Rechtsextremismus

»Eklatantes Versagen«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Nach dem Neonazi-Aufmarsch in Dortmund hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, die dortige Polizei scharf kritisiert. Er habe kein Verständnis und keine Erklärung dafür, dass Rechtsextremisten dort unbehelligt antisemitische Parolen rufen durften, sagte Schuster der »Passauer Neuen Presse«.

»Das sieht nach einem eklatanten Polizeiversagen aus«, so Schuster weiter. Offenbar würden nicht nur in den neuen Bundesländern, sondern auch in den alten Bundesländern die Beamten nicht richtig geschult, betonte der Zentralratspräsident. »Sie scheinen mit solchen Situationen überfordert zu sein.«

Demonstration Wenn offen antisemitische Parolen gebrüllt werden können, ohne dass die Polizei schnell und entschlossen eingreife, sei das inakzeptabel, sagte Schuster. Dies dürfe die Gesellschaft nicht akzeptieren. Für Donnerstag hatten Rechtsextremisten erneut eine Demonstration in Dortmund angemeldet, wie die dortige Polizei mitteilte.

Zur geplanten Gründung der Gruppe »Juden in der AfD« sagte Schuster, dies sei für ihn nicht überraschend. Dass jüdische Menschen der AfD angehören und für Ämter kandidieren, sei nichts Neues. »Ich kann es aber überhaupt nicht verstehen«, erläuterte der Zentralrats-Chef: »Ich kann keinen einzigen Juden verstehen, der Sympathien für die AfD hegt oder sich in dieser Partei engagiert.« epd

»Combat 18«

Neonazi-Gruppe bleibt verboten

Bundesverwaltungsgericht in Leipzig lehnt Klage der rechtsextremen Vereinigung gegen Verfügung ab

 25.09.2020

Bundesregierung

Felix Klein regt eine breite gesellschaftliche Debatte über Kirche in NS-Zeit an

Antisemitismusbeauftragter: »Es könnte zu einem Gewinn an Glaubwürdigkeit führen«

von Joachim Heinz  25.09.2020

Thüringen

»Für Überlebende von Auschwitz klingt das wie Hohn in den Ohren«

AfD-Politiker führt Geraer Stadtrat - Kritik von Auschwitz Komitee

 25.09.2020

Thüringen

»Wir Juden haben über Jahrhunderte hier gelebt«

Reinhard Schramm über jüdisches Leben, den Schock nach dem Anschlag von Halle und eine große Hoffnung

von Dirk Löhr  24.09.2020

Nordrhein-Westfalen

Übelste Hetze

Behörden ermitteln gegen rechte Polizei-Chatgruppen

von Hans-Ulrich Dillmann  24.09.2020

Antisemitismus

»Das Thema hat oberste Priorität«

Katharina von Schnurbein über europaweite Initiativen gegen Judenfeindschaft

von Michael Thaidigsmann  24.09.2020

Nachrichten

Projekt, Höchststrafe, Verbot

Meldungen aus Politik

 24.09.2020

Jom Kippur

Ein Jahr danach

Persönliche Betrachtungen einer Überlebenden des Synagogen-Anschlags von Halle

von Anastassia Pletoukhina  24.09.2020

Einspruch

Empörung ist der falsche Ansatz

Michael Rubinstein hält Prävention für die geeignete Maßnahme gegen Rechtsextremismus bei der Polizei

von Michael Rubinstein  24.09.2020