Meinung

Ernstes zu Arndt

Die Greifswalder Universität wird auch weiterhin nach Ernst Moritz Arndt benannt sein. Zumindest, wenn es nach dem Willen der Studenten geht. Die haben sich jetzt in einer Urabstimmung mit knapper Mehrheit für die Beibehaltung des Namens Ernst-Moritz-Arndt-Universität ausgesprochen. Der studentischen Initiative »Uni ohne Arndt« ist der Namenspatron ein Dorn im Auge: Der Dichter der Romantik (»Lieder für Teutsche«) sei ein Nationalchauvinist, Franzosenhasser und Antisemit gewesen. Befürworter weisen hingegen auf Arndts literarische Bedeutung und sein demokratisches Engagement in der Frankfurter Nationalversammlung hin. Und man ist geneigt, ihnen recht zu geben. Es wird schwer sein, in der deutschen Geistesgeschichte jemanden zu finden, der von antijüdischen Ressentiments völlig frei war. Man kann ja nicht jede Uni nach Lessing benennen. Dennoch ist im Greifswalder Fall ein Namenswechsel angebracht. Die Universität heißt erst seit 1933 Ernst-Moritz-Arndt-Universität – auf Initiative Hermann Görings. Arndt beklagte sich über die jüdische »Flut von Osten« und über »eingesalbte Judengenossen«, also getaufte Juden, die die Reinheit des deutschen Volkskörpers beschmutzen würden. Das war der Arndt, der die Nazis inspiriert hat, Nicht der Demokrat und Lyriker.

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