Internet

Datentausch, Datenschutz

450 Millionen Nutzer sind bei Facebook angemeldet. Foto: facebook

Facebook ist ins Gerede geraten. Verbraucherschützer warnen vor dem sozialen Netzwerk. Gravierende Mängel beim Datenschutz hat die Stiftung Warentest ausgemacht. Die Verbraucherzentrale rät gar, die Facebook-Mitgliedschaft zu beenden, falls einem der Schutz persönlicher Daten wichtig sei. Medienwirksam veröffentlichte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) am Osterwochenende einen offenen Brief an Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, sie werde ihr Mitgliedsprofil löschen, falls die geplanten neuen Datenschutzbestimmungen eingeführt werden.

Profile Das Online-Netzwerk Facebook hatte nämlich angekündigt, Einzehlheiten wie Name, Geschlecht und Profilbilder der weltweit etwa 450 Millionen Nutzer an »Partner-Websites« weitergeben zu wollen. Einzelpersonen, aber auch Gruppen und Organisationen können bei Facebook Profile einstellen, Bilder, Texte und Links veröffentlichen und sich miteinander vernetzen. Dazu gehören auch jüdische Vereine und Publikationen – seit Kurzem auch die Jüdische Allgemeine. Firmensprecher Barry Schnitt betont, dass die neuen Richtlinien keineswegs bedeuten, dass sich nun jeder – etwa Nazis oder Islamisten, die sich ebenfalls in dem Netzwerk tummeln – die privaten Daten der Nutzer beschaffen könne. Es gehe lediglich um den Austausch mit bestimmten Partnerseiten. Im Gespräch sind Yahoo, AOL und CNN.

Sicherheit Dennoch sind nicht alle Sorgen ausgeräumt. Jüdische Einrichtungen – in Sicherheitsfragen hierzulande besonders sensibel – gehen mit der Situation unterschiedlich um. Hagalil.com etwa, nach eigenen Angaben das »größte jüdische Online-Magazin in deutscher Sprache«, zögert mit der Einrichtung einer Facebook-Präsenz, »weil wir auch so schon unter Beschuss sind«, so Hagalil-Redakteurin Andrea Livnat. Ganz anders sieht das Walter Pannbacker, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Kiel. Er hat vor drei Monaten den ersten Facebook-Auftritt einer jüdischen Gemeinde in Deutschland eingerichtet, nachdem er mit amerikanischen Gemeindevertretern gesprochen hatte. »Die fanden es ganz unverständlich, wie man als jüdische Gemeinde in Europa keine Facebook-Seite haben kann«, erinnert sich der 40-Jährige.

Die Frage des Datenschutzes sieht Pannbacker gelassen: »Die Adresse unserer Gemeinde steht auch im Telefonbuch.« Man dürfe nicht übervorsichtig sein. »Wenn wir vorsorglich auf Präsenz verzichten, haben Antisemiten erreicht, was sie wollten: uns aus der Öffentlichkeit zu verdrängen.«

Berlin

Hubig besorgt über Zulauf zu militanten Rechtsextremisten

In mehreren Bundesländern laufen Durchsuchungen gegen Rechtsextremisten. Was die Bundesjustizministerin dazu sagt

 06.05.2026

New York

USA unterstützen UN-Resolution zu möglichen Iran-Sanktionen

Dem Regime in Teheran werden in einem von den USA unterstützten Entwurf »wirksame Maßnahmen entsprechend der Schwere der Lage, einschließlich Sanktionen« angedroht

 06.05.2026

Washington D.C.

Trump stoppt Marineeinsatz in der Straße von Hormus

Der Präsident begründet dies mit angeblichen Fortschritten in Gesprächen mit Teheran über ein Abkommen. Außenminister Rubio hatte zuvor dagegen erklärt, das »Project Freedom« stelle nun den Schwerpunkt dar

 06.05.2026

Berlin/Tel Aviv

Israel: Liefern Deutschland Kerosin

Trotz hoher Kerosinpreise hieß es zuletzt, dass die Vorräte in Deutschland reichen. Experten warnen derweil vor Engpässen. Nun helfen die Israelis eigenen Angaben zufolge aus

 06.05.2026

Berlin/Düsseldorf

Durchsuchungen bei mutmaßlichen Neonazis

Die Polizei durchsucht Objekte in zwölf Bundesländern. Warum die neuen Rechtsextremen jetzt ins Visier geraten

 06.05.2026 Aktualisiert

Interview

Josef Schuster: »Juden und Muslime sind keine Erzfeinde«

Bald startet der Katholikentag in Würzburg. Mit dabei: der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Welche Tipps er für Gäste hat - und wie er auf Juden, Christen und Muslime in aufgeheizten Zeiten blickt

von Leticia Witte  06.05.2026

Nahost

Rubio: »Die Operation Gewaltiger Zorn ist abgeschlossen«

»Jetzt widmen wir uns dem Projekt Freiheit«, betont der amerikanische Außenminister

 05.05.2026

Krise

Merz schließt Minderheitsregierung und Neuwahl aus

Die schwarz-rote Regierung ist in den vergangenen Wochen im Streit versunken. Der Kanzler sieht trotzdem keine Alternative zur Zusammenarbeit mit der SPD

von Michael Fischer  05.05.2026

Bayern

14-Jähriger im Allgäu getötet - Details zu Verdächtigem werden bekannt

Ein vermisster Jugendlicher, eine Leiche und Polizeischüsse bei einer Fahndung - in Memmingen überschlagen sich die Ereignisse. Jetzt werden weitere Erkenntnisse bekannt

 05.05.2026