hat der Vorgang personelle Konsequenzen

 21.04.2026

München

CSU-Fraktion und jüdische Studenten fordern entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek sagt, Judenhass müsse unabhängig davon bekämpft werden, ob er von rechts, von links oder islamistisch motiviert sei: »Lippenbekenntnisse reichen nicht.«

 21.04.2026

Teheran

Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Protesten

Nach Spionagevorwürfen hatte die iranische Justiz am Montag zwei Männer exekutieren lassen. Nun wird ein weiteres Urteil vollstreckt

 21.04.2026

Berlin

Michael Roth von Podiumsdiskussion an Hertie School ausgeladen

Der SPD-Politiker und Autor sagt, Protest und Widerspruch seien legitim. Problematisch werde es, wenn bereits die Androhung von Störungen ausreiche, um Redner wieder auszuladen

 21.04.2026

Washington D.C.

Trump: Israel hat die USA nicht zum Iran-Krieg gedrängt

Seine Haltung, dass Teheran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe, habe zu seiner Entscheidung geführt, militärisch tätig zu werden, sagt der US-Präsident

 21.04.2026