Muslimischer Judenhass

CDU-Vize Prien für schärferes Vorgehen gegen Antisemiten

Karin Prien (CDU), Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schleswig-Holstein ist auch Vize-Vorsitzende ihrer Partei. Foto: picture alliance/dpa

Angesichts der Relativierung des Hamas-Blutbads in Israel durch Palästinenser-Unterstützer in Deutschland fordern Politiker ein umfassendes und scharfes Vorgehen gegen antisemitische Hetzer.

Die CDU-Vizevorsitzende Karin Prien sagte: »Wir müssen ihnen die Resonanzräume nehmen, ihre Moscheen, ihre Cafés und Vereine dichtmachen und das Geld konfiszieren, das sonst für den Terror in der Welt genutzt würde.« Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, regte derweil eine Verschärfung des Straftatbestands der Volksverhetzung an.

Klein erläuterte in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, dass der Volksverhetzungsparagraf künftig angewendet werden sollte, ohne dass wie bisher die Störung des öffentlichen Friedens festgestellt werden müsse. In der Praxis gebe es oft Schwierigkeiten bei der Anwendung der bisherigen Regelung.

Rote Linien aufzeigen

»Es hat in der Vergangenheit viele Einstellungen von Ermittlungsverfahren gegeben, die bei den Betroffenen und in der Öffentlichkeit auf Unverständnis getroffen sind«, erklärte Klein. »Diese klarstellende gesetzliche Änderung sollte zeitnah erfolgen, damit wir als Staat deutlich rote Linien aufzeigen - gegen jede Form von Hass und Hetze auf unseren Straßen.«

Volksverhetzung ist im Paragrafen 130 des Strafgesetzbuchs geregelt. Dazu gehören verschiedene Arten von Taten. Die am schwersten geahndeten werden mit einer Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten und höchstens fünf Jahren bestraft. Voraussetzung ist stets, dass die Taten in Verbindung mit einer Öffentlichkeitswirkung stehen oder sich an Minderjährige richten.

Prien, die Sprecherin des Jüdischen Forums der CDU ist, schrieb in einem Beitrag für die »Bild«-Zeitung: »Radikalen Islamisten müssen wir das Leben so schwer wie möglich machen.« Die Gesellschaft müsse »über solche neuen Wege diskutieren und wo nötig die entsprechenden Rechtsrahmen schaffen«, verlangte sie weiter.

Rechtliche Konsequenzen

»Darüber hinaus müssen die rechtlichen Konsequenzen bei der Unterstützung von Terror und Antisemitismus in allen Bereichen verschärft werden.« Konkreter wurde sie nicht. »Unser Problem ist, dass wir viele Täter nicht ausweisen können«, sagte sie.

Nach dem Blutbad der palästinensischen Terrororganisation Hamas in Israel und angesichts der israelischen Gegenschläge im Gazastreifen haben am Wochenende in vielen deutschen Städten Unterstützer der Palästinenser protestiert, vielerorts trotz Verboten. Neben dem von Islamisten missbrauchten Ruf »Gott ist groß/größer« und dem Slogan »Free Palestine« wurde auch Solidarität mit dem Netzwerk Samidoun bekundet, dass den Hamas-Terror in Berlin offen bejubelt hatte und einem Betätigungsverbot unterworfen werden soll. dpa

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Regierungsbildung

Berliner Linke berät erneut über Vanessa Emde

Kurz vor dem geplanten Beginn von Koalitionsgesprächen mit Grünen und SPD diskutiert die Berliner Linke über Antisemitismus - einmal mehr

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

»Return To Sender« und diverse weitere Lieder des King of Rock’n’ Roll sollen ohne Zustimmung ins KI-Training geflossen sein

 27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026