Holocaust

Charlotte Knobloch: Erinnerung darf niemals abreißen

Charlotte Knobloch Foto: picture alliance / SVEN SIMON

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat an die Errichtung des Konzentrationslagers Dachau vor 90 Jahren erinnert. »Viele der Schrecken, mit denen die Nationalsozialisten im Holocaust ganz Europa überzogen, haben ihren Anfang im KZ Dachau genommen.« Deshalb dürfe die Erinnerung dort niemals abreißen. Dafür müsse der Staat mit allen Mitteln sorgen.

»Den Weg von Demokratie, Freiheit und Toleranz konnte unser Land nach 1945 nur gehen, weil Erinnerungsorte wie Dachau dazu mahnten«, erklärte Knobloch. Gerade jetzt, da die letzten Zeitzeugen verschwänden, müssten steinerne Zeitzeugen für kommende Generationen bewahrt werden. Die Präsidentin unterstrich: »Was hier geschehen ist, darf niemals in Vergessenheit geraten. Nur so können wir verhindern, dass Vergangenheit wieder Gegenwart wird.«

»Die Menschen wussten, was dort passierte. Aber niemand schritt ein, niemand erhob seine Stimme.«

Charlotte Knobloch

Terror Am 22. März vor 90 Jahren waren die ersten Gefangenen ins KZ Dachau verschleppt worden. In diesem »Musterlager« habe damals ein zwölf Jahre währender Terror begonnen, dem bis zur Befreiung am 29. April 1945 über 40.000 Menschen zum Opfer gefallen seien, so Knobloch. Juden, politische Gefangene, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und Kriegsgefangene aus Deutschland und ganz Europa seien gequält und ermordet worden, direkt vor den Toren der Großstadt München.

Trotzdem gab es in der Bevölkerung keinen nennenswerten Widerstand gegen das Lager, wie Knobloch hervorhob: »Die Menschen wussten, was dort passierte. Aber niemand schritt ein, niemand erhob seine Stimme. Die Machthaber verstanden dieses breite Schweigen als Ermutigung, im Lager selbst immer grausamer vorzugehen.« kna

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