Hannover

Erklärung von SA-Mann legt NS-Beteiligung an Reichstagsbrand nahe

27. Februar 1933 – der Reichstag in Berlin steht in Flammen. Foto: dpa

Hannover

Erklärung von SA-Mann legt NS-Beteiligung an Reichstagsbrand nahe

Das Amtsgericht Hannover bestätigt die Authentizität des Dokuments

 26.07.2019 13:27 Uhr

Auf eine Beteiligung der Nationalsozialisten am Reichstagsbrand von 1933 deutet eine neu aufgetauchte eidesstattliche Versicherung eines SA-Mannes hin.

Laut dem Dokument aus den Archiven des Amtsgerichts Hannover, aus dem das »Redaktionsnetzwerk Deutschland« zitiert, sagte der ehemalige SA-Mann, er habe den später als Brandstifter zum Tode verurteilten Niederländer Marinus van der Lubbe mit einem Auto zum Reichstag gefahren. Bei der Ankunft dort sei ihm und seinen Kollegen aufgefallen, »dass ein eigenartiger Brandgeruch herrschte und dass auch schwache Rauchschwaden durch die Zimmer hindurchzogen«.

Beglaubigung Später, so erklärt der SA-Mann in seiner Versicherung, deren beglaubigte Abschrift der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hätten er und seine Kameraden gegen die Verhaftung van der Lubbes protestiert. »Weil nach unserer Überzeugung van der Lubbe unmöglich der Brandstifter gewesen sein konnte, da ja nach unseren Feststellungen der Reichstag schon in Brand gesetzt sein musste, als wir van der Lubbe dort ablieferten«.

Die Nazis nutzten den Brand am 27. Februar 1933, um die politischen Grundrechte außer Kraft zu setzen. Wer das Feuer tatsächlich legte, ist bis heute umstritten geblieben.

Die eidesstattliche Versicherung stammt von Hans-Martin Lennings (1904–1962), der diese 1955 notariell abfassen ließ für den Fall einer damals diskutierten posthumen Wiederaufnahme des Prozesses gegen den zum Tode verurteilten van der Lubbe. Das Amtsgericht Hannover bestätigte der dpa am Freitag die Authentizität des Dokuments.  dpa

Berlin

Zentralrat der Juden kritisiert Antisemitismus-Papier von Linken, Grünen und SPD

Die mutmaßliche neue Regierung will mit Gremien gegen antisemitische Ausfälle von Abgeordneten der Koalition vorgehen. Den Zentralrat der Juden, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die WerteInitiative überzeugt das nicht

 08.10.2026

Nahost

Huthis greifen Flughafen in Riad an

Die Huthi und die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung bekämpfen sich im Jemen weiter. Auch Saudi-Arabien gerät immer wieder selbst in die Schusslinie. Droht eine weitere Eskalation am Golf?

 08.10.2026

Clan-Kontakte

Berliner SPD-Chef fordert Ausschluss von Ferat Koçak

Auch die Linken-Landesvorsitzende betonte, die Aufklärung sei noch nicht abgeschlossen

 08.10.2026

Kommentar

Allein mir fehlt der Glaube

Die Spitzen von Linken, Grünen und SPD in Berlin haben bei ihren Sondierungen in Berlin ein dreiseitiges Papier zur Bekämpfung von Antisemitismus vereinbart. Eine Einordnung

von Michael Thaidigsmann  08.10.2026

Washington D.C.

Medien: US-Regierung erwägt neue Angriffe auf den Iran

Seit Wochen gibt es im Krieg der USA gegen den Iran keine sichtbaren Fortschritte. Kurz vor den wichtigen Zwischenwahlen könnte US-Präsident Trump die Situation noch einmal eskalieren lassen

 08.10.2026

Gedenken

Litfaßsäulen in Berlin sollen an NS-Deportationen erinnern

Mehr 1000 jüdische Berlinerinnen und Berliner Juden wurden mit dem ersten sogenannten »Osttransport« aus der Hauptstadt deportiert. Eine neues Projekt soll an die Opfer des nationalsozialistischen Zivilisationsbruchs erinnern

 08.10.2026

7. Oktober

»Wir erinnern nicht schweigend«

Melody Sucharewitz über ihren Kampf gegen das Vergessen des 7. Oktober bei der Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Rede im Wortlaut

von Melody Sucharewicz  08.10.2026

9. Oktober 2019

Gedenken zum Jahrestag des Anschlags von Halle

Der antisemitische Anschlag von Halle jährt sich am Freitag zum siebenten Mal. Die jüdische Gemeinde, Kirchen, Stadt und zivilgesellschaftliche Gruppen planen Gedenkveranstaltungen auch an den Anschlagsorten

 08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026