Einspruch

Der Damm ist gebrochen

Shahrzad Eden Osterer Foto: Johannes Graf

Einspruch

Der Damm ist gebrochen

Shahrzad Eden Osterer meint, dass die Menschen auf den Straßen im Iran ihre Forderungen nicht mehr aufgeben werden

von Shahrzad Eden Osterer  07.10.2022 08:29 Uhr

In der vergangenen Woche wirkte ich als Protagonistin an einem Theaterprojekt mit, in dem es um Versammlungen geht. Welch eine Ironie, denn in meinem Geburtsland Iran wird in diesen Tagen jede Versammlung von der Islamischen Republik gewaltsam bekämpft.

Seit am 16. September die junge Kurdin Mahsa Zhina Amini von der Sittenpolizei in Teheran brutal ermordet wurde, gibt es Proteste und Demonstrationen, die nicht nur das ganze Land, sondern auch alle Teile der Gesellschaft eingenommen und vereint haben.

point of no return Meine Überzeugung: Der Damm ist gebrochen, ein Point of no Return erreicht, und das Ende der Islamischen Republik ist eingeläutet worden. Die Menschen auf den Straßen des Iran werden ihre Forderungen nicht mehr aufgeben. Die Parolen sind eindeutig, die protestierenden Massen zu überwältigend, und die Entschlossenheit ist zu eisern.

Neben den vielen wirklich bedrückenden Szenen, die mich erreichen, ist es vor allem der Mut der jungen Menschen, allen voran Mädchen und Frauen, der meine Zuversicht nährt.

Neben den vielen wirklich bedrückenden Szenen, die mich erreichen, ist es vor allem der Mut der jungen Menschen, allen voran Mädchen und Frauen, der meine Zuversicht nährt. Was die aktuellen Videos aus dem Iran derzeit zeigen, sind in erster Linie junge Mädchen und Schülerinnen, die keine Angst mehr kennen oder aber sie überwunden haben.

dynamik Sie zeigen Menschen, die auf den Straßen bewaffnete Sicherheitskräfte direkt konfrontieren und nicht selten in die Flucht schlagen. Im Kern handelt es sich dabei um eine feministische Dynamik, die mittlerweile von Männern und allen ethnischen und sozialen Gruppen unterstützt wird.

Und Deutschland? Hier fehlt es weitgehend an der nötigen Solidarität, besonders wenn wir auf unsere politischen Eliten schauen. Denn nicht nur meine nächsten Bekannten, auch die wichtigsten iranischen Streiter für Menschenrechte im Land selbst fordern schon seit Längerem, dass der Westen – und damit besonders auch Deutschland als wichtigster europäischer Handelspartner – alle Beziehungen, Verhandlungen und laufenden Projekte mit der Islamischen Republik aussetzt.

Die Autorin ist Journalistin beim Bayerischen Rundfunk.

Paris/Tel Aviv

Reporter ohne Grenzen streicht heimlich Terroristen aus Gaza-Journalistenliste

Angebliche Journalisten seien von Israel getötet worden, hieß es immer wieder. Nun zeigt sich erneut: Zumindest einige von ihnen waren Terroristen

 14.08.2026

Sachsen-Anhalt

Gericht: AfD-Mitgliedern kann Waffenbesitzkarte entzogen werden

Mitglieder und Unterstützer der AfD in Sachsen-Anhalt haben gegen den Entzug ihrer Waffenbesitzkarte geklagt. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies die Klage ab. Nun entschied das Oberverwaltungsgericht.

 10.08.2026

Potsdam

Jüdische Gelehrsamkeit in berühmter Schlösserlandschaft - Rabbinerseminare im Wandel

Vor fünf Jahren wurde das Europäische Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit eröffnet - mit Rabbinerseminaren und einer Synagoge. Seitdem hat sich in der Rabbinerausbildung viel verändert. Wie geht es weiter?

von Leticia Witte  10.08.2026

Islamismus

Tagesspiegel-Vorwürfe gegen Karoline Preisler: Nun antwortet die FDP-Politikerin

Hatte sie einen jungen Mann wegen einer Vornamensgleichheit zu Unrecht als CSD-Attentäter verdächtigt? Preisler widerspricht und beklagt, die Zeitung habe sie nicht zu Wort kommen lassen

 30.07.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

Trump: Netanjahu will, dass USA im Iran involviert bleiben

Unterschiedliche Interessen Israels und der USA sind im Iran-Krieg mehrfach zutage getreten. Kurz vor seinem Treffen mit Netanjahu deutet Trump an, dass die Differenzen nicht überwunden sind

 28.07.2026

In eigener Sache

Volontär/in gesucht

Wir suchen zum 15. Oktober 2026 einen Volontär (m/w/d) in Vollzeit

 06.07.2026

Holzstörche zur Geburt in Niederösterreich. Noch immer werden neben den klassischen Namen viele biblische Namen den Kindern gegeben.

Statistik

Diese hebräischen Vornamen in Österreich sind am beliebtesten

Österreichische Eltern wählen gern Klassiker. Unter den Top Ten sind auch viele Namen biblischen Ursprungs

von Nicole Dreyfus  04.07.2026

Bundesamt für Statistik

Dieser hebräische Vorname ist am beliebtesten bei Schweizer Eltern

Auch in der Schweiz wählen Eltern weiterhin häufig biblische Namen für ihr Neugeborenes

von Nicole Dreyfus  04.07.2026 Aktualisiert

Erhebung

Dieser hebräische Babyname ist in Deutschland am beliebtesten

Welche Namen geben Eltern ihren Sprösslingen in diesem Jahr am liebsten? In welchen Bundesländern gibt es Abweichungen?

 04.07.2026 Aktualisiert