Nahost

»Das, was im Iran passiert, ist ernst«

Hassan Rohani, Präsident des Iran, besucht ein Atomkraftwerk 2015 Foto: dpa

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) verlangt vom Iran Auskunft den Verbleib von geheim gehaltenem nuklearen Material. Die Islamische Republik liefere dazu seit vielen Monaten keine Antworten, beklagte Behördenchef Rafael Grossi am Montag in Wien. Dies habe »ernsthafte Folgen für die Gewährleistung, dass das iranische Atomprogramm friedlicher Natur ist«.

Der Iran steht seit langem unter Verdacht, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Die IAEA wartet seit Monaten vergeblich auf schlüssige Erklärungen zu mehreren Anlagen, in denen Atominspektoren Spuren von nuklearen Stoffen entdeckt haben.

Das 2015 geschlossene Wiener Abkommen sollte den Iran an einer Atomrüstung hindern, ohne ihm die zivile Nutzung der Kernkraft zu verwehren.

Mehrere vereinbarte Gesprächsrunden hätten keine Klärung gebracht, sagte Grossi. »Meine Erwartungen in diesen Prozess wurden nicht erfüllt. Das ist sehr klar.« Der Iran äußere zwar Bereitschaft für weitere Gespräche, doch es sei auch wichtig, dass dabei etwas herauskomme, sagte Grossi.

Zusätzlich zeigte sich Grossi besorgt über das hochangereichte Uran, dass der Iran seit April herstellt. »Das, was da passiert, ist ernst. Wir sprechen hier von einem Land mit einem sehr entwickelten und ehrgeizigen Atomprogramm, das fast waffenfähiges Uran anreichert.« Zudem hat die IAEA mit Einschränkungen ihrer Inspektionen im Iran zu kämpfen.

Das 2015 geschlossene Wiener Abkommen sollte den Iran an einer Atomrüstung hindern, ohne ihm die zivile Nutzung der Kernkraft zu verwehren. Im Gegenzug sollten Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Der Hintergrund: Die Mullahs bedrohen den jüdischen Staat immer wieder und kündigen die Auslöschung Israels sowie die »Befreiung Jerusalems von den Zionisten« an. Die Mullahs in Teheran sind Terrorexporteur Nummer eins in Nahost. (mit ja)

Staatsbesuch

Kanzler Merz reist am nächsten Wochenende nach Israel

Das Datum steht: Bundeskanzler Merz reist in gut einer Woche zum Antrittsbesuch nach Israel. Der Gaza-Krieg hatte die Reise verzögert, durch die Waffenruhe wird sie jetzt möglich

 28.11.2025

Berlin

Anschlag auf israelische Botschaft geplant? Prozess beginnt

Ein mutmaßlicher IS-Unterstützer kommt vor Gericht. Der Prozess gegen den inzwischen 19-Jährigen beginnt am Montag

 28.11.2025

Brüssel

Weimer warnt vor Antisemitismus und Ausgrenzung beim ESC

Der Kulturstaatsminister will darüber mit seinen europäischen Kollegen sprechen

 28.11.2025

Eurovision Song Contest

Spanien bekräftigt seine Boykottdrohung für ESC

Der Chef des öffentlich-rechtlichen Senders RTVE gibt sich kompromisslos: José Pablo López wirft Israel einen »Genozid« in Gaza und Manipulationen beim Public Voting vor und droht erneut mit dem Austritt

 28.11.2025

USA

Mehrheit der Juden blickt nach Mamdani-Sieg mit Sorge nach New York

Eine Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, Mamdani sei sowohl antiisraelisch als auch antisemitisch

 28.11.2025

Berlin

Israel, der Krieg gegen die Hamas und die Völkermord-Legende

Der israelische Militärhistoriker Danny Orbach stellte im Bundestag eine Studie und aktuelle Erkenntnisse zum angeblichen Genozid im Gazastreifen vor – und beklagt eine einseitige Positionierung von UN-Organisationen, Wissenschaft und Medien

 27.11.2025

USA

Staatsanwaltschaft rollt den Fall Etan Patz neu auf

Der jüdische Junge Etan Patz verschwindet am 25. Mai 1979 auf dem Weg zur Schule. Jahre später wird er für tot erklärt

 27.11.2025

Debatte

Neue Leitlinie zum Umgang mit NS-Raubgut für Museen und Bibliotheken

In Ausstellungshäusern, Archiven und Bibliotheken, aber auch in deutschen Haushalten finden sich unzählige im Nationalsozialismus entzogene Kulturgüter. Eine neue Handreichung soll beim Umgang damit helfen

von Anne Mertens  27.11.2025

Düsseldorf

Breite Mehrheit im Landtag wirbt für Holocaust-Zentrum in NRW

Große Mehrheit im NRW-Landtag: Fast alle Fraktionen werben für NRW als Standort eines vom Bund geplanten Holocaust-Bildungszentrums. Bayern und Sachsen sind ebenfalls im Rennen

von Andreas Otto  27.11.2025