Migration

Buschmann plädiert für Bekenntnis zu Israel bei Einbürgerungen

Bundesjustizminister Marco Buschmann Foto: IMAGO/Bernd Elmenthaler

Bundesjustizminister Marco Buschmann hält die in Sachsen-Anhalt eingeführte Verpflichtung, sich vor einer Einbürgerung zum Existenzrecht Israels zu bekennen, für sinnvoll und nachvollziehbar. »Ich denke, man kann durchaus argumentieren, dass das Existenzrecht Israels sozusagen auch Ausfluss der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ist«, sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Er fügte hinzu: »Es gibt eben zwischen Deutschland und Israel eine ganz besondere Verbindung - der Verantwortung Deutschlands für die nationalsozialistische Unrechtsherrschaft und den Holocaust.«

Die Innenministerin von Sachsen-Anhalt, Tamara Zieschang (CDU), hatte die Einbürgerungsbehörden des Bundeslandes im November per Erlass angewiesen, von Menschen, die deutsche Staatsbürger werden wollen, ein entsprechendes Bekenntnis zu verlangen. Dafür wurde folgende Formulierung empfohlen: »Ich erkenne ausdrücklich die besondere deutsche Verantwortung für den Staat Israel und das
Existenzrecht Israels an und verurteile jegliche antisemitischen Bestrebungen. Ich verfolge weder Bestrebungen, die gegen das Existenzrecht des Staates Israel gerichtet sind, noch habe ich solche Bestrebungen verfolgt.« Wer dieses Bekenntnis nicht abgeben wolle, könne nicht eingebürgert werden, heißt es in dem Erlass.

Gesetzentwurf der Ampel

Der Bundesjustizminister verwies in diesem Zusammenhang auch auf die im geplanten neuen Staatsangehörigkeitsrecht der Ampel-Koalition vorgesehene Regelung, wonach eine Verurteilung wegen einer rassistisch oder antisemitisch motivierten Straftat einer Einbürgerung grundsätzlich entgegenstehen soll. Er sagte: »Auch bei problematischen Äußerungen unterhalb der Schwelle zur Strafbarkeit kann eine Einbürgerung ausgeschlossen sein.«

Denn Voraussetzung für eine Einbürgerung sei, dass sich der Einbürgerungsbewerber zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekenne. Hier hätten Verwaltungsgerichte entschieden, dass ein »bloßes Lippenbekenntnis« nicht ausreichend sei. »Wenn jemand beispielsweise in sozialen Netzwerken gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung hetzt, halte ich es für richtig, dass ihm die Einbürgerung verweigert wird«, sagte Buschmann. Das habe dann auch einen generalpräventiven Effekt, »also dass sich die Leute zweimal überlegen, was sie so von sich geben«.

Umstrittener Slogan

Keine Zweifel hat Buschmann daran, dass der Slogan »From the river to the sea, Palestine will be free« generell verboten sein sollte. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Maximilian Kall, hatte im November auf Nachfrage von Journalisten erklärt: »Wenn diese Parole eben als Kennzeichen der Hamas verwendet wird, dann ist sie verboten, und zwar durch das Betätigungsverbot, das das BMI gegenüber der Hamas für Deutschland verhängt hat.« Dann sei dies auch strafrechtlich verfolgbar und erlaube ein Einschreiten der Polizei bei Demonstrationen.

»Es gab da anfangs eine Diskussion darüber, ob der Slogan nur in einem bestimmten Kontext verboten sein sollte«, sagte Buschmann. Er sei aber der Auffassung, dass dieser Satz »ein ausdrückliches Bekenntnis« der islamistischen Hamas und des von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) ebenfalls verbotenen propalästinensischen Netzwerks Samidoun und daher verboten sei.

Analyse

Hält Israels Brandmauer zur AfD?

Die deutsche Rechtsaußen-Partei wird von der israelischen Regierung boykottiert. Ein prominenter AfD-Politiker versucht nun, das zu ändern

von Joshua Schultheis  18.10.2026

JU-Deutschlandtag

Brandmauer nach links: Union attackiert Rot-Grün-Rot

Die Vorbereitung eines Linksbündnisses in Berlin wird von CDU und CSU scharf kritisiert. Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union werden konkrete Konsequenzen gefordert - auch die nach einer neuen Brandmauer

 18.10.2026

Grüne

Banaszak: Rot-Grün-Rot braucht klare Absprachen vor Start

Grünen-Chef Felix Banaszak sieht Risiken für das geplante Bündnis aus Linken, Grünen und SPD in Berlin. Er warnt vor ungelösten Problemen

 18.10.2026

Jan-Philipp Hein

Flugabwehr bei VW? Aber ja!

Volkswagen, Rafael und die deutsch-israelische Rüstungskooperation

von Jan-Philipp Hein  18.10.2026

JU-Deutschlandtag

Söder fordert Brandmauer nach links

Der Begriff Brandmauer wurde in der Union bisher vor allem für die Abgrenzung nach rechts verwendet. CSU-Chef meint, sie sollte jetzt eher an anderer Stelle eingezogen werden

 18.10.2026

IWF-Tagung

KfW-Chef: »Demokratie ist ein harter Standortfaktor«

Auch aus der Finanzwelt kommen nach den Wahlerfolgen der AfD für Deutschland ungewohnte Fragen: Ist der Standort noch so verlässlich wie bekannt? Für Investitionsentscheidungen kann das wichtig sein

 18.10.2026

Iran-Krieg

Irans Parlament stimmt für neuen Verteidigungsminister

Das Verteidigungsministerium im Iran wurde mehr als ein halbes Jahr kommissarisch geleitet. Nun übernimmt ein erfahrener Funktionär aus der Rüstungsbranche das Amt

 18.10.2026

Leitantrag für Parteitag

CSU-Parteitag: Klare Kante gegen AfD und Linkspartei

Kommende Woche steht bei der CSU ein großer Parteitag an. Als Gast wird Kanzler Merz erwartet. Inhaltlich setzt die Partei auf neue Geschlossenheit durch die Benennung klarer Feindbilder

 18.10.2026

Offenburg

Özdemir zu Berliner Linken: Mit so jemandem nicht koalieren

Cem Özdemir lehnt eine Zusammenarbeit der Grünen mit der Linken in Berlin ab. Zwar verweist er auf gute Erfahrungen mit der Partei in anderen Ländern, in Berlin sieht er die Lage anders

 18.10.2026