Meinung

Bunga bunga und noch Schlimmeres

Bei Handschellen hört der Spaß auf Foto: JA

Was haben Israel und Italien gemeinsam? Beide Länder fangen mit dem Buchstaben I an; beide haben Anteil an derselben Mittelmeerkultur. Sie sind schlampige, aber irgendwie auch liebenswürdige Demokratien. Und sowohl in Israel als auch in Italien hat ein führender Politiker Frauen offenbar als Menschen minderer Ordnung betrachtet. Dank Silvio Berlusconis Eskapaden ist »bunga bunga« ins öffentliche Bewusstsein gerückt.

Laut Lexikon soll es sich um eine Sexparty »mit einem starken Führer und mehreren nackten Frauen« handeln. Für Italiens Premier blieb das Ganze bislang folgenlos. Der ehemalige israelische Staatspräsident Moshe Katzav wiederum ist am Dienstag von einem Gericht als Vergewaltiger verurteilt worden. Recht geschieht ihm!

Party Wobei wir bei den Unterschieden sind. Bei »bunga bunga« handelt es sich nicht um Notzucht, sondern um Opi-Sex, der mit Barem bezahlt wird. Allerdings soll eine der Partyteilnehmerinnen minderjährig gewesen sein, und da hört der Spaß auf.

Katzav jedoch ist deutlich schlimmer als Berlusconi: Er hat eine Frau mit Gewalt zum Sex gezwungen und zwei andere Frauen widerlich betatscht. Dafür ist er mit sieben Jahren Haft plus zwei Jahren Bewährung bestraft worden, und 20.000 Euro bezahlen muss er außerdem. Allerdings fragt man sich, warum kein Mensch auf die Idee kommt, Berlusconi anzuklagen? Und wieso sind manche Italiener fast noch stolz auf ihren sauberen Premierminister? Israel und Italien – zwei Länder, die mit I beginnen. Da hören die Gemeinsamkeiten dann doch schon auf. Recht so!

Armin Laschet im Deutschlandfunk

»Jetzt kommt wieder Ihre Israelphobie«

Im Interview wies der CDU-Politiker mit harschen Worten DLF-Moderator Thielko Grieß zurecht, welcher zuvor Israel scharf kritisiert hatte

von Michael Thaidigsmann  10.04.2026

Washington

Warum jetzt? Melania Trumps rätselhafter Epstein-Auftritt

Melania Trump tritt kaum allein vor die Presse. Doch jetzt spricht sie über ein Thema, das ihr Ehemann so gern umschiffen wollte: den Epstein-Skandal

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 10.04.2026

Kiew

Selenskyj: Haben Drohnen über Golfstaaten zerstört

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat die Ukraine Drohnenexperten in die Region geschickt. Dort hat Kiew laut Präsident Selenskyj seine Erfahrung in der Abwehr iranischer Drohnen demonstriert

 10.04.2026

Video

Aufruf zur Solidarität nach Angriff auf Restaurant

Nach dem Anschlag auf das israelische Restaurant »Eclipse« ist ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Münchens vor Ort und appelliert an die Gesellschaft

von Jan Feldmann  10.04.2026

Halle

Fall Liebich: Tschechische Polizei will Auslieferungsantrag

In Deutschland und später auch europaweit war seit August 2025 nach der verurteilten Rechtsextremistin gesucht worden. Nun wurde sie in Tschechien gefasst. Wie es jetzt weitergehen soll

 10.04.2026

Weimer

Gericht untersagt Demo vor Buchenwald-Gedenkstätte

Die Initiative »Kufiyas in Buchenwald« darf nicht vor der Gedenkstätte protestieren. Was das Verwaltungsgericht Weimar zur Verknüpfung von Holocaustgedenken und aktuellen Konflikten sagt

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert