Meinung

Die Hamas muss einen Preis zahlen

Israel wollte diesen Krieg nicht. Aber Israel hat keine andere Wahl, als ihn zu führen, wenn Raketen aus Gaza nun das ganze Land treffen – von Tel Aviv bis Hadera und Jerusalem. Auch Israelis, die politisch links stehen, sehen das so: Das Land muss der Hamas so viel Schaden zufügen wie möglich, damit sie so wenig Terror anrichten kann wie möglich.

Von Hamas-Führern hört man nun Forderungen an Israel, die Abriegelung von Gaza aufzuheben und gezielte Tötungen einzustellen. Das aber ist interne Propaganda für die eigenen Leute. Wenn die Hamas-Führung politisch überleben will, muss sie den Weg zu einem Waffenstillstand mit Israel finden. Die Frage ist aber, ob sie überhaupt in der Lage ist, rational zu handeln. Raketen auf Tel Aviv und Jerusalem abzufeuern, Terroristen aus Gaza nach Israel zu schicken – all das ist der wahnsinnige Versuch der Hamas, mit den radikalen Dschihadisten und Al-Qaida mitzuhalten.

Dafür wird sie einen Preis bezahlen – aber nicht nur sie allein. Wenn es der Hamas wirklich darum geht, dass die Menschen in Gaza Wasser, Strom, Essen und regelmäßige Gehälter bekommen, dann muss diese Organisation endlich damit aufhören, Tausende von Raketen zu kaufen und sie auf Israelis zu schießen.

publikum
Wenn Außenminister Avigdor Lieberman nun eine erneute Besetzung des Gazastreifens fordert, appelliert er, wie manche Hamas-Führer, nur an sein eigenes Publikum, nämlich die rechtsgerichteten Wähler. Benjamin Netanjahu hingegen verhält sich genau so, wie ein Ministerpräsident sich verhalten sollte: ruhig, vorsichtig, strategisch und konzentriert auf Israels langfristige Interessen. Israel muss seine Abschreckungskraft wiederherstellen, und die Hamas muss einen Preis bezahlen. Dann können wir erneut zu einem Waffenstillstand kommen, wie nach ähnlichen Situationen 2008/09 oder 2012. Niemand in Israel hat Interesse daran, wieder in Gaza einzumarschieren.

Ja, es gibt bei uns Menschen, die jetzt nach Rache rufen, nachdem drei Teenager ermordet wurden. In jeder Gesellschaft gibt es Radikale – wie die Extremisten, die den 16-jährigen Palästinenser umgebracht haben. Aber im Großen und Ganzen ist Israel stabil und zuversichtlich, dass die gefährliche Situation bald vorbei sein wird. Niemand verlässt Tel Aviv wegen der Angriffe, das Leben geht weiter. Das »Iron Dome«-Abwehrsystem ist für uns fast wie ein Wunder, es arbeitet bislang vorbildlich und beschützt unsere Bürger.

Problematisch wird es für uns nur, wenn Politiker in den USA und Europa fordern, dass sich »beide Seiten zurückhalten« sollten. Das zeigt nur, dass sie von der israelischen Realität weit entfernt sind.

Der Autor lehrt Politologie an der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan und leitet das Projekt »NGO Monitor«.

Teheran

Irans Außenminister behauptet, Israel wolle USA in Krieg ziehen

Irans Außenminister wirft Israel vor, die USA in einen Krieg zu locken. Was steckt hinter seinen Worten?

 14.01.2026

Kairo

Hamas-Gespräche über zweite Phase im Friedensplan für Gaza

Die Terrororganisation schickt eine Delegation nach Ägypten, um über die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens mit Israel zu verhandeln

 14.01.2026

Brüssel

Umgang mit Irans Revolutionsgarden spaltet EU

Die Bundesregierung wirbt in der EU für eine Terror-Listung der iranischen Revolutionsgarden. Eine Sitzung in Brüssel sorgt aber eher für Ernüchterung

 14.01.2026

Hessen

Brandanschlag auf Gießener Synagoge: Was bislang bekannt ist

Ein 32-jähriger Mann hat am Dienstag vor der Beith-Jaakov-Synagoge einen Papiercontainer in Brand gesetzt und den Hitlergruß gezeigt. Die Jüdische Gemeinde zu Gießen vermutet einen antisemitischen Hintergrund

von Michael Thaidigsmann  14.01.2026

Thüringen

Juden fordern klare Haltung zu Iran-Protesten

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde in Thüringen, Reinhard Schramm, zeigt sich solidarisch mit den Demonstranten im Iran und wirbt für deren Unterstützung

 14.01.2026

Teheran

Irans Führung mobilisiert Anhänger für Trauerzüge

Im Iran kehrt nach den Massenprotesten wieder mehr Ruhe ein. Die politische Führung mobilisiert Anhänger für Trauerzeremonien für getötete Sicherheitskräfte

 14.01.2026

Frankreich

Macron empört über Schulbuch-Formulierung zum 7. Oktober

Eine Publikation des renommierten Verlags Hachette sorgt in Frankreich für Wirbel. Jetzt hat sich auch der französische Staatspräsident in die Debatte eingeschaltet

 14.01.2026

Berlin

Demonstranten entfernen Flagge der iranischen Botschaft

Seit Ende Dezember gibt es anhaltende Proteste im Iran. Menschenrechtsorganisationen berichten von Tausenden Toten. In Berlin drangen Personen auf das Gebiet der Botschaft ein

 14.01.2026

Berlin

Grüne Woche: Welche Rolle spielte die Messe im Nationalsozialismus?

Die Landwirtschaftsmesse hat sich in den 100 Jahren ihres Bestehens verändert. Wie sie zu ihrem Namen kam und welche Rolle sie in Nazi-Deutschland spielte

von Matthias Arnold  14.01.2026