Meinung

Der Preis von Sachsens Demokratie

In Sachsen gibt es den Demokratie- und neuerdings auch den Bürgerpreis. Beide Ehrungen sollen Menschen und Initiativen würdigen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren. Den Demokratiepreis loben private Stiftungen aus; den neuen Bürgerpreis hingegen der Freistaat Sachsen zusammen mit der Dresdner-Bank-Kulturstiftung. Dass es diesen zweiten Preis gibt, liegt daran, dass der Freistaat seinen Bürgern misstraut.

Ärgernis Es gibt in Sachsen – wie auch in Mecklenburg-Vorpommern – eine starke Nazibewegung. Die ist ein Erbe der DDR, die sich nicht mit der NS-Vergangenheit auseinandersetzte, sondern in den staatlich normativen Antifaschismus flüchtete. Nach der Wiedervereinigung ging es ähnlich weiter: Der Staat versucht, die Nazipräsenz zu leugnen; zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich gegen Nazis stellen, sind ihm ein Ärgernis.

Als 2010 ein Projekt den Demokratiepreis ablehnte, weil es gegenüber dem Freistaat versichern musste, nicht linksextremistisch zu sein, zeigte das einmal mehr, wie nah die DDR mental noch immer ist. Stiftungen verleihen den Demokratiepreis, indem Menschen und Initiativen sich bewerben. Das passt dem Freistaat nicht, er verleiht seinen eigenen Bürgerpreis. Hier dürfen sich Bürger nicht selbst bewerben, sie werden von Bürgermeistern und Landräten vorgeschlagen. Alles unter staatlicher Kontrolle also. Der Demokratiepreis aber bleibt. Er wird auch dieses Jahr wieder am 9. November verliehen. Wahrscheinlich aber nicht an den Freistaat Sachsen.

Die Autorin ist Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung.

Hannover

Mehrere AfD-Bewerber von Kommunalwahl ausgeschlossen

Bis Mittwoch mussten Niedersachsens Wahlausschüsse über alle Kandidaturen für die Kommunalwahl entscheiden. Mehrere Politiker der rechtsextremistischen Partei dürfen wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht antreten

 30.07.2026

Berlin

Mitarbeiter und Gäste des Kulturschiffs MS Goldberg antisemitisch beschimpft

Der Mann fuhr mit seinem Boot neben dem Kulturschiff und pöbelte dabei. Später soll er noch Beleidigungen per Email und via Facebook verschickt haben

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026

Berlin

Tödliche Ignoranz

Der Attentäter vom Christopher Street Day war Islamist. Doch manchen fällt es schwer, die Hintergründe der Mordtat konkret zu benennen. Sie kennen nur Reflexe

von Ralf Balke  30.07.2026

Berlin

Breites Bündnis fordert Klartext beim Thema Islamismus

Die meisten Muslime in Deutschland lehnten islamistische Ideologien ab. Gerade deshalb müssten sie ihnen »innerhalb der eigenen Gemeinschaft entschlossen entgegenzutreten«, heißt es in einem von 23 Organisationen unterzeichneten Aufruf

 30.07.2026

Interlochen (Michigan)

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Jeffrey Epstein im Umfeld einer US-Kunstschule

Zwei ehemalige Schülerinnen schilderten grenzüberschreitendes sexuelles Verhalten des Finanzinvestors

 30.07.2026

Berlin

Nach CSD-Anschlag: Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt

Nach dem Anschlag am Rande des Christopher Street Days wird die Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt. Die Ereignisse hätten die Lage »drastisch verändert«, so die Veranstalter

 30.07.2026

Berlin

Früherer Verfassungsrichter gegen AfD-Verbotsverfahren

Die AfD könnte bei der Wahl in Sachsen-Anhalt womöglich eine absolute Mehrheit erreichen. Hans-Jürgen Papier ist aber gegen ein Verbotsverfahren

 30.07.2026

Jerusalem

Bericht nennt Einzelheiten des jüngsten Treffens von Trump und Netanjahu

Nach dem Besuch des israelischen Ministerpräsidenten beim US-Präsidenten berichtet »The Times of Israel« über ihr Gespräch im Weißen Haus

 30.07.2026